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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Zeuß; Zeuxis; Zeven; Zeyst; Zezschwitz

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Zeuß - Zezschwitz.

Werk war etwa 13 m, die Basis etwa 4 m hoch und reichte so nahe an die Decke heran, daß man fühlte, der Gott würde den Tempel sprengen, wenn er sich erhöbe. Nachbildungen haben sich bisher nur auf einigen römischen Münzen der Landschaft Elis, in welcher Olympia liegt, gefunden (Fig. 2 u. 3), und in diesen ist zumal der Kopf des Z. durch die schlichte Auffassung, die einfache Anordnung von Haupt- und Barthaar interessant. (Vgl. v. Sybel, Das Bild des Z., Marb. 1876) Obgleich dieses Werk im Altertum als der wahre Ausdruck des hellenischen Nationalgottes galt, haben die erhaltenen Statuen nur mit dem spätern Typus Verwandtschaft. Am wirkungsvollsten ist die Verospische Statue im Vatikan. Hier ist er sitzend aufgefaßt, auf Münzen erscheint er ebenso, die Nike auf der Hand oder den Blitz, auch mit Zepter und Schale, an seiner Seite der Adler. Oder er wird als Gigantensieger, den Blitz schwingend, im Ausschnitt dargestellt. Eigentümliche Bildungen sind der Dodonäische Z. mit Eichenkranz, wohl auch mit dem Schleier, der Z. Ammon, welcher nicht widderköpfig, sondern mit Widderhörnern abgebildet wurde, und der Z.-Serapis (Fig. 4), eine erst in hellenistischer Zeit ankommende Gestalt des Gottes, kenntlich an dem Modius (scheffelartigen Aufsatz) auf dem Haupte, dem vorwallenden Haar und dem finstern Ausdruck des Gesichts. Der römischen Zeit gehört Jupiter Dolichenus an (auf einem Stier stehend, mit der Doppelaxt bewaffnet (vgl. Hettner, De Jove Dolicheno, Bonn). In bildlichen Darstellungen finden sich auch die Liebesabenteuer des Z. ungemein häufig, so die Io als Kuh von Argos bewacht, die Entführung der Europa durch Z. als Stier verwandelt, der Raub des Ganymedes, der Danae- und Alkmenemythus, Z. als Schwan die Leda umarmend u. a. Endlich gehören hierher auch noch die Bilder der römischen Kaiser, welche sich seit Augustus häufig in der Gestalt des weltbeherrschenden Gottes mit Zepter und Blitz oder andern Insignien darstellen ließen; so der Jupiter Augustus aus Herculaneum, eine Kolossalstatue von Bronze, die Kolossalstatue des Claudius im Vatikan, der thronende Augustus und der thronende Tiberius auf dem Wiener und Pariser Cameo, die thronende Statue des Kaisers Nerva u. a. Vgl. Overbeck, Griechische Kunstmythologie, Bd. 1: Zeus (Leipz. 1871, mit Atlas).

^[Abb.: Fig. 2 u. 3. Münzen von Elis mit dem Zeus von Olympia.]

^[Abb.: Fig. 4. Zeus-Serapis (Rom, Vatikan).]

Zeuß, Johann Kaspar, Geschichts- und Sprachforscher, geb. 22. Juli 1806 zu Vogtendorf bei Kronach in Oberfranken, studierte zu München Philologie und Geschichte, ward 1847 zum Professor am Lyceum in Bamberg ernannt; starb 10. Nov. 1856 in seinem Geburtsort. Er schrieb: »Die Deutschen und die Nachbarstämme« (Münch. 1837); »Die Herkunft der Bayern von den Markomannen« (das. 1839); »Traditiones possessionesque Witzenburgenses« (Speier 1842); »Die freie Reichsstadt Speier vor ihrer Zerstörung« (das. 1843) und als sein Hauptwerk: »Grammatica celtica« (Leipz. 1853, 2 Bde.; 2. Aufl. von Ebel, Berl. 1868-71).

Zeuxis (eigentlich Zeuxippos), Maler des griech. Altertums, geboren zu Heraklea in Unteritalien, bildete sich in Athen bei Apollodoros um 430 und war dann in Ephesos thätig. Er war neben seinem Nebenbuhler Parrhasios der Hauptmeister der ionischen Schule, brachte zuerst das eigentlich malerische Prinzip zur Geltung und legte auf Licht- und Schattenwirkung ein großes Gewicht. Sinnliche Illusion galt ihm als das Höchste, seine ionische Abstammung verriet sich in dem Vorwalten von Weichheit und Üppigkeit gegenüber der Strenge eines Polygnot. Berühmt war seine Helena, gemalt für den Tempel der Hera (bei Kroton), dann seine Penelope. Aus einer Beschreibung Lukians kennen wir seine Kentaurenfamilie. Als höchst großartig wurde sein im Kreis andrer Götter thronender Zeus gerühmt. Doch behandelte er auch genrehafte Motive (Knabe mit Weintrauben, ein altes Weib) und modellierte in Thon.

Zeven (Kloster-Z.), Flecken und Kreishauptort im preuß. Regierungsbezirk Stade, an einem Zufluß der Oste, 33 m ü. M., hat eine evang. Kirche, ein ehemaliges Benediktinerkloster, ein Amtsgericht und (1885) 1252 Einw. Hier 8. Sept. 1757 Kapitulation der hannöverschen Armee mit den Franzosen.

Zeyst (Zeist), Dorf in der niederländ. Provinz Utrecht, unweit der Eisenbahn Utrecht-Emmerich, hat eine reformierte, eine römisch-katholische, eine Separatistenkirche und eine der Herrnhuter, die hier seit 1746 große Brüder- und Schwesternhäuser und Fabriken für Porzellanöfen, Kerzen, Seife, Drechslerwaren etc. anlegten, und (1879) 6372 Einw. In der Nähe eine Pyramide zur Erinnerung an die Schlacht bei Austerlitz (1805).

Zezschwitz, Gerhard von, luther. Theolog, geb. 2. Juli 1825 zu Bautzen, studierte in Leipzig, wurde 1852 Pfarrer zu Großzschocher bei Leipzig, habilitierte sich 1857 in Leipzig, wurde daselbst außer-^[folgende Seite]