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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Zeolithe; Žepče; Zephánja; Zepharovich

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Zeolithe - Zepharovich.

linkem und rechtem Z. unterschieden. In der Frankfurter Nationalversammlung von 1848 bildeten z. B. »Kasino« und »Landsberg« das rechte Z., während der »Württemberger Hof« als linkes Z. bezeichnet wurde. Gegenwärtig nennt sich Z. oder Zentrumspartei die ultramontane Partei im deutschen Reichstag und im preußischen Abgeordnetenhaus. Schon 1860 hatte sich eine Gruppe katholischer Abgeordneten unter den Brüdern Reichensperger Z. genannt; dieser Name war aber, als infolge des Verfassungskonflikts sich die Parteien anders gruppierten, wieder in Vergessenheit geraten. Erst als nach dem vatikanischen Konzil und dem Untergang des Kirchenstaats sich die Ultramontanen 1870 von neuem zu einer politischen Partei zusammentraten und bei den Landtagswahlen 16. Nov. 1870 und den Wahlen zum ersten deutschen Reichstage März 1871 nur solche Vertreter zuließen, die ihren Beitritt zu einer katholischen Fraktion versprachen, wählte die Partei (63 Mitglieder stark) bei Eröffnung des Reichstags nach ihrem Platz im Saal den Namen »Z.« Zwar erklärten die Führer, Windthorst, P. und A. Reichensperger, Mallinckrodt, Jörg u. a., daß die Fraktion keine konfessionelle, sondern eine politische sei, und das Programm, welches das neubegründete Preßorgan der Fraktion (seit 1. Jan. 1871), die »Germania«, 19. Juni 1871 veröffentlichte, war farblos. Aber in Wirklichkeit war die Verteidigung der Rechte der Kirche nach den Vorschriften des Papsttums von Anfang an das einzige Ziel der Partei, welche sich, um dies zu erreichen, mit allen politischen Schattierungen zu verschmelzen bereit war, und da das Deutsche Reich die Erwartung, daß es einen Kreuzzug gegen Italien zur Wiederherstellung des Kirchenstaats unternehmen werde, täuschte, so nahm das Z. eine oppositionelle Haltung gegen die Reichsregierung an. Im preußischen Landtag erlangte es eine erhöhte Bedeutung durch den 1871 ausbrechenden Kulturkampf. Im Landtag stieg die Zahl der Mitglieder 1879 auf 95, im Reichstag 1878 mit Hospitanten auf über 100, wozu noch die befreundeten Welfen, Polen und Elsässer kamen. Des langen Harrens auf den Sieg der Kirche müde und auf eine Wendung an höchster Stelle zu ihren gunsten hoffend, unterstützte die Zentrumspartei 1879 die neue Zoll- und Wirtschaftspolitik des Reichskanzlers. Als dieser, in der Hoffnung, das Z. zu sich herüberzuziehen oder zu sprengen, die Revision der Maigesetzgebung und die Versöhnung mit dem Papst durchsetzte, nahm das Z. die Zugeständnisse nur spröde an und verharrte besonders im Reichstag, wo es 1881-87 die ausschlaggebende Partei war, in der Opposition. Windthorst riß die Leitung der Partei ganz an sich, stimmte in der Polenfrage und beim Septennat selbst gegen den Wunsch Leos XIII. gegen die Regierung und gab den Kampf um die Schule als neue Parteiparole aus. Wirklich verminderte sich die Zahl der Mitglieder des Zentrums in beiden Körperschaften nicht. Auch die ultramontane Partei im bayrischen Landtag nennt sich jetzt Z.

