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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Ziegler und Klipphausen; Ziehbank; Ziehbarkeit; Ziehbrunnen; Ziehen; Ziehharmonika; Ziehklinge; Ziel; Zielenzig; Zielgewehr

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Ziegler und Klipphausen - Zielgewehr.

Norden (Orkney- und Shetlandinseln, Norwegen, Lappland und Finnland) aus, besuchte 1867 nochmals Spanien und wohnte 1869 der Eröffnung des Suezkanals bei. Über die genannten Reisen veröffentlichte er: »Reise in Spanien« (Leipz. 1852, 2 Bde.); »Meine Reise im Orient« (das. 1855, 2 Bde.) und »Meine Reise im Norden« (das. 1860, 2 Bde.). Später sich mehr der engern Heimatskunde zuwendend, schrieb er: »Der Rennsteig des Thüringer Waldes« (Dresd. 1862); »Reisehandbuch für Thüringen« (mit H. Schwerdt, Hildburgh. 1864, 3. Aufl. 1879); »Das Thüringer Walddorf Ruhla« (4. Aufl., Dresd. 1876). Kleinere Schriften von ihm sind: »Geschichte deutscher Nationalunternehmungen« (7. Aufl., Dresd. 1863); »Die deutschen Erforschungsexpeditionen nach Innerafrika« (7. Aufl., das. 1865); »Die Reise des Pytheas nach Thule« (das. 1861); »Zur Geschichte der Schiller-Lotterie« (8. Aufl., das. 1864); »Regiomontanus, ein geistiger Vorläufer des Kolumbus« (das. 1874); »Zur Geschichte des Meerschaums« (2. Aufl., das. 1883) u. a. Z. starb 9. April 1887 in Wiesbaden.

6) Klara, Schauspielerin, geb. 27. April 1844 zu München, debütierte 1862 in Bamberg als Jungfrau von Orléans, sodann in derselben Rolle auf dem Münchener Hoftheater mit großem Erfolg und nahm darauf als erste Heldin ein Engagement in Ulm an, wo sie mit kurzer Unterbrechung bis 1865 blieb. Sie ging hierauf an das neue Aktientheater in München, dessen Direktion ihr Lehrer Christen übernommen hatte, und weihte das Unternehmen als »Isarnixe« ein, nahm später ein Engagement in Leipzig an, kehrte aber schon nach Jahresfrist nach München zurück, wo sie 1868 für das Hoftheater engagiert ward. Seitdem hat die Künstlerin fast auf allen namhaften Theatern gastiert. Auf ihr Verlangen erhielt sie 1874 ihre Entlassung aus dem Verband des Hoftheaters und gab seit dieser Zeit nur Gastrollen. 1876 vermählte sie sich mit ihrem Lehrer Christen. Sie blendet durch außergewöhnlich reiche und schöne Mittel, vornehmlich den bestrickenden Wohllaut ihres Organs und durch plastische Stellungen; doch fehlt es ihrem Spiel an Innerlichkeit und an geistiger Beseelung. Ihre Hauptrollen sind: Medea, Iphigenie, Maria Stuart, Isabella (»Braut von Messina«) und Donna Diana. Seit 1888 spielt sie am »Berliner Theater« in Berlin. Vgl. Mayerhofer, Klara Z. (Bamb. 1887).

Ziegler und Klipphausen, Heinrich Anselm von, deutscher Romandichter, geb. 6. Jan. 1653 zu Radmeritz in der Oberlausitz, studierte zu Frankfurt a. O. die Rechte, verwaltete dann die von seinem Vater ererbten Güter, wurde Stiftsrat zu Wurzen und starb 8. Sept. 1697 in Liebertwolkwitz bei Leipzig. Sein Hauptwerk: »Die asiatische Banise oder blutiges, doch mutiges Pegu« (Leipz. 1688; neue Aufl., Königsb. 1766, 2 Bde.; auch in Kürschners »Deutscher Nationallitteratur«, Bd. 37), dessen zweiter Band aber von J. G. ^[Johann Georg] Homann aus Schlesien verfaßt ist, ein Roman, der alle Mängel seiner Zeit teilt, neben dem Schwulst und Greuel aber durch eine gewisse Kraft der Farbe sich auszeichnet, hat auf die Geschmacksbildung mehrerer Generationen den größten Einfluß geübt. Weniger bedeutend waren des Dichters übrige poetische und historische Schriften.

Ziehbank, Vorrichtung zur Drahtfabrikation, zur Herstellung von Blei- und Kupferröhren; auch eine Maschine zum Einschneiden der Züge in Gewehrläufe oder Geschützrohre.

