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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Zed.; Zedekia; Zedént; Zeder; Zederikkanal; Zedernöl; Zedieren; Zedlitz

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Zed. - Zedlitz.

rote Holzbock (I. reduvius L., s. Tafel »Spinnentiere«), 5 mm lang, mit größerm Rückenschild, rot, stellenweise weiß bereift, am Hinterkörper dunkel gestreift, findet sich besonders an Schafen, Hunden und Rindern. Die muschelförmige Saumzecke (Argas reflexus Latr.), 5-6 mm lang, mit gerandetem, schildförmigem, auf der Rückenseite mit Wülsten und Muskeleindrücken versehenem Körper, rötlich gelbgrau mit blaßgelben Beinen, in Frankreich, Italien und Deutschland, schmarotzt auf jungen Tauben, welche oft durch diese Plage zu Grunde gerichtet werden, geht aber auch auf Menschen über und veranlaßt durch ihren Stich ein heftiges, oft 8 Tage anhaltendes Jucken, welches sich im Verlauf der Adern verbreitet, auch Entzündungen und Anschwellungen. Die persische Saumzecke (Giftwanze von Miana, A. persicus Fisch.), braunrot mit weißen, runden Grübchen, lebt in Persien und Ägypten in Wohnungen, überfällt nachts die Schlafenden, macht schmerzhafte Wunden und vertreibt bisweilen die Einwohnerschaft ganzer Dörfer.

Zed., bei naturwissenschaftl. Namen Abkürzung für J. G. H. ^[Johann Georg Heinrich] Zeder, geboren zu Lichtenfels, gest. 1803 als Arzt in Bamberg (Eingeweidewürmer).

Zedekia, letzter König des Reichs Juda, dritter Sohn des Josias, hieß eigentlich Matanja, ward nach Wegführung des Königs Jojachin (Jechonja) 597 v. Chr. von Nebukadnezar als König eingesetzt, aber von demselben, da er 588 im Vertrauen auf ägyptische Hilfe versucht hatte, das babylonische Joch abzuschütteln, in Jerusalem eingeschlossen, 586 auf nächtlicher Flucht bei Jericho gefangen, nach Hinrichtung seiner Söhne geblendet und in Ketten nach Babylon geführt, wo er im Kerker endete. Jerusalem wurde zerstört und das Reich Juda vernichtet.

Zedént (Cedent, lat.), der ein Forderungsrecht abtretende Gläubiger, der Abtretende oder Ablassende (s. Zession).

Zeder, Bezeichnung sehr verschiedener Pflanzen. Ursprünglich nur für gewisse Juniperus-Arten und die Libanonzeder (s. Cedrus) gebräuchlich, ist der Name vielfach übertragen worden, und man versteht jetzt unter Barbadoszeder: Juniperus barbadensis, Bastardbarbadoszeder: Cedrela odorata, Bastardzeder: Guayania ulmifolia, auch wohl Cedrela odorata, Bermudazeder: Juniperus bermudiana, Guayanazeder: Icica altissima, Honduraszeder: Cedrela odorata, japanische Z.: Cryptomeria japonica, Goazeder: Cupressus lusitanica, kalifornische Z.: Taxodium distichum, Pricklyzeder: Cyathodes Oxycedrus, rote oder virginische Z.: Juniperus virginiana, weiße Z.: Cupressus thujoides, Taxodium distichum, Icica altissima, spanische Z.: Juniperus oxycedrus und Cedrela odorata. Bei den Griechen bedeutete kedros und kedrís nur »wohlriechendes Holz«, die Libanonzeder hieß Kedros thaumaste, d. h. die wunderbare Z. Das kedros, zu feinern Arbeiten, wohl auch zu Särgen dienend, wurde im Orient wahrscheinlich von Juniperus excelsa oder religiosa, in Nordafrika von Callitris (Thuja) articulata, in Ägypten vielleicht auch von Juniperus procera gewonnen. Das »Zedernholz« aus Gräbern des Heiligen Landes stammt sicher von keiner Konifere, es sei denn Juniperus phoenicea, ab. Das berühmte Zedernholz der Römer lieferte Callitris articulata. Über Himalajazeder s. Cedrus. Im Handel unterscheidet man gegenwärtig weißes Zedernholz von Juniperus oxycedrus, Cupressus thujoides, Thuja occidentalis (kanadisches Zedernholz) und Taxodium distichum und rotes Zedernholz (besonders für Bleistifte) von Juniperus virginiana und bermudiana. Das Cubazedernholz, Zuckerkistenholz stammt von Cedrela odorata.

