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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Wühlechsen; Wühlmaus; Wuhr; Wuhu; Wukari

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Wühlechsen - Wukari.

Opern: »Vineta«, »Stern von Turan«, »Faublas«, »A-ing-fo-hi« und »Die Offiziere der Königin«, ein Violinkonzert, eine in Köln preisgekrönte Symphonie, Variationen und russische Suite für Orchester, die Kantate »Der Wasserneck« sowie zahlreiche Gesänge für eine und mehrere Stimmen. W. wurde 1856 zum königlichen Musikdirektor, 1874 zum Professor, 1887 auch zum Mitglied der Berliner Akademie der Künste ernannt und starb 9. Okt. 1881 in Berlin. - Seine Gattin Franziska, geb. 20. Mai 1829 zu Graudenz als Tochter des Oberlandesgerichtsrats Weimann, bildete sich in Berlin unter Jähns' und Sterns Leitung zur Sängerin aus und fand, nach jahrelangen glänzenden Erfolgen im Konzertsaal, ebenfalls an der Kullakschen Akademie, wo sie seit 1874 die Gesangsklassen leitet, einen ausgedehnten Wirkungskreis. Sie starb 22. Okt. 1888 in Berlin.

Wühlechsen (Scincoidea), Familie aus der Ordnung der Eidechsen, zu welcher Blindschleiche und Skink gehören.

