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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Williamsburg; Williamson; Williamsons Blau; Williamsport; Williamstown; Willibrord

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Williamsburg - Willibrord.

2 Bde.); »Poem on the bill for regulating the slave-trade« (1788); der Roman »Julia« (1790, 2 Bde.) und noch mehrere Serien von Briefen, wie »Letters on the political state of France« (1795-96, 4 Bde.), »Sketches of the state of manners and opinions in the French republic etc.« (1801, 2 Bde.) etc.

2) Sir William Fenwick, brit. General, geb. 4. Dez. 1801 zu Halifax in Neuschottland, erzogen auf der Militärakademie zu Woolwich, trat 1825 in die englische Artillerie und ward 1840 Kapitän. Bis 1843 ward er dann in der Türkei verwendet und 1847 als britischer Kommissar nach Erzerum geschickt, um an den Friedensverhandlungen zwischen den persischen und türkischen Bevollmächtigten sowie an der Regulierung der neuen Grenze teilzunehmen. 1854 ward er, inzwischen zum Obersten befördert, der türkischen Armee als britischer Kommissar zugeteilt und noch in demselben Jahr unter Erhebung zum Generalmajor nach Kleinasien kommandiert, um den Niederlagen der Türken daselbst zu steuern. Nachdem er zunächst die Befestigung Erzerums geleitet hatte, erwarb er sich große Verdienste in Kars, wo er, von den Türken zum Ferik (Divisionsgeneral) ernannt und dem türkischen Kommandanten Wassif Pascha zur Seite gestellt, die Seele der Verteidigung gegen die Russen ward. Als Kars 29. Nov. 1855 kapitulieren mußte, wurde W. als Kriegsgefangener nach Rußland gebracht und kehrte erst nach dem Frieden nach England zurück. Der Sultan erhob ihn hierauf zum Muschir und die Königin zum Baronet W. von Kars. Das Parlament verlieh ihm eine Pension von 1000 Pfd. Sterl. Er wurde darauf Gouverneur von Woolwich und gehörte 1856-59 dem Unterhaus an. 1859 wurde er Befehlshaber der Artillerie von Kanada, war 1865-69 stellvertretender Gouverneur von Neuschottland und 1870-76 Gouverneur von Gibraltar. Seit 1868 wirklicher General, trat W. 1877 in den Ruhestand und starb 26. Juli 1883 in London.

3) Sir Monier, engl. Sanskritist, geb. 12. Nov. 1819 zu Bombay in Indien, Sohn des Oberstleutnants Monier W. (damals Generalaufsehers der Präsidentschaft Bombay), studierte am King's College zu London, dann zu Oxford und wurde 1844 zum Professor des Persischen, des Hindustani und des Sanskrit am East India College zu Haileybury in England ernannt. Seit 1860 bekleidet er an Wilsons Stelle die Professur für Sanskrit an der Universität zu Oxford. Wiederholt bereiste er Indien, gründete das Indian Institute in Oxford und wurde 1886 in den Ritterstand erhoben. Er veröffentlichte: »Practical grammar of the Sanskrit language« (1846, 4. Aufl. 1877); eine Ausgabe des Sanskritdramas »Vikramorvasî« (1849) und eine der »Sakuntalâ« (1853) nebst freier Übersetzung des Gedichts (1855, 4. Aufl. 1872); »English and Sanskrit dictionary« (1851, 1872); »Rudiments of Hindustani, with an explanation of the Persi-Arabic alphabet« (1858); »Introduction to the study of Hindustani« (1859); »Hindustani primer« (1859); eine (romanisierte) Ausgabe des Hindustanitextes »Bá h o Bahár« (1859); »Original papers illustrating the history of the application of the Roman alphabet to the languages of India« (1859); »Story of Nala« (mit Vokabular und Milmans Übersetzung, 1860, neue Ausg. 1879); »Indian epic poetry: substance of lectures« (1863); »A Sanskrit manual« (2. Aufl. 1868); »Indian wisdom« (3. Aufl. 1876); »Modern India and the Indians« (4. Aufl. 1887); »Brahmanism and Hinduism; religious thought and life in India« (3. Aufl. 1887); »Buddhism« (1889).