Zederikkanal, Teil der Keulschen Vaart, eines Kanals, der Amsterdam mit Lek, Merwede und Rhein verbindet. Der Z. selbst verbindet Vianen am Lek vermittelst der Linge mit Gorinchem (Gorkum) an der Merwede, 23 km lang.

Zedernöl, ätherisches Öl, welches aus dem Holz der Zeder (Cedrus libanotica) durch Destillation mit Wasser gewonnen wird, kommt selten im Handel vor und wird meist ersetzt durch das auf gleiche Weise erhaltene ätherische Öl der virginischen Zeder (Juniperus virginiana), welches man aus den bei der Bleistiftfabrikation abfallenden Holzspänen destilliert (Ausbeute 2 Proz.). Dies Öl bildet bei 27° eine weißliche oder rötliche Kristallmasse, riecht dem echten Z. sehr ähnlich und gibt in Alkohol gelöst mit einem Zusatz von Rosenessenz das beliebte Parfüm Libanon-Zeder. Man benutzt es auch zum Parfümieren billiger inländischer gebeizter Hölzer, die auf Zigarrenkisten verarbeitet werden. Ein weingeistiger Auszug der Späne, welcher außer dem Öl noch roten Farbstoff enthält, ist als Zederntinktur im Handel, dient zu Zahntinkturen und ist Hauptbestandteil des französischen Eau Botot.

Zedieren (cedieren, lat.), weichen, einem etwas abtreten, überlassen, namentlich ein Forderungsrecht; s. Zession.

Zedlitz, 1) Karl Abraham, Freiherr von, preuß. Minister, geb. 4. Jan. 1731 zu Schwarzwalde bei Landeshut in Schlesien, trat 1755 als Kammergerichtsreferendar in den Staatsdienst, ward 1759 Oberamtsregierungsrat in Breslau, 1764 Präsident der Regierung daselbst und 1770 Geheimer Staats- und Justizminister und erhielt 1771 neben dem Kriminaldepartement das ganze geistliche Departement in Kirchen- und Schulsachen. Er bekleidete also die Stelle eines Kultus- und Unterrichtsministers. Ein Anhänger der Kantschen Philosophie, ließ er sich die Pflege des Volksschulwesens besonders angelegen sein und beförderte auch auf den höhern Schulen und Universitäten eine freie Geistesrichtung. Als Friedrich II. während des Arnoldschen Prozesses 1779 von ihm die Bestrafung der beteiligten Kammergerichtsräte verlangte, weigerte sich Z. entschieden und zog sich auf einige Zeit die Ungnade des Königs zu. 1788 verlor er das geistliche Departement, das Wöllner übertragen wurde, nahm 1789 ganz seine Entlassung aus dem Staatsdienst und starb 18. März 1793 auf seinem Gut Kapsdorf in Schlesien. Vgl. Rethwisch, Der Staatsminister Freiherr v. Z. und Preußens höheres Schulwesen etc. (2. Aufl., Berl. 1886).

2) Joseph Christian, Freiherr von, Dichter, geb. 28. Febr. 1790 zu Johannisberg in Österreichisch-Schlesien, wo sein Vater Landeshauptmann war, besuchte das Gymnasium zu Breslau, trat 1806 in das österreichische Husarenregiment Erzherzog Ferdinand und nahm als Oberleutnant und Ordonnanzoffizier des Fürsten Hohenzollern an dem Feldzug von 1809, namentlich an den Schlachten von Regensburg, Aspern und Wagram und dem Treffen bei Hausen, rühmlichen Anteil, nahm dann aber seinen Abschied, um dem Willen der Familie gemäß die Bewirtschaftung seiner Güter in Ungarn zu übernehmen. 1837 ward er zum außerordentlichen Dienst ins Ministerium des Auswärtigen berufen; später vertrat er Sachsen-Weimar, Nassau, Braunschweig, Oldenburg und Reuß als Geschäftsträger am österreichischen Hof. Seine