Wühlmaus (Arvicola Lacep.), Säugetiergattung aus der Ordnung der Nagetiere und der Familie der Wühlmäuse (Arvicolina), kleine Tiere mit plumpem Körper, ziemlich breitem Kopf, stumpf abgerundeter Schnauze, wenig oder nicht aus dem Pelz hervortretendem Ohr, im Verhältnis zu denen der eigentlichen Mäuse sehr kurzen Hinterbeinen, die aber doch weit länger als die Vorderbeine sind, und ziemlich dicht behaartem Schwanz, welcher höchstens etwa die Hälfte der Körperlänge erreicht. Die Wühlmäuse leben in Erdröhren oder Erdlöchern und sammeln meist Wintervorräte ein, ohne einen Winterschlaf zu halten. Die Waldwühlmaus (A. [Hypudaeus] glareolus Wagn.), 10 cm lang, mit 4,5 cm langem Schwanz, deutlich aus dem Pelz hervorstehendem Ohr, welches von der Basis des Außenrandes an halbe Kopflänge erreicht, und sechs rundlichen Wülsten auf der hintern Fußsohle, ist oberseits braunrot, nach den Weichen hin heller, mit Grau getrübt, unterseits und an den Füßen scharf abgesetzt weiß, auch der Schwanz ist zweifarbig, nach der Spitze hin länger behaart. Sie findet sich in Ebenen und niedern Berggegenden Mitteleuropas, lebt in Wäldern und an Waldrändern, in Parken etc., klettert an Baumstämmen in die Höhe und nährt sich hauptsächlich von Würmern, Insekten, frißt auch wohl einen Vogel, außerdem aber Getreide und Knollen. Durch Benagen der Rinde junger Pflanzen richtet sie in Schonungen oft sehr großen Schaden an. Auch auf dem Feld wird sie schädlich. Das Weibchen wirft jährlich drei- bis viermal 4-8 Junge in einem meist über dem Boden in Büschen stehenden Neste. Die Wasserratte (Scher-, Reut-, Hamster-, Mollmaus, A. [Paludicola] amphibius Desm.), 14,5-15,5 cm lang, mit 6,5-8,5 cm langem Schwanz, dickem, rundem, kurzem Kopf, nicht aus dem Pelz hervortretenden Ohren, fünf rundlichen Wülsten auf der hintern Fußsohle und ringsum gleichmäßig, ziemlich dicht, kurz und steif behaartem, einfarbigem Schwanz, ist oberseits graubraun oder braunschwarz, nach der Unterseite hin allmählich heller werdend; doch kommen mancherlei Abänderungen in der Farbe vor, und da auch die Lebensweise der Tiere sehr stark abweicht, so ist über die Arteinheit der hierher gehörigen Formen viel gestritten worden. Die Wasserratte findet sich vom Atlantischen bis zum Ochotskischen, vom Weißen bis zum Mittelmeer, in der Ebene und im Gebirge, sie lebt am Wasser in unterirdischen Bauen, welche vom Wasserspiegel aus schräg nach oben ansteigen und in weiten Kessel münden, oder fern vom Wasser (Schermaus) und gräbt sehr lange, ganz flach liegende Gänge nach Maulwurfsart und baut die Kammer in einem der aufgeworfenen größern Hügel. Sie lebt in ihren Bauen paarweise, und ein Paar wohnt gern dicht neben dem andern. Sie läuft nicht sehr schnell, gräbt und schwimmt vortrefflich und richtet großen Schaden an. Ihre Nahrung besteht aus Wurzeln, Getreide, Gemüse, Obst; doch frißt sie auch Insekten, Frösche, Fische, Krebse, Mäuse, Eier. Für den Winter sammelt sie in Vorratsräumen Erbsen, Bohnen, Kartoffeln, Zwiebeln etc. und verläßt dann selten den Bau. Am Wasser durchwühlt sie die Dämme. Das Weibchen wirft drei- bis viermal jährlich in einem meist unterirdischen Nest 2-7 Junge. Am untern Jenissei bildet ihr Pelzwerk einen Handelsartikel. Die Ackermaus (Erdmaus, A. [Agricola] agrestis Selys), 10,5 cm lang, mit 3,5 cm langem Schwanz, wenig aus dem Pelz hervorragendem Ohr und sechs rundlichen Wülsten auf der hintern Fußsohle, ist oberseits dunkel schwärzlich braungrau, nach den Weichen hin heller, unterseits und an den Füßen grauweiß; auch der Schwanz ist zweifarbig. Sie findet sich in wasserreichen Gegenden Nordeuropas in Wäldern, im Gebüsch, an Gräben und auf Dämmen, ist gar nicht scheu, sehr unbeholfen, nährt sich von Wurzeln, Rinden, Früchten, Kerbtieren, baut dicht unter der Erdoberfläche ein rundes Nest und wirft drei- bis viermal im Jahr 4-7 Junge. Die Feldmaus (A. arvalis Selys, s. Tafel »Nagetiere II«), 11 cm lang, mit 3 cm langem Schwanz, etwas über ein Drittel der Kopfeslänge erreichenden, wenig aus dem Pelz hervortretenden Ohren und sechs rundlichen Wülsten auf der hintern Fußsohle, ist oberseits gelblichgrau, an den Seiten heller, an der Unterseite schmutzig rostweißlich, an den Füßen weißlich, der Schwanz ist hellfarbig. Sie findet sich in Mittel- und Nordeuropa und in Westasien, südlich bis Persien, steigt in den Alpen bis 2000 m, bewohnt hauptsächlich Felder und Wiesen, seltener Waldränder und Waldblößen, baut seichte Gänge, überwintert unter Getreidehaufen und in Gebäuden, findet sich in Häusern vorzugsweise im Keller, sammelt große Wintervorräte, besonders Sämereien, wandert bei Hungersnot scharenweise aus über Bergrücken und breite Ströme, läuft, schwimmt und gräbt gut, klettert wenig und ist fast ebensosehr Tag- wie Nachttier. Sie lebt mindestens paarweise, meist gesellig in großen Scharen. Die Nahrung besteht hauptsächlich in Sämereien, Rüben, Kartoffeln, auch frißt sie Gräser, Kräuter, Wurzeln. Sie ist sehr gefräßig und richtet daher großen Schaden an. Das Weibchen wirft in einem 0,5 m unter dem Boden liegenden Nest sechs- bis siebenmal 4-8 Junge, und der erste Wurf ist wahrscheinlich im Herbst schon fortpflanzungsfähig. Durch diese große Fruchtbarkeit ist die Feldmaus schon oft zur Landplage geworden, welche die natürlichen Feinde der Feldmäuse: Füchse, Bussarde, Iltisse, Hermeline und Wiesel, am wirksamsten bekämpfen.

Wuhr, in der Schweiz s. v. w. (Wasser-) Wehr.

Wuhu, Stadt in der chines. Provinz Nganhoei (Anhui), am rechten Ufer des Jantsekiang, seit März 1877 dem fremden Handel geöffnet, ist mit dem Thee und Seide erzeugenden Hinterland durch schiffbare Kanäle verbunden, leidet aber unter Überschwemmungen. Die Einwohnerzahl wird zu 72,000 angegeben, während sie vor der Taipingrevolution über 1 Million betragen haben soll.

Wukari, Hauptstadt des afrikan. Negerreichs Kororofa, südlich vom Binuë, hat 6000 Einw. und ist ein lebhafter Handelsplatz, der 1883 zum erstenmal von Flegel besucht wurde.