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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Zirkel; Zirkelbeweis; Zirkelkanon; Zirknitz; Zirkon

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Zirkel - Zirkon.

der in ihm sitzenden Schraube bedingt. Dahin gehören auch die Bogenzirkel, bei denen mit dem einen Schenkel ein Kreisbogen verbunden ist, der durch ein Loch des andern Schenkels geht und an demselben festgeschraubt werden kann; die Haarzirkel, bei welchen der eine Schenkel mittels einer kleinen Schraube um eine sehr geringe Weite vor- oder zurückgerückt werden kann, ohne daß man deshalb das Kopfgewinde des Zirkels in Bewegung zu setzen braucht; die Doppelzirkel, mit festem und beweglichem Gewinde, und die Nullenzirkel, zum Beschreiben sehr kleiner Kreise. Der Scharnierzirkel dient hauptsächlich dazu, Entfernungen abzustechen und zu messen, Einteilungen zu machen und Kreise zu beschreiben, zu welch letzterm Zweck man auch Reißfedern oder Bleifederhalter u. dgl. in einen Schenkel des Instruments einsetzt. Wird ein Messer in den einen Schenkel eingesetzt, so erhält man einen Schneidezirkel. Die Bewegung des Zirkels im Scharnier muß möglichst gleichmäßig sein und eher etwas schwer als zu leicht ausgeführt werden können. Zur Einteilung von Linien ist der Federzirkel sehr vorteilhaft, bei dem beide Schenkel (von denen der eine mit einer Schraube verbunden ist, die durch ein Loch des andern geht) durch eine bogenförmige stählerne Feder zusammenhängen. Beim Stangenzirkel sind beide Schenkel durch eine metallene oder hölzerne Stange verbunden, auf welcher sie sich verschieben, mittels Schrauben aber feststellen lassen. Die Schenkel der Dick-, Greif- oder Tasterzirkel, welche dazu dienen, die Dicke von Cylindern und andern Körpern zu messen, sind stark auswärts gekrümmt. Die Hohlzirkel dienen dazu, den Durchmesser von Höhlungen zu messen, und bestehen gewöhnlich aus Schenkeln, deren Enden rechtwinkelig auswärts gebogen sind. Die Mikrometerzirkel stellen ein genommenes Maß vergrößert dar und können von sehr verschiedener Einrichtung sein. Bei dem Z. der Seefahrer sind die Schenkel dergestalt gegen den Kopf des Instruments umgebogen, daß der Druck einer und derselben Hand es zu öffnen und zu schließen vermag. Der Trisektionszirkel hat den Zweck, einen vorliegenden Winkel in drei gleiche Teile zu teilen, und ist von verschiedener Einrichtung. Der Reduktionszirkel dient dazu, Linien oder Figuren in andre zu verwandeln, die sich zu jenen verhalten wie irgend ein paar ganze Zahlen zu einander. Nur uneigentlich wird zu den Zirkeln der Proportionalzirkel gerechnet, der gleichfalls dazu dient, Linien in gegebenen Verhältnissen zu teilen. Er besteht aus zwei gleichen Linealen, welche, wie die Schenkel eines gewöhnlichen Zirkels, dergestalt miteinander verbunden und um einen Punkt beweglich sind, daß, wenn man das Instrument zusammenlegt, die Oberflächen der Lineale genau in eine einzige Ebene fallen. Aus diesem Punkt sind auf beiden Linealen gerade Linien gezogen, welche nach verschiedenen Verhältnissen eingeteilt sind und als Maßstäbe dienen. Der Gebrauch desselben beruht auf der Lehre von der Ähnlichkeit des Dreiecks.

