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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Wellenbrecher - Wellesleyinseln.

auch Wellen in dem zweiten Mittel erregt werden, welche sich jedoch mit einer andern Geschwindigkeit fortpflanzen als im ersten Mittel. Die von dem Punkt a (Fig. 3), welcher von der auf M N einfallenden Welle a b zuerst getroffen wird, ausgehende Teilwelle wird daher in dem Augenblick, in welchem die einfallende Welle den Punkt b' erreicht, einen Halbmesser a e besitzen, welcher zu der gleichzeitig im ersten Mittel zurückgelegten Strecke b b' in demselben Verhältnis steht wie die Fortpflanzungsgeschwindigkeit im zweiten zu derjenigen im ersten Mittel. Da die von b' aus an diese erste Teilwelle gezogene Berührungslinie b' c auch alle übrigen bis jetzt gebildeten Teilwellen berührt und sonach ihre Bewegungen zusammenfaßt, so stellt sie die ins zweite Mittel eindringende Hauptwelle vor. Wie man sieht, hat die Welle beim Übertritt in das andre Mittel eine Schwenkung gemacht; ihre Fronte rückt in andrer Richtung vor als diejenige der einfallenden Welle. Das zu ihr gehörige Strahlenbündel a E b' F bildet daher mit dem Einfallslot l a l' einen andern Winkel als das einfallende Strahlenbündel, es hat, wie man sagt, eine Brechung erlitten. Wenn, wie in der Figur, die Fortpflanzungsgeschwindigkeit im zweiten Mittel kleiner ist als im ersten, so ist der Brechungswinkel r kleiner als der Einfallswinkel i, das Strahlenbündel wird durch die Brechung dem Lot genähert oder zum Lot gebrochen. Das Verhältnis der Fortpflanzungsgeschwindigkeiten im ersten u. zweiten Mittel, d. h. das Verhältnis der Strecken b b' und a e, heißt der Brechungsindex (vgl. Brechung, S. 375). Vgl. Ernst Heinrich und Eduard Wilhelm Weber, Wellenlehre, auf Experimente gegründet (Lpz. 1825); Emy, Bewegung der Wellen (deutsch von Wiesenfeld, Wien 1839).

^[Abb.: Fig. 3. Erklärung der Brechung.]

Wellenbrecher (Wasserbrecher), s. Hafen.

Wellendolomit und Wellenkalk, s. Triasformation, S. 828.

Wellenförmiger Schnitt, in der Heraldik, s. Heroldsfiguren.

Wellenfurchen (engl. Ripple-marks), Produkte der Wellenbewegung des Wassers, in welchem sich die Sedimentärgesteine abgesetzt haben. Namentlich die Schichtenoberflächen gewisser Sandsteine zeigen oft ganze Wellensysteme mit Interferenzen etc., so besonders häufig Buntsandstein und Liassandstein. Andre wellenartige Strukturen der Schichtenoberfläche (z. B. des Wellenkalks) sind Eintrocknungsformen.

Wellenkröpfung, s. Kurbel.

Wellenpapagei, s. Papageien, S. 668.

Wellentheorie (Undulationstheorie), s. Licht.

Wellentreter, Treumund, Pseudonym, s. Heinroth.

Wellesley (spr. uellesli), Provinz, s. Pinang.

Wellesley (spr. uellesli), berühmte engl. Familie, die von den Colleys oder Cowleys von Rutland abstammt, welche unter Heinrich VIII. nach Irland auswanderten. Richard Colley wurde 1728 von seinem Vetter Garrett Wesley oder W. zum Erben eingesetzt unter der Bedingung, daß er seinen Namen und sein Wappen annehme. 1746 von Georg II. zum irischen Peer mit dem Titel Baron Mornington erhoben, starb er 31. Jan. 1758. Sein Sohn Garrett Colley-W., geb. 19. Juli 1735, wurde 1760 zum Viscount W. und Grafen Mornington erhoben. Er starb 22. Mai 1781 und hinterließ fünf Söhne, von denen der dritte der nachherige Herzog von Wellington (s. d.) war. Der älteste, Richard Cowley, geb. 20. Juni 1760 zu Dublin, erbte nach Vollendung seiner Studien 1781 Güter und Titel seines Vaters, ward bald darauf von Windsor in das britische Unterhaus gewählt und von Georg III. zum Lord der Schatzkammer, dann zum Kommissar für die ostindischen Angelegenheiten, endlich 1797 zum Baron W. in England und zum Generalgouverneur von Ostindien ernannt. Als hier 1799 das für die englische Herrschaft äußerst gefährliche Bündnis zwischen Tippu Sahib, Radscha von Maissur, und den Franzosen geschlossen worden war, hinderte W. die Vereinigung der Verbündeten, kam den Angriffen Tippu Sahibs zuvor, schlug ihn 4. und 6. März in zwei Schlachten, nahm 4. Mai seine Hauptstadt Seringapatam und unterwarf ganz Maissur der britischen Herrschaft, wofür ihn der König zum Marquis W. in Irland ernannte. 1803 eröffnete er einen Feldzug gegen die Marathen, nahm Dehli, brachte den Großmogul in die Gewalt der Engländer und zwang den Feinden einen vorteilhaften Frieden auf. 1805 ward er durch Cornwallis ersetzt. Anfang 1809 ging er als britischer Botschafter bei der Zentraljunta nach Spanien, übernahm Ende d. J. bis 1812 das Departement des Auswärtigen und betrieb namentlich die Sache Spaniens. Wiewohl für einen Tory geltend, schlug er doch in der Session von 1812 die Aufhebung der Gesetze gegen die Katholiken vor. Von 1821 bis 1828 und wieder von 1833 bis 1834 Lord-Lieutenant von Irland, verband er mit Energie große Mäßigung. Er starb 26. Sept. 1842 in Kingston House bei Brompton. Vgl. Pearce, Memoirs and correspondence of Richard Marquis W. (Lond. 1845, 3 Bde.). Wellesleys zweiter Bruder, William W.-Pole, geb. 20. Mai 1763, diente in der Marine, trat dann ins irische und später ins englische Unterhaus und war 1809-12 seines Bruders Arthur Nachfolger als Staatssekretär von Irland, ward dann Münzmeister, 1821 zum Baron Maryborough und Peer von England erhoben, 1828 Oberjägermeister und war von 1834 bis 1835 Generalpostmeister. Er starb 22. Febr. 1845. Sein Sohn William Pole-Tylney-Long-W., Graf von Mornington, geb. 22. Juni 1788, machte sich durch die maßlose Verschwendung bekannt, durch die er das ungeheure Vermögen seiner ersten Frau, der reichsten Erbin in England, in kurzer Zeit durchbrachte. Er starb 1. Juli 1857 in London. Sein Sohn William Arthur W., geb. 7. Okt. 1813, gest. 25. Juli 1863, erbte den Titel eines Grafen von Mornington, welcher nach seinem Tod an den Herzog von Wellington fiel. Der vierte Bruder Richards, Gerard Valerian W., geb. 7. Dez. 1770, starb 21. Okt. 1848 in Durham als Kanonikus von Durham, Rektor von Bishop-Wearmouth und Kaplan der Königin. Der jüngste der Brüder, Henry W., wurde 1828 Baron Cowley (s. d. 2).

Wellesleyinseln (spr. uellesli-) Inselgruppe in der Tiefe des Golfs von Carpentaria, zu Queensland gehörig, bestehend aus der großen Insel Mornington, der Bentinckinsel, Sweersinsel und mehreren kleinen.