Williamsburg, 1) Stadt im nordamerikan. Staat Virginia, Hauptstadt der Grafschaft James, südöstlich von Richmond, 1632 erbaut, war bis zum Ausbruch der Revolution Sitz der königlichen Kolonialregierung und dann bis 1779 Hauptstadt von Virginia, ist jetzt noch der Sitz des 1693 gegründeten William and Mary's College, hat eine Irrenanstalt, aber nur noch (1880) 1480 Einw. Hier 5. Mai 1862 Sieg der Unionstruppen unter Mac Clellan über die Konföderierten. - 2) Stadtteil von Brooklyn (s. d.).

Williamson, Alexander, Chemiker, geb. 1. Mai 1824 zu Wandsworth bei London, studierte in Wiesbaden, Heidelberg, Gießen und Paris und erhielt 1848 den Lehrstuhl für Chemie am University College in London. Auch wurde er Sekretär der Royal Society. Nur wenige Chemiker haben einen so großen Einfluß auf das wissenschaftliche Denken ausgeübt wie W. 1870 gab er die Erklärung der Ätherbildung, stellte die wahre Molekularformel des Äthers fest und entdeckte die Klasse der gemischten Äther. Die Typentheorie erhielt durch W. eine tiefere und philosophischere Ausbildung. Er erläuterte den Begriff des Radikals und zeigte, daß gewisse Radikale zwei und mehrere Wasserstoffatome zu ersetzen im stande seien. Seine theoretischen Ansichten sind vornehmlich niedergelegt in »Suggestions for the dynamics of chemistry derived from the theory of etherification«, in »On the constitution of salts« u. a. Alle diese Arbeiten dienten wesentlich zur Heranbildung der neuern Lehren über die chemische Konstitution der Körper. In seiner Arbeit »On chemical nomenclature and notation« machte er darauf aufmerksam, daß die gebräuchlichen chemischen Formeln die Angabe der Kraftgröße vermissen lassen, mit welcher die Elemente sich zu Verbindungen vereinigen. Er empfahl die Ausführung thermochemischer Bestimmungen, damit in den Formeln ausgedrückt werden könne, wieviel weniger Wärme in einem Molekül einer Verbindung enthalten sei als in den dieses Molekül bildenden Elementen in unverbundenem Zustand. W. entdeckte auch mehrere organische Verbindungen und bearbeitete praktische Fragen, z. B. die Nutzbarmachung der Abfallstoffe großer Städte.

Williamsons Blau, s. Berliner Blau.

Williamsport, Stadt im nordamerikan. Staat Pennsylvanien, Hauptort der Grafschaft Lycoming, am westlichen Arm des Susquehanna, hat großartige Sägemühlen, Möbelfabriken, Brüche von schwarzem Marmor, lebhaften Handel und (1885) 23,000 Einw.; seiner schönen Umgebung und gesunden Lage wegen ein besuchter Sommeraufenthaltsort.

Williamstown (spr. -taun), Dorf im nordamerikan. Staat Massachusetts, in den Hügeln von Berkshire gelegen, Sitz des 1793 gegründeten William's College, einer der bedeutendsten Unterrichtsanstalten der Union (mit Bibliothek, Observatorium, Laboratorium etc.), mit (1880) 3394 Einw.

Willibrord (Willebrord), geboren um 658 in Northumberland, ward Benediktiner und Schüler Egberts, der ihn 690 mit elf andern Mönchen als Missionär nach Friesland sandte. W. ging zuerst nach Rom, um sich den päpstlichen Segen zu seinem schweren Werk zu holen, das er besonders seit 696, nachdem er in Rom zum Bischof geweiht worden, von Utrecht aus mit großem Erfolg unter den Friesen betrieb. Er starb 7. Nov. 739 in der von ihm gestifteten und reich beschenkten Abtei Echternach (s. Echternach). Sein Leben beschrieb Alberdingk Thijm (Münst. 1863). Vgl. Ebrard, Die iro-schottische Missionskirche (Gütersl. 1873).