Zirkel, Ferdinand, Mineralog, geb. 20. Mai 1838 zu Bonn, widmete sich zuerst der bergmännischen Laufbahn, studierte in Bonn, ging 1860 mit Preyer nach Island, hielt sich dann zwei Jahre am Hofmineralienkabinett und an der Geologischen Reichsanstalt in Wien auf, wurde 1863 Professor an der Universität zu Lemberg, 1868 zu Kiel und 1870 zu Leipzig. Größere geologische Studienreisen unternahm er nach Schottland, den Pyrenäen und (1874) nach Nordamerika behufs Untersuchung der bei der »geologischen Durchforschung des 40. Breitengrads« gesammelten Gesteine. Z. lieferte zahlreiche mikroskopische Untersuchungen von Gesteinen und trug wesentlich dazu bei, die Mikroskopie der Mineralien und Gesteine zur selbständigen Wissenschaft zu entwickeln. Er schrieb: »Reise nach Island im Sommer 1860« (mit Preyer, Leipz. 1862); »Lehrbuch der Petrographie« (Bonn 1866, 2 Bde.); »Untersuchungen über die mikroskopische Zusammensetzung und Struktur der Basaltgesteine« (das. 1869); »Die mikroskopische Beschaffenheit der Mineralien und Gesteine« (Leipz. 1873); »Microscopical petrography«, im »Report of the U. S. geological exploration of the fortieth parallel« (Washingt. 1876). Auch veröffentlichte er nach Naumanns Tode die neuen Auflagen von dessen »Elemente der Mineralogie«.

Zirkelbeweis, s. Diallele.

Zirkelkanon, s. v. w. Kreisfuge (s. d.).

Zirknitz (slowen. Cirknica), Marktflecken im österreich. Herzogtum Krain, Bezirkshauptmannschaft Loitsch, mit gotischer Dechanteikirche, Brettsägen, Holzhandel und (1880) 1477 Einw. In der Nähe, 8 km östlich von Adelsberg, der merkwürdige Zirknitzer See. Derselbe liegt 573 m ü. M. in einem von Kalksteingebirgen gebildeten Thalkessel ohne Ausgang, im SW. vom Javornik, im NO. vom Slivenzaberg (dem »Hexentanzplatz« der Umgegend) überragt, hat einen vom Wasserstand abhängigen Flächenraum von 21-56 qkm, eine sehr unregelmäßige Gestalt und eine mittlere Tiefe von 6 m. Auf der größten von vier kleinen Inseln, welche er enthält, liegt ein Dörfchen, Namens Otok. Zahlreiche Höhlen und Spalten des felsigen Grundes und Ufers bilden natürliche Abzugskanäle, welche das Wasser des Sees bei anhaltend trockner Witterung abführen, nach anhaltenden Regengüssen es ihm aber auch wieder zuführen. Dunklere bewegte Stellen im Wasserspiegel verraten das Vorhandensein trichterähnlicher Löcher, deren man wohl an 40 kennt. Das durch dieselben abgelaufene Wasser tritt im Thal von Laibach in der Bistrizza und Borunizza wieder zu Tage. Nach anhaltenden Regengüssen erreicht der See die Höhlen Velka-Karlauza und Mala-Karlauza und durch sie das Thal St. Canzian, nach mehrmaligem Verschwinden oberhalb Planina die Unz. Wenn infolge zu beträchtlichen Wasserandrangs die Höhlen nicht alles Wasser aufnehmen können, erhebt es sich bis 1,3 m über den gewöhnlichen Stand, und es werden dann die Ufer weithin überschwemmt. Da der wechselnde Wasserstand bloß von der Witterung abhängig ist, so findet irgend welche Regelmäßigkeit dabei nicht statt, wie z. B. 1707-14 der See nur einmal abfloß, dagegen 1834-35 über ein Jahr trocken lag. Nach dem Zurücktreten des Wassers wird das schnell emporschießende Gras eingeheimst. Der See ist übrigens reich an Fischen, namentlich Hechten und Schleien, und dient vielen Wasservögeln, wenn er ausgetrocknet ist, auch Wachteln und Hasen zum Aufenthalt, was zu den Berichten älterer Schriftsteller Veranlassung gegeben hat, daß man je nach der Jahreszeit im See fische, ernte und jage. Die Ufer des Sees sind sehr malerisch; es liegen nicht weniger als 9 Dörfer, 20 Kirchen und 2 Schlösser um ihn herum.

Zirkon, Mineral aus der Ordnung der Anhydride, bildet tetragonale, meist säulenförmige oder pyramidale, einzeln ein- und aufgewachsene Kristalle, findet sich auch in abgerundeten Körnern auf sekundärer Lagerstätte, ist farblos, selten weiß und wasserhell, meist hyacinthrot (Hyacinth) oder bräunlich, mitunter weiß, gelb oder grün, nach dem Erhitzen farblos oder weiß, glas- oder fettglänzend, bisweilen von