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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Whittlesea; Whitworth; Whongshy; Whydah; Whymper; Wiarda

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Whittlesea - Wiarda.

erwarb sich aber frühzeitig durch Veröffentlichung einzelner Gedichte einen Ruf und wurde so auf die Bahnen der Journalistik gelenkt. Unter anderm redigierte er mehrere Jahre den »Pennsylvanian Freeman«, eine die Abschaffung der Sklaverei befürwortende Zeitschrift, und zog sich 1840 nach Amesbury zurück, wo er seitdem ein stilles, nur seinen Studien gewidmetes Leben führte. W. veröffentlichte zahlreiche Gedichtsammlungen, als: »Ballads« (1838); »Lays of my home« (1843); »The voices of freedom« (1849); »Songs of labour« (1850); »The chapel of the hermits« (1853); »The Panorama, and other poems« (1856); »Home ballads« (1860); »In war-time« (1863); »National lyrics« (1865); »Snow-Bound« (1866; deutsch von Knortz, 1879); »The tent on the beach« (1867); »Among the hills« (1868); »Ballads of New England« (1869); »The Pennsylvania pilgrim« (1872); »John Underhill« (1873); »Hazel Blossoms« (1874); »The vision of Echard« (1878); »The king's missive, and other poems« (1881); »Poems of nature« (1885); »St. Gregory's guest« (1886) u. a. Auch mehrere Gesamtausgaben seiner Werke erschienen (zuletzt 1889, 7 Bde.). Seine »Prose works«, unter denen wir die »Legends of New England« (1831) und »The supernaturalism in New England« (1847), »Leaves from Margaret Smith's journal«, Schilderungen aus der frühern Zeit Neuenglands (1849), und »Old portraits and modern sketches« (1850) namhaft machen, erschienen 1866 in 2 Bänden. W. ist in seinen Dichtungen den mehr kosmopolitischen Dichtern Longfellow und Lowell gegenüber ein echter Amerikaner. Obschon eine energische, oft leidenschaftliche Sprache seine Poesien charakterisiert, begegnet man in ihnen doch auch den zartesten und anmutigsten Bildern und Klängen voll melodischer Weichheit; namentlich gehört sein Winteridyll »Snow-Bound« zu den lieblichsten Dichtungen, welche Amerika bis jetzt geliefert hat. Seine Biographie schrieben Underwood (neue Ausg., Lond. 1883) und W. S. Kennedy (Boston 1882).

Whittlesea (spr. uittl-ssih), Stadt in Cambridgeshire (England), auf einer Anhöhe in den Fens (s. d.), 8 km von Peterborough, mit starkem Obstbau, Produktenhandel und (1881) 3681 Einw.

Whitworth, Fabrikstadt in Lancashire (England), 5 km nördlich von Rochdale, mit (1881) 10,101 Einw.

Whitworth, Sir Joseph, Mechaniker, geb. 1803 zu Stockport, arbeitete seit seinem 14. Lebensjahr in einer Baumwollspinnerei, dann in Maschinenfabriken in Manchester und London und gründete 1833 eine kleine Werkzeug- und Werkzeugmaschinenfabrik in Manchester. Dieselbe erlangte bald durch ihre Leistungen, namentlich durch die bekannten Präzisionsinstrumente und durch das nach dem Erfinder benannte, gegenwärtig die ganze Technik beherrschende Gewindesystem, einen großen Ruf und im Lauf der Zeit eine solche Ausdehnung, daß ihr Wert nach 44 Jahren auf 5 Mill. Mk. angegeben wurde. Nach dem Krimkrieg trat W. mit neuen Geschützen hervor und erwarb sich große Verdienste durch die Feststellung der Beziehungen zwischen Drall und Geschoßlänge. Seine Vorderlader aus Homogeneisen waren auf Spielraumführung gegründet, hatten sehr einfache Geschosse, ergaben große Geschoßgeschwindigkeiten, besaßen aber auch alle Mängel der Spielraumgeschütze und unterlagen den Armstrongschen Hinterladern. Auch in der Stahlfabrikation leistete W. Hervorragendes und wandte unter anderm zuerst die Kompression bei flüssigem Stahl an. 1868 stiftete er ein Kapital von 100,000 Pfd. Sterl. zur Beförderung der technischen Bildung in England. Er wurde 1869 in den Baronetsstand erhoben und starb 22. Jan. 1887 in Monte Carlo. Er schrieb: »Miscellaneous papers on mechanical subjects« (1858); »Papers on practical subjects: guns and steel« (1873).

