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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Wilhelm

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Wilhelm (Meister W.) - Wilhelm (Zuname).

mittelte er die Vereinigung des Nordheers mit Blücher. Später führte er die 8. Brigade des Yorkschen Armeekorps über den Rhein und zeichnete sich bei Château-Thierry, Laon und vor Paris durch Tapferkeit und Feldherrngeschick aus. Nach dem Pariser Frieden begleitete der Prinz den König nach London und wohnte dann den Verhandlungen des Wiener Kongresses bei. 1815 kommandierte er die Reservekavallerie des 4. Armeekorps. Seit dem zweiten Pariser Frieden lebte er teils in Paris, teils auf seinem Schloß Fischbach bei Schmiedeberg in Schlesien. 1824 bis 1829 war er Gouverneur der Bundesfestung Mainz, 1830-31 Generalgouverneur der Rheinprovinz und Westfalens. Im März 1834 wurde er zum General der Kavallerie und wieder zum Gouverneur der Bundesfestung Mainz ernannt. Nach dem Tod seiner Gemahlin Maria Anna, Tochter der Landgrafen Friedrich Ludwig von Hessen-Homburg (14. April 1846; vgl. ihre Biographie von Baur, Hamb. 1885), zog er sich ganz auf sein Gut Fischbach zurück. Er starb 28. Sept. 1851 in Berlin. Von seinen Kindern wuchsen heran die Söhne Adalbert (s. d. 4) und Waldemar (s. d. 6) und die Töchter Elisabeth, geb. 18. Juni 1815, seit 1836 Witwe des Prinzen Karl Wilhelm Ludwig von Hessen und bei Rhein, Mutter des Großherzogs Ludwig IV., und Maria, geb. 15. Okt. 1825, gest. 17. Mai 1889 als Witwe des Königs Maximilian II. von Bayern.

W. I. und II., Könige von Preußen, deutsche Kaiser, s. oben 2) und 3).

[Württemberg.] 31) W. I., König von Württemberg, geb. 27. Sept. 1781 zu Lüben in Schlesien, wo sein Vater, der nachmalige König Friedrich I. von Württemberg, als preußischer Generalmajor in Garnison stand, trat 1800 als Freiwilliger in das österreichische Armeekorps unter dem Erzherzog Johann und focht mit Auszeichnung in der Schlacht von Hohenlinden, bereiste dann 1803 Frankreich und Italien und lebte von 1806 bis 1812 als Kronprinz zurückgezogen zu Stuttgart. 1808 vermählte er sich mit der Prinzessin Karoline Auguste von Bayern; doch wurde die Ehe 1814 wieder getrennt, worauf jene Gemahlin des Kaisers Franz von Österreich wurde. Als 1812 Napoleon I. den Krieg gegen Rußland begann, trat der Kronprinz an die Spitze des württembergischen Kontingents, mußte aber, gefährlich erkrankt, in Wilna zurückbleiben. Beim Einfall in Frankreich 1814 übernahm der Kronprinz das Kommando des 7. Armeekorps, bestehend aus dem württembergischen Kontingent und mehreren österreichischen und russischen Regimentern. Er bekundete ein ausgezeichnetes Feldherrntalent, wirkte vorzüglich zu der blutigen Entscheidung bei La Rothière mit, wurde aber 18. Febr. bei Montereau zurückgeschlagen. Auch im Feldzug von 1815 führte er ein Kommando im Elsaß. 1816 vermählte er sich mit der Großfürstin Katharina Paulowna, Witwe des Prinzen Peter von Holstein-Oldenburg, welche 1819 starb. Durch das Ableben seines Vaters 30. Okt. 1816 auf den Thron berufen, erließ W. eine Amnestie, erleichterte die Lasten des Volkes, beschränkte vor allem den Aufwand des Hofs und gab 1819 dem Land eine Verfassung. Er widmete sich der Regierung des Landes, besonders der Hebung der Landwirtschaft und Pferdezucht, mit Eifer und Wohlwollen, war auch weder kirchlich noch politisch reaktionär gesinnt und stolz auf seinen deutsch-nationalen Patriotismus. Dennoch behauptete sich im wesentlichen die engherzige, kleinliche Büreaukratie der Rheinbundszeit in der Herrschaft, und seine deutsch-nationale Gesinnung verwandelte sich allmählich in Haß gegen Preußen, welcher sich besonders 1849-50 auf heftige Weise äußerte, weswegen er in den letzten Jahren seiner Regierung in der auswärtigen Politik ganz dem Interesse Österreichs diente und im Innern reaktionär regierte. Er starb 25. Juni 1864 auf dem Schloß Rosenstein. Ihm folgte König Karl, der Sohn seiner dritten Gemahlin (seit 15. April 1820), Pauline von Württemberg (geb. 4. Sept. 1800, gest. 10. März 1873). Vgl. Nick, W. I. und seine Regierung (Stuttg. 1864); »Das Kommando des Kronprinzen von Württemberg 1814-15.« Vom württembergischen Generalquartiermeisterstab (das. 1841).

