Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Zoologische Gärten

964

Zoologie (Litteratur) - Zoologische Gärten.

nen Glauben an die Unveränderlichkeit der Arten (somit auch der Gattungen, Familien und der größern Gruppen) endgültig zu beseitigen und so die gründlichste Umgestaltung herbeizuführen, welche die Z. je erlebt hat. Unter dem Einfluß der Darwinschen Theorie (s. Darwinismus) stehen daher auch fast alle bedeutenden, seither erschienenen Arbeiten und beschäftigen sich meist geradezu mit dem Ausbau derselben (in Deutschland besonders Claus, Dorn, Gegenbaur, Häckel, Semper, Weismann; in England: Balfour, Huxley, Lankester und Wallace; in Rußland: Kowalewski u. Metschnikow). Durch ihre Bemühungen hat denn auch die systematische Anordnung der Tiere die weitgreifendsten Veränderungen erfahren (s. den Artikel Tierreich).

Litteratur. Die unter Anatomie (S. 538) angeführten Werke; Linné (s. d.), Systema naturae; Buffon (s. d.), Histoire naturelle générale et particulière; Lamarck, Philosophie zoologique (Par. 1809, 2 Bde.; deutsch, Jena 1875); Cuvier (s. d.), Le règne animal; Goldfuß, Handbuch der Z. (Nürnb. 1821, 2 Tle.); Guérin-Meneville, Iconographie du règne animal de Cuvier (Par. 1830-1844, 7 Bde.); Etienne Geoffroy Saint-Hilaire, Principes de philosophie zoologique (das. 1830); Isidore Geoffroy Saint-Hilaire, Études zoologiques (das. 1832-36) u. Essais de zoologie générale (das. 1840); Burmeister, Zoologischer Handatlas (2. Aufl., Berl. 1860, 42 Tafeln); Bronn, Allgemeine Z. (Stuttg. 1850); Pöppig, Illustrierte Naturgeschichte des Tierreichs (2. Ausg., Leipz. 1851, 4 Bde.); Vogt, Zoologische Briefe (Frankf. 1851, 2 Bde.); Bronn, Klassen und Ordnungen des Tierreichs (Leipz. 1859 ff., fortgesetzt von Keferstein, Gerstäcker, Giebel u. a.); Leunis, Synopsis der Naturgeschichte des Tierreichs (3. Aufl. von Ludwig, Hannov. 1882); Brehm, Taschenberg und O. Schmidt, Illustriertes Tierleben (2. Aufl., Leipz. 1876-79, 10 Bde.; 3. Aufl. 1890 ff.); Carus und Gerstäcker, Handbuch der Z. (das. 1868-75, 2 Bde.); Altum u. Landois, Zoologie (5. Aufl., Freiburg 1883); Schmarda, Zoologie (2. Aufl., Wien 1877, 2 Bde.); Claus, Grundzüge der Z. (4. Aufl., Marb. 1879-82, 2 Bde.); Derselbe, Lehrbuch der Z. (4. Aufl., das. 1887); Pagenstecher, Allgemeine Z. (Berl. 1875-1881, 4 Bde.); G. Jäger, Lehrbuch der allgemeinen Z. (Leipz. 1871-79, 3 Tle.); Schmarda, Geographische Verbreitung der Tiere (Wien 1853, 3 Bde.), und dessen weitere Arbeiten in Behms »Geographischem Jahrbuch«; Wallace, Geographische Verbreitung der Tiere (deutsch, Dresd. 1876, 2 Bde.); Perty, Über das Seelenleben der Tiere (2. Aufl., Leipz. 1875); Büchner, Aus dem Geistesleben der Tiere (3. Aufl., Berl. 1880); Brandt und Ratzeburg, Medizinische Z. (das. 1827-34, 2 Bde.); Giebel, Landwirtschaftliche Z. (Glog. 1869); Altum, Forstzoologie (2. Aufl., Berl. 1876-82, 3 Bde.); Brehm und Roßmäßler, Die Tiere des Waldes (Leipz. 1863-67, 2 Bde.); Lenz, Z. etc. der alten Griechen und Römer (Gotha 1856); J. B. ^[Jürgen Bona] Meyer, Aristoteles' Tierkunde, ein Beitrag zur Geschichte der Z. (Berl. 1855); Keller, Tiere des klassischen Altertums (Innsbr. 1887); Carus, Geschichte der Z. bis auf Joh. Müller und Ch. Darwin (Münch. 1872); »Handwörterbuch der Z.« (hrsg. von Jäger u. a., Bresl. 1880 ff.); Knauer, Handwörterbuch der Z. (Stuttg. 1887); Agassiz, Bibliographia zoologiae et geologiae (Lond. 1848-54); Engelmann, Bibliotheca historico-naturalis, 1700-1846 umfassend (Lpz. 1846), fortgesetzt in Carus u. Engelmann, Bibliotheca zoologica (das. 1861, 2 Bde.), dazu Fortsetzung bis 1878 von Taschenberg (das. 1886 ff.).

