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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Zacharias; Zacharĭas; Zachariasiewicz; Zacher; Zachle; Zacken; Zackenschote; Zadok; Zafarani

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Zacharias - Zafarani.

»Biographischen und juristischen Nachlasses« (Stuttg. 1843) seines Vaters und durch mehrere Schriften über das griechisch-römische Recht, wie »Jus graeco-romanum« (Leipz. 1856-84, 7 Tle.) und »Innere Geschichte des griechisch-römischen Rechts« (das. 1856-1864, 3 Abtlgn.; 2. Aufl., Berl. 1877), sowie durch eine Ausgabe der Novellen Justinians (Leipz. 1881, 2 Tle.; Anhang 1884) bekannt gemacht.

3) Heinrich Albert, berühmter Staatsrechtslehrer, geb. 20. Nov. 1806 zu Herbsleben in Sachsen-Gotha, studierte seit 1825 zu Göttingen die Rechte, erwarb daselbst 1829 den juristischen Doktorgrad und trat noch in demselben Jahr als Privatdozent auf. 1835 wurde er außerordentlicher, 1842 ordentlicher Professor der Rechte. An der politischen Bewegung von 1848 beteiligte er sich als Mitglied des Vorparlaments und des Fünfzigerausschusses sowie als Vertrauensmann der hannöverschen Regierung beim Bundestag und als Mitglied der Nationalversammlung. Nach Reaktivierung des Bundestags bekämpfte er in einer Flugschrift (1850) deren Rechtmäßigkeit. Ein Gegner der preußischen Annexionen von 1866, ward er von den Partikularisten im Wahlkreis Göttingen 1866 in den Reichstag des Norddeutschen Bundes gewählt, wo er an den Beratungen über die Bundesverfassung hervorragenden Anteil nahm. Seit 1867 vertrat er die Universität Göttingen im preußischen Herrenhaus. 1861 wurde er zum sachsen-meiningischen Staatsrat ernannt. Er starb auf einer Ferienreise 29. April 1875 in Kannstatt. Seine beiden bedeutendsten Werke sind: »Deutsches Staats- und Bundesrecht« (Götting. 1841-45, 3 Abtlgn.; 3. Aufl. 1865-67, 2 Bde.) und »Handbuch des deutschen Strafprozesses« (das. 1860-68, 2 Bde.). Außerdem sind von ihm hervorzuheben: »Die Lehre vom Versuch der Verbrechen« (Götting. 1836-39, 2 Tle.); »Die deutschen Verfassungsgesetze der Gegenwart« (das. 1855-62); »Das Eigentumsrecht am deutschen Kammergut« (das. 1864); »Zur Frage von der Reichskompetenz gegenüber dem Unfehlbarkeitsdogma« (Braunschw. 1871).

Zacharĭas (Sacharja), Name, welchen im Alten Testament Könige, Priester und Propheten tragen, namentlich auch einer der sogen. zwölf kleinen Propheten, welcher aus der babylonischen Gefangenschaft mit Serubabel zurückkehrte und das Volk zum Tempelbau ermunterte. So in den ersten 8 Kapiteln des nach ihm benannten Buches; die übrigen 6 gehören jedenfalls einem andern Propheten an; der Mehrzahl der Kritiker zufolge stammen die 3 ersten aus der Mitte des 8., die 3 letzten aus dem Ende des 7. vorchristlichen Jahrhunderts. Neuere Kommentare von Bredenkamp (Erlang. 1879), Lowe (Lond. 1882), Alexander (das. 1885) und Lindsay (das. 1885).

Zacharias, Papst von 741 bis 752, ein Grieche von Geburt, erwirkte vom König der Langobarden, Liutprand, die Wiederherausgabe der dem Herzogtum Rom und dem Exarchat entrissenen Länderteile und gab seine Zustimmung zur Beseitigung der Merowinger vom Thron des fränkischen Reichs und zur Erhebung Pippins. Im Bilderstreit stand er auf der Seite der Bilderverehrer. Z. starb 752 und wurde später kanonisiert; sein Tag ist der 15. März. Vgl. Bartolini, Di S. Zaccaria e degli anni del suo pontificato (Regensb. 1879).