Whongshy (Wongshy), s. Gardenia.

Whydah (Weida), der Hafenplatz des westafrikan. Staats Dahomé an der Küste von Oberguinea, war früher die Hauptstadt eines eignen gleichnamigen Reichs und bis in neuere Zeit einer der bedeutendsten Sklavenmärkte, ist jetzt Hauptstapelplatz für Palmöl und Palmkerne, besitzt eine französische Missionsstation, ein portugiesisches Fort (Ajuda) mit kleiner Besatzung und hat 20,000 Einw. Die Warenlager der europäischen Firmen liegen an der Meeresküste, die Stadt selber aber 3½ km weiter im Land. Sie ist berühmt durch ihren Schlangenkultus. Ein im August 1885 zwischen Portugal und Dahomé abgeschlossener Protektoratsvertrag wurde Ende 1887 rückgängig gemacht, da sich die Abschaffung der Menschenopfer in Dahomé nicht erzwingen ließ. W. ist Sitz eines deutschen Konsuls.

Whymper (spr. uim-), 1) Frederick, engl. Reisender, geb. 20. Juli 1838 zu London, begleitete 1864 als Zeichner die Vancouver-Expedition, nahm 1865 bis 1867 an der amerikanischen (Kabel-) Expedition nach Alaska und Sibirien teil, wobei er besonders den Jukon erforschte, und lebte dann als Korrespondent verschiedener Zeitungen in Nordamerika, namentlich in Kalifornien. Er schrieb: »Travel and adventure in the territory of Alasca« (1868; deutsch, Braunschw. 1869); »Heroes of the Arctic« (4. Aufl. 1881); »The sea stirring story of adventure, peril etc.« (1878-80, 4 Bde.); »Fisheries of the world«.

2) Edward, engl. Bergsteiger, Bruder des vorigen, geb. 27. April 1840 zu London, ward als Holzschneider ausgebildet, zeigte früh eine große Neigung zum Bergsteigen und erklomm 1861 den Mont Pelvoux in Frankreich, der damals für den höchsten Berg des Landes galt und bis dahin allen Anstrengungen der mutigsten Bergfahrer und Führer getrotzt hatte. Darauf in den Londoner Alpenklub aufgenommen, erstieg W. 1861-65 eine weitere Reihe von Alpengipfeln, die man bisher für unersteiglich angesehen hatte. Diese Expeditionen gipfelten 1865 in der verhängnisvollen Besteigung des Matterhorns (s. d.), welche seinen Gefährten Hudson, Hadow und Douglas, nebst einem Führer, das Leben kostete. Eine Beschreibung seiner Alpenreisen veröffentlichte W. selbst 1871 unter dem Titel: »Scrambles amongst the Alps in the years 1860-69« (Lond. 1871; deutsch, Braunschw. 1872; neue Ausg. u. d. T.: »The ascent of the Matterhorn«, 1880). 1867 unternahm W. eine Reise nach dem nordwestlichen Grönland und brachte eine reiche Sammlung fossiler Pflanzen heim, welche das ehemalige Vorhandensein einer üppigen Vegetation unter jenen hohen Breitengraden bezeugten und von Oswald Heer 1869 in den »Transactions« der Royal Society beschrieben wurden. Im Mai 1872 trat er, wohl ausgerüstet, von Kopenhagen aus eine zweite Expedition nach Grönland an, um sich dann 1879 an die Besteigung der Riesenberge in den Kordilleren zu machen. Es gelang ihm nicht nur, den Gipfel des Chimborazo zweimal (Januar und Juli 1880) zu erklimmen, sondern auch den Corazon, Sincholagua, Cotopaxi und Antisana.

Wiarda, Tilemann Dothias, fries. Geschichtschreiber, geb. 18. Okt. 1746 zu Emden, studierte in Duisburg und Halle die Rechte, wurde 1770 Justizkommissar zu Aurich, 1781 Sekretär der ostfriesischen