Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Wilhelmsburg; Wilhelmsdorf; Wilhelmshaven; Wilhelmshöhe

646

Wilhelmsburg - Wilhelmshöhe.

Aschaffenburg der Hessischen Ludwigsbahn, zum Dorf Wachenbuchen gehörig, hat ein Schloß, prächtige Kurhäuser und eine erdig-muriatische Eisenquelle, welche gegen Anämie, Menstruationsstörungen und Tuberkulose gebraucht wird. - 2) Solbad, s. Aschersleben.

Wilhelmsburg, Dorf im preuß. Regierungsbezirk Lüneburg, Landkreis Harburg, auf einer Elbinsel zwischen Hamburg und Harburg, hat eine evang. Kirche, Gemüsebau, Viehzucht, Fischerei, chemische Fabriken, Schiffswerften und (1885) 5048 Einw.

Wilhelmsdorf, 1) Dorf im württemberg. Donaukreis, Oberamt Ravensburg, wurde 1824 als Kolonie der Kornthaler Brüdergemeinde gegründet, hat eine evang. Kirche, Bildungsanstalten für normalbefähigte und schwachsinnige sowie ein Asyl für bildungsunfähige taubstumme Kinder, ein Töchter- und ein Knabeninstitut, eine Erziehungsanstalt für Missionärskinder, eine Rettungsanstalt, Torfgräberei und 630 Einw. - 2) Arbeiterkolonie im preuß. Regierungsbezirk Minden, Kreis Wiedenbrück, zur Bauerschaft Sende gehörig, 1882 vom Pastor v. Bodelschwingh gegründet und Muster der übrigen deutschen Arbeiterkolonien, hat eine evang. Kapelle und nahm 1888: 443 Kolonisten auf, die meist mit Landwirtschaft beschäftigt wurden. Dabei ein Asyl für Trinker, eine Anstalt für Epileptische (Bethel) und ein Institut für Blödsinnige. Vgl. v. Bodelschwingh, Die Arbeiterkolonie W. (Bielef. 1882); Siebold, Geschichte und Beschreibung der Anstalten Bethel etc. (das. 1889).

Wilhelmshaven, Stadt im preuß. Regierungsbezirk Aurich, Kreis Wittmund, am Jadebusen (s. Jade), ganz von oldenburgischem Gebiet umschlossen, an der Linie Oldenburg-W. der Preußischen Staatsbahn, hat eine evangelische und eine kath. Kirche, ein Gymnasium, ein Amtsgericht, ein Stationsgericht, ein Seebad und (1885) 13,972 Einw. W. ist deutscher Kriegshafen, als solcher Garnison der 2. Matrosendivision, der 2. Werftdivision, eines Halbbataillons des Seebataillons, einer Torpedoabteilung und der 2. Matrosen-Artillerieabteilung, hat das Kommando und die Intendantur der Marinestation der Nordsee, die 2. Marineinspektion, ein Lazarett, ein Laboratorium, ein Observatorium, eine Signalstation, eine kaiserliche Werft mit Trockendocks, Hellingen und großen Schwimmdocks, großartigen Maschinenbauwerkstätten, Kesselhäusern, Dampfhammerschmieden, Gießereien etc. S. beifolgenden Plan.

^[Abb.: Situationsplan von Wilhelmshaven.]

Wilhelmshöhe, Schloß mit Parkanlagen und berühmten Wasserkünsten am Ostabhang des Habichtswaldes, 4 km westlich von Kassel und mit diesem durch eine Straßeneisenbahn verbunden, Knotenpunkt der Linien Kassel-Frankfurt a. M., Kassel-Waldkappel und Kassel-Neudietendorf der Preußischen Staatsbahn, besteht aus einem großen, kuppelgekrönten, 69 m langen Mittelbau mit einem von sechs ionischen Säulen getragenen Portikus, zwei 54 m langen Nebenflügeln und wurde 1787-98 unter Leitung du Rys und Jussows erbaut. Ehemals stand hier das in der ersten Hälfte des 12. Jahrh. gestiftete Augustinerkloster Weißenstein, welches 1527 säkularisiert und dann als Absteigequartier bei fürstlichen Jagden benutzt wurde. Später erbaute hier Landgraf Moritz ein Lustschloß, das jedoch im Dreißigjährigen Krieg der Zerstörung anheimfiel. Mit Benutzung der hier durch die Natur so reichlich gebotenen Mittel ließ Landgraf Karl 1701 durch den italienischen Baumeister Guernieri die Bauten beginnen, wie sie jetzt noch bestehen. Zuerst entstand auf der Höhe des Karlsbergs das Riesenschloß (Oktogon), ein achteckiger Bau, aus drei übereinander gebauten, 91 m im Durchmesser haltenden Bogen-^[folgende Seite]