Ziehbarkeit, s. v. w. Längendehnbarkeit, s. Dehnbarkeit.

Ziehbrunnen, s. Schwingbaum.

Ziehen, in der Jägersprache das langsame Fortschreiten der Hirsche, Sauen und Rehe; zu Holze z. sagt man von der Jägerei, wenn solche sich durch die gehobenen Tücher in ein eingestelltes Jagen, vom Vorsuchsjäger, wenn sich dieser mit dem Lauthund in den Wald begibt, vom Hochwild, wenn dasselbe vom Feld in den Wald wechselt; im Handelsverkehr s. v. w. trassieren (einen Wechsel); Ziehung, s. v. w. Tratte. Zieher, bei dem Prämiengeschäft derjenige, welcher die Prämie erhält.

Ziehen, Eduard, Schriftsteller, geb. 29. Okt. 1819 zu Tostedt in Hannover, studierte zu Göttingen und Bonn Theologie und Philologie, war 1844-48 Hauslehrer im Haus des hannöverschen Bundestagsgesandten v. Lenthe zu Frankfurt a. M. und lebte dann als Privatgelehrter daselbst, seit 1855 auch an der Redaktion der »Oberpostamtszeitung« beteiligt. Er starb 19. Okt. 1884. Für seine Erzählungen wählte Z. mit Vorliebe den Hintergrund des hannöverschen Wendenlandes und verlieh denselben durch treue Schilderung der uralten Sitten und Gebräuche der ursprünglich wendischen Bevölkerung einen kulturhistorischen Wert. Hier sind hervorzuheben: »Wendische Weiden« (Frankf. a. M. 1854); »Norddeutsches Leben« (das. 1857, 2 Bde.), »Geschichten und Bilder aus dem wendischen Volksleben« (Hann. 1874, 2 Bde.), »Heiderosen« (Leipz. 1876, 5 Bdchn.), welche sich sämtlich durch lebendige Züge und sorgfältige Darstellung auszeichnen. Außerdem veröffentlichte er das lyrisch-epische Gedicht »Eginhard und Emma« (Frankf. 1860) und trat später unter dem Pseudonym Eduard Ellersberg auch mit dramatischen Versuchen, z. B. dem Lustspiel »Eine Damenverschwörung« und den Schauspielen: »In stürmischer Zeit« und »Gaston von Ronac«, hervor.

Ziehharmonika (Akkordion), die kleinste Art der orgelartigen Instrumente, d. h. ein Blasinstrument mit Klaviatur und mechanischer Winderzeugung. Kleine Akkordions haben für die rechte Hand nur eine diatonische Skala und für die linke wenige Harmoniebässe, die eine freie Modulation unmöglich machen; große dagegen, wie sie zuerst der Engländer Wheatstone in den Handel brachte (Melophon, Concertina), für jede Hand eine chromatische Skala durch mehrere Oktaven; eine verbesserte und kompliziertere Art ist das Bandoneon (von Band in Krefeld erfunden).

Ziehklinge, Werkzeug zum Schleifen (s. d.).

Ziel, s. v. w. Zahlungstermin, in übertragenem Sinn auch die am Ziel zu zahlende Summe, besonders bei Wechseln üblicher Ausdruck; Zielplatz, der Zahlungsort eines Handelsplatzes.

Zielenzig, Hauptstadt des Kreises Oststernberg, im preuß. Regierungsbezirk Frankfurt, am Postumfließ, hat 2 evangelische und eine kath. Kirche, eine Synagoge, ein Waisenhaus, ein Amtsgericht, Wollspinnerei, Tuchwalkerei, Färberei, Korkfabrikation, Bierbrauerei, Wasser-, Dampf- und Windmühlen, Ziegelbrennerei und (1885) 5769 meist evang. Einwohner; in der Nähe Braunkohlengruben. Z. war früher im Besitz der Templer, dann der Johanniter.

Zielgewehr, Handfeuerwaffe zur Erleichterung der Ausbildung für den scharfen Schuß durch Ersparnis von Munition, Zeit und Requisiten sowie durch die Möglichkeit der Benutzung in bedeckten Räumen. Es schießt aus einem in ein Gewehr M/71 eingelegten Lauf mit 0,2 g Pulver ein Geschoß von 5,7 mm Durchmesser und 1,84 g Gewicht; Schulschießen bis 40 m. 1879 wurde zu gleichem Zweck die Zielmunition