32) W. Karl Paul Heinrich Friedrich, Prinz von Württemberg, geb. 25. Febr. 1848, Sohn des Prinzen Friedrich von Württemberg (geb. 21. Febr. 1808, gest. 9. Mai 1870) und einer Tochter des Königs Wilhelm, bezog 1865 die Universität Tübingen, dann Göttingen, trat 1869 in die preußische Armee, wohnte dem Kriege gegen Frankreich im Hauptquartier des Königs von Preußen bei, erhielt den Oberbefehl über das Gardehusarenregiment, ging 1876 als Generalmajor in das württembergische Korps über, legte aber 1884 sein Kommando nieder. Er vermählte sich 1877 mit der Prinzessin Marie von Waldeck und nach deren Tod (1882) 1886 mit der Prinzessin Charlotte von Schaumburg-Lippe. Er ist bei der Kinderlosigkeit des Königs Karl der mutmaßliche Thronerbe von Württemberg.

33) W. Nikolaus, Herzog von Württemberg, Österreich. General, geb. 20. Juli 1828 zu Karlsruhe in Schlesien, Sohn des Herzogs Eugen (gest. 1857), ward in Breslau und Genf erzogen, trat erst in die preußische, 1847 in die österreichische Armee, zeichnete sich 1848-49 unter Radetzky in Italien so aus, daß er zum Hauptmann befördert wurde, ward bei Novara schwer verwundet, kämpfte 1859 bei Magenta und Solferino als Oberst an der Spitze des 27. Infanterieregiments, befehligte 1864 als Generalmajor eine Brigade in Schleswig Holstein, wo er bei Översee sich hervorthat, 1866 eine Brigade des 2. Korps in Böhmen, ward 1869 Feldmarschallleutnant, Militärkommandant in Triest und Befehlshaber der 7. Truppendivision, rückte 1878 mit derselben in Bosnien ein, siegte bei Jaicze über die Aufständischen und ward zum Feldzeugmeister und Kommandeur des 13. Armeekorps, 18. Nov. zum Kommandierenden und Chef der Verwaltung in Bosnien und der Herzegowina, 1881 zum kommandierenden General in Lemberg ernannt. 1889 wurde er nach Graz versetzt.

Wilhelm, Meister, ein in der Zeit von 1370 bis 1390 in städtischen Urkunden erwähnter Maler in Köln, welcher als das Haupt der ältern niederrheinischen oder Kölner Malerschule angesehen wird, von dem aber keine Werke mit Sicherheit nachzuweisen sind. Sein Name gilt als Sammelbegriff für eine Reihe von Altarbildern aus dem Ende des 14. Jahrh., deren Haupteigenschaften inbrünstige Frömmigkeit und zarte Anmut, besonders in der Charakteristik der weiblichen Figuren, sind, deren Formenbildung sich aber dem damals herrschenden gotischen Stil anschließt. Bilder dieser Art finden sich im Museum und in verschiedenen Kirchen Kölns, in München, Nürnberg, Frankfurt a. M., Berlin u. a. O.

Wilhelm, Karl, Komponist des Liedes »Die Wacht am Rhein«, geb. 5. Sept. 1815 zu Schmalkalden als Sohn des dortigen Organisten, genoß den Unterricht von Al. Schmitt und André in Frankfurt sowie von Spohr in Kassel, wirkte 1840-65 als Direktor der