Zeitschriften (Zoologie und Anatomie): »Anatomischer Anzeiger« (Organ der Anatomischen Gesellschaft, hrsg. von Bardeleben, Jena, seit 1886); »Archiv für mikroskopische Anatomie« (hrsg. von La Valette Saint-George und Waldeyer, Bonn, begründet 1865 von Max Schultze); »Archiv für Naturgeschichte« (hrsg. von E. v. Martens, Berl., begründet 1835 von Wiegmann); »Archives de Zoologie expérimentale et générale« (Par.); »Annals and Magazine of Natural History« (Lond.); »Annales des Sciences naturelles« (Par.); »Archiv für Anatomie und Physiologie« (hrsg. von His, W. Braune u. Du Bois-Reymond, Leipz.); »Archives de Biologie« (Gent); »Biologisches Zentralblatt« (hrsg. von I. ^[Isidor] Rosenthal, Erlang., seit 1881); »Jenaische Zeitschrift für Naturwissenschaften« (hrsg. von der Medizin.-Naturwiss. Gesellschaft zu Jena, seit 1864); »Journal de l'Anatomie et de la Physiologie« (Par.); »Journal of Anatomy and Physiology« (Lond.); »Journal of Morphology« (Boston); »Mitteilungen aus der Zoologischen Station zu Neapel« (Berl., seit 1878); »Morphologisches Jahrbuch« (hrsg. von Gegenbaur, Leipz., seit 1875); »Proceedings« und »Transactions of the Zoological Society« (Lond.); »Quarterly Journal of Microscopical Science« (das.); »Zoologischer Anzeiger« (hrsg. von Carus, Leipz., seit 1877); »Zeitschrift für wissenschaftliche Zoologie« (begründet von Siebold u. Kölliker, das., seit 1848).

Zoologische Gärten (Tiergärten), Parke, in denen einheimische und ausländische Tiere gehegt und zur Schau gestellt werden. Ursprünglich dienten diese Einrichtungen, wie sie an den Höfen bestanden, teils der Jagdlust, teils der Kuriosität, sind jedoch in der Neuzeit mit vielem Erfolg sowohl wissenschaftlichen Beobachtern als auch dem Publikum zugänglich gemacht worden und gehören so zu den gemeinnützigen Unternehmungen. Zur Zeit sind sie fast alle von Privatleuten auf Aktien gegründet, stehen auch meist gegen Entgelt jedermann offen, gestalten sich jedoch in einzelnen Fällen durch unnatürliche Verbindung mit Konzerthallen und Restaurants auch wohl zu Vergnügungsorten. Den in ihnen untergebrachten Tieren wird nach Möglichkeit Spielraum gelassen, so daß viele kleinere von ihnen kaum die Freiheit vermissen dürften. Züchtungen von den in der Gefangenschaft gebornen Tieren geraten in vielen Fällen sehr gut. Mit einigen Gärten stehen Aquarien in Zusammenhang, in denen Süßwasser- und Seetiere zur Schau gestellt sind. Der wissenschaftliche Nutzen der zoologischen Gärten ist, soweit Säugetiere und Vögel in Betracht kommen, ziemlich bedeutend, da in ihnen Gelegenheit zu biologischen Studien gegeben ist. Mit ihrer Hilfe ist es auch gelungen, die früher zum größten Teil schlechten Abbildungen in zoologischen Werken durch getreu nach dem Leben aufgenommene zu ersetzen.

Über die zoologischen Gärten der Chinesen hat Viktor Andreä berichtet. Das heilige Buch der Lieder, Chi-king, der Chinesen, erwähnt bereits einen solchen Garten, welchen der Ahnherr der Tscheu-Dynastie, Wu-Wang (1150 v. Chr.), anlegen ließ und »Park der Intelligenz« benannte. Er bestand noch um die Mitte des 4. Jahrh. v. Chr. und enthielt Säugetiere, Vögel, Schildkröten und Fische. Die Griechen und Römer scheinen z. G. nicht gekannt zu haben. Die Spanier wurden bei der Eroberung von Mexiko durch den Anblick der kaiserlichen Menagerie, einer langen Reihe von Wasserbehältern,