Zeolithe, natürliche Mineralgruppe wasserhaltiger Silikate von Aluminium und einem leichten Metall, welche mitunter einen Teil von ihrem Wasserstoff als Basisradikal enthalten. Sie kommen teils in meist kleinen Kristallen, teils in strahligen und blätterigen Aggregaten in den Hohlräumen vulkanischer Feldspatgesteine (Basalt, Trachyt, Phonolith, Melaphyr), in ältern Silikatgesteinen (Syenit, Granit) und auf Erzgängen und Erzlagern, als Neubildungen auch im Mörtel alter Thermen (z. B. der römischen von Plombières) vor. Sie sind meist ungefärbt, im frischen Zustand durchsichtig oder durchscheinend mit Glas- und Perlmutterglanz. Vor dem Lötrohr erhitzt, blähen sie sich auf und werfen Blasen, eine Reaktion, von welcher der Name stammt; Säuren zersetzen sie unter Abscheidung von Kieselsäureanhydrid. Sie sind Umsetzungsprodukte der Feldspate sowie der feldspatähnlichen Mineralien (unter diesen namentlich des Nephelins) und unterliegen bei der Verwitterung meist der Zersetzung zu Thon, welchem Prozeß sie die wichtige Rolle verdanken, die sie ebenso wie die Feldspate im Haushalt der Natur als Erzeuger der thonigen Krume und als Lieferanten der Pflanzennährstoffe spielen. Die folgende Tabelle gibt die wichtigsten Spezies in alphabetischer Anordnung, das sie charakterisierende ein- oder zweiwertige Element und das Kristallsystem:

Name RI oder RII Kristallsystem

Analcim Na (etwas Ca oder K) regulär

Brewsterit Sr, Ba monoklin

Chabasit (und Phakolith, Würfelzeolith) K, Ca hexagonal

Desmin (Strahlzeolith, Stilbit zum Teil) Ca rhombisch

Faujasit Ca, Na regulär

Gismondin Ca quadratisch

Gmelinit Na, Ca hexagonal

Harmotom (Kreuzstein) Ba monoklin?

Herschelit K, Na rhombisch

Heulandit (Blätterzeolith, Stilbit zum Teil) Ca monoklin

Laumontit Ca "

Levyn Ca, Na hexagonal

Natrolith (Nadelzeolith, Mesolith, Mesotyp zum Teil) Na rhombisch

Phillipsit Ca, K "

Skolezit (Faserzeolith, Mesotyp zum Teil) Ca monoklin

Thomsonit und Comptonit Ca, Na rhombisch

Zeagonit K, Ca "

Es werden ferner den Zeolithen oft beigezählt: der rhombisch kristallisierende, calciumhaltige Prehnit, der aber vermutlich den gesamten Wasserstoff nicht als Wasser, sondern als basisches Radikal enthält, und der aluminiumfreie Apophyllit (s. d.).

Žepče (spr. septsche), Bezirksstadt in Bosnien, Kreis Travnik, Station der Bosnabahn, an beiden Ufern der Bosna, mit altem Kastell, (1885) 1880 Einw., Pferde- und Viehzucht und bedeutendem Obstbau (besonders Melonen). In der Nähe der durch seine Eisenindustrie bekannte Markt Novi Seher. Am 7. Aug. 1878 fand bei Z. ein Gefecht zwischen Österreichern und Insurgenten statt.

Zephánja (in der Septuaginta Sophonias), einer der zwölf »kleinen« Propheten, trat unter König Josias in Juda auf.

Zepharovich (spr. -witsch), Viktor, Ritter von, Mineralog, geb. 13. April 1830 zu Wien, studierte dort und an der Bergakademie in Schemnitz, wurde 1852 Geolog an der Geologischen Reichsanstalt zu Wien, 1857 Professor der Mineralogie zu Krakau, 1861 zu Graz und 1864 an der Prager Universität, wo er 1880 ein mineralogisches Institut errichtete. 1885 wurde er zum Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Wien ernannt. Außer einer großen Anzahl mineralogisch-kristallographischer Monographien einzelner Mineralspezies und kristallographischer Untersuchungen chemischer Präparate lieferte er Berichte über die geologische Durchforschung Böhmens und Ungarns und veröffentlichte ein »Mineralogisches Lexikon für das Kaisertum Österreich« (Wien