Zachariasiewicz (spr. -witsch), Johann, poln. Schriftsteller, geb. 1825 zu Radymno in Ostgalizien, besuchte das Gymnasium zu Przemysl und ward hier 1840 in einen politischen Prozeß verwickelt, welcher 1842 mit seiner Verurteilung zu zweijähriger Haft endete. Er büßte die Strafe auf dem bekannten Spielberg ab, besuchte dann die Universität zu Lemberg und legte seine frühzeitigen Erfahrungen in dem Roman »Ein Abschnitt aus dem Leben unbekannter Leute« (1853) nieder. Nachdem er 1848 die Redaktion der Zeitschrift »Postęp« (»Fortschritt«) übernommen, wurde er von neuem wegen »politischer Umtriebe« angeklagt und zu zweijähriger Kerkerhaft verurteilt, welche er in Theresienstadt abbüßte. Er redigierte dann ein Jahrzehnt lang die Zeitschrift »Dziennik literacki« und wohnt gegenwärtig in seiner Vaterstadt. Aus den Lebensschicksalen dieses Schriftstellers erklärt sich seine Vorliebe für den politischen Tendenzroman. In »Die rote Mütze« und »Der geheime Fonds« schildert er das Spioniersystem und Polizeiwesen; im »Swienty Jur« werden die polnisch-ruthenischen Beziehungen dargestellt; dieser Richtung schließen sich auch »Verdeckte Karten« (1875), »Ein schlechtes Geschäft« (1876), »In den Tiefen und auf den Höhen« (1886), »Nemezis, aus den Notizen eines k. k. Rats« (1887), »Auf der Grenze« und »Das Wappen auf der Börse« (1888) an. Daneben versorgte Z. abwechselnd mit Kraszewski die zahlreichen Warschauer Zeitschriften mit Sitten- und Künstlerromanen, von denen wir »Der gewissenhafte Bewerber« (1875), »Von Gnaden der Frau« (1876), »Das Unrecht« (1877), »Der königliche Stuhl« (1878) etc. hervorheben.

Zacher, Ernst Julius August, Germanist, geb. 15. Febr. 1816 zu Obernigk in Schlesien, studierte zu Breslau Philologie und setzte nach einigen im Ausland zugebrachten Jahren seine Studien in Berlin fort. 1847 übernahm er eine Stelle an der Universitätsbibliothek zu Halle, habilitierte sich daselbst 1854 und erhielt 1856 eine außerordentliche Professur. 1859 als Oberbibliothekar nach Königsberg berufen, kehrte er infolge einer schweren Augenkrankheit, die ihn nötigte, dem Bibliothekdienst zu entsagen, 1863 nach Halle zurück, wo er, zum ordentlichen Professor der deutschen Philologie ernannt, 23. März 1887 starb. Von seinen Werken sind zu nennen: »Das gotische Alphabet Vulfilas' und das Runenalphabet« (Leipz. 1855); »Die Historie von der Pfalzgräfin Genovefa« (Königsb. 1860), worin Z. den Versuch machte, die Sage auf einen Mythus zurückzuführen; »Die deutschen Sprichwörtersammlungen« (Leipz. 1852). Mit der Alexandersage beschäftigt sich seine Schrift »Pseudo-Callisthenes« (Halle 1867); auch veröffentlichte er: »Alexandri Magni iter ad Paradisum« (Königsb. 1859). Mit E. Höpfner gab er seit 1870 die »Zeitschrift für deutsche Philologie« heraus. Vgl. Weinhold, Julius Z. (in der genannten Zeitschrift, Halle 1888; auch Sonderabdruck).

Zachle, gewerbreiche Stadt im asiatisch-türk. Wilajet Schâm (Syrien), in schöner Lage, 945 m hoch am Ostabhang des Libanon, südwestlich von Baalbek, hat eine englische Schule, ein Telegraphenbüreau und 9000 Einw. (überwiegend Maroniten). Z. wurde 1860 von den Drusen hart mitgenommen.

Zacken, Fluß in Schlesien, entspringt auf dem Riesengebirge, bildet mit seinem Thal die Grenze zwischen dem Riesen- und Isergebirge, fließt alsdann durch das westliche Becken des Hirschberger Thals an Warmbrunn vorüber und fällt unterhalb Hirschberg in den Bober. Aus dem Riesengebirge empfängt er die Zackerle und die Kochel, jene mit dem 25 m hohen Zackenfall, diese mit dem 11 m hohen Kochelfall.

Zackenschote, s. Bunias.

Zadok, s. Sadduzäer.

Zafarani, Inseln, s. Chaferinasinseln.