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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Auma; Aumale; Aur; Auras; Auray; Aurbacher; Aurich; Aurillac; Auriol; Ausgabereservate; Ausgabereste; Ausgrabungen, archäologische

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Auma - Ausgrabungen, archäologische

und verursachen ein Steigen des Wassers um 3-7 m, die Bucht wird daher von den Eskimo gemieden. Sophiahafen ist von 200-300 m hohen Gneismassen umgeben, welche mit niedrigen Weidengebüschen und üppig blühenden Moosen und Flechten bedeckt sind.

Nordenskjöld begann von hier 1. Juli 1883 seine Expedition zur Erforschung Innergrönlands.

Auma, (1885) 2281 Sinw.

Aumale, (1886) 2045 Einw.

Aumale, 4) Heinrich Eugen Philipp Ludwig von Orléans, Herzog von, wurde nach der Ausweisung der Thronprätendenten aus Frankreich auf Grund des Gesetzes vom 23. Juni 1886 von der Armeeliste gestrichen und schrieb darauf an den Präsidenten Grévy einen Brief, in welchem er ihm das Recht bestritt, ihm seinen militärischen Grad zu nehmen. Der Ministerrat beschloß daher 13. Juli die Ausweisung des Herzogs, der sich nach Brüssel begab. Von hier aus veröffentlichte er die Briefe des Kriegsministers Boulanger (der seine Ausweisung betrieben), in welchen sich dieser früher demütigst um des Herzogs Gunst und Fürsprache beworben, und sein Testament von 1884, in welchem er sein herrliches Schloß Chantilly mit seinen reichen Kunstschätzen nach seinem Tode dem Institut de France vermachte; die Akademie nahm das Geschenk an. Im März 1889 erhielt A. die Erlaubnis, nach Frankreich zurückzukehren, weil er sich auf das entschiedenste gegen die Unterstützung Boulangers durch die orléanistische Partei ausgesprochen hatte. Von seiner »Histoire des princes de Condé« erschienen noch Bd. 3-5 (1886-89).

Aur * (Ibbetson, Traversey), kleine Laguneninsel in der Ralikkette des deutschen Marshallarchipels, auf deren Riff 32 kleine Inseln zerstreut liegen; 4 qkm groß mit 1000 Einw. Die Inseln sind zum Teil sehr fruchtbar; in die Lagune führt an der Nordseite ein schmaler, gefährlicher Kanal zu einem sichern Ankerplatz bei Stobual. S.Karte »Deutsche Kolonien« (Bd. 17).

Auras, (1885) 841 Einw.

Auray, (1886) 5743 Einw.

Aurbacher *, Ludwig, Schriftsteller, geb. 26. Aug. 1784 zu Türkheim im bayr. Kreise Schwaben, trat 1801, um Priester zu werden, in das Kloster Ottobeuern, nach dessen Aufhebung in das österreichische Stift Wiblingen, nahm aber 1804 eine Hofmeisterstelle an und wirkte dann 1809 - 34 als Professor der Rhetorik und Poetik am königlichen Kadettenkorps in München, wo er 25. Mai 1847 starb. Eine Perle deutscher Volkspoesie ist sein »Volksbüchlein« (Münch. 1826, neue Ausg. in Reclams »Universalbibliothek«). Seine »Gesammelten größern Erzählungen« wurden von Sarreiter (Freiburg 1881) herausgegeben, der auch Aurbachers Leben beschrieb (Münch. 1880).

Aurich. Die Stadt zählte 1885: 5395 Einw., der Regierungsbezirk A. (3107 qkm - 56,4 QM. groß): 211,825 Einw. (darunter 199,664 Evangelische, 7411 Katholiken, 2707 Juden). Die sieben (früher drei) Kreise umfassen:

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Kreise QKilom. QMeil. Einw. Auf 1 qkm

Aurich 629 11,42 35461 56

Emden (Stadt) 12 0,22 14019 -

Emden (Land) 353 6,41 18010 58

Leer 688 12,49 47814 49

Norden 395 7,17 31244 79

Weener 290 5,27 20283 70

Wittmund 740 13,44 45624 62

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Aurillac, (1886) 13,695 Einw.

Auriol, (1886) 1934 (Gemeinde 2753) Einw.

Ausgabereservate * (kurz auch Reservate genannt), die bis zum Schluß der Finanzperiode nicht verwendeten Summen von Ausgaben, welche im Budget als übertragbar erklärt wurden.

Ausgabereste *, s. Reste (Bd. 17).

Ausgrabungen, archäologische. In mancher Hinsicht hat heute die Altertumswissenschaft einen ähnlichen Reiz wie zur Zeit der Renaissance; damals tauchten aus dem Staub der Bibliotheken die vergessenen Handschriften der alten Dichter, Philosophen, Historiker auf, von denen man bis dahin kaum mehr als den Namen kannte: heute erstehen aus der Tiefe der Erde die begrabenen Denkmäler der Vergangenheit. Die seit 1884 gemachten Funde sind so reichlich, daß wir hier nur eine Übersicht des Wichtigsten geben können; wir folgen der geographischen Ordnung und beginnen bei dem Wiegenland unsrer Kultur, in Asien.

Ausgrabungen in Vorderasien und Persien.

Das Ehepaar Dieulafoy (s. d., Bd. 17) grub 1884 bis 1886 in der vom Schutt gänzlich begrabenen Königsstadt Susa; es wurden gefunden der Palast (Apadana) Artaxerxes' II., besonders seine westliche Säulenreihe; die Brüstung der Plattform war mit herrlichen Friesen in griechischem Stil und mit schreitenden Löwen geschmückt. Aus dem ältern Palast des Dareios stammen die wie die eben genannten Bildwerke aus Ziegeln mit Schmelzfarben zusammengesetzten, überlebensgroßen Leibwachen (Doryphoren) mit dem Unterschied, daß diese letztern zugleich in Relief gehalten sind. Hände und Gesichter sind schwarz. Löwen, Doryphoren und ein Marmorknauf von 12,000 kg sind nach Paris übergeführt. Vgl. Jane Dieulafoy, A Suse, journal des fouilles 1884-86 (Par. 1888).

Der ältesten Periode der babylonischen Kultur gehören die Funde der vom Kommerzienrat Simon ausgerüsteten Expedition von 1886/87 an. Sie stammen aus Verbrennungsstätten ältester Zeit; die Babylonier verbrannten ihre Leichen an bestimmten Stellen; die Verbrennungsreste wurden an Ort und Stelle unter Beigabe von Totengaben verscharrt, schichtenweise übereinander, und bildeten im Lauf der Jahrhunderte Hügel von beträchtlicher Größe. Im südlichen Teil des Landes wurde der Hügel von Surgul erforscht (140 m lang, 15 m breit) und die gemachten Funde, meist primitive Gefäße, nach Berlin geschafft. Der Fund ist darum so wichtig, weil er zum erstenmal uns einen Begriff von der altbabylonischen Totenbestattung gewährt.

In Vorderasien gruben in Nordsyrien in dem Hügel von Sendscherly Humann, v.Luschan, Winter im Frühjahr 1888 den Zugang eines Palastes auf, dessen Seitenwände mit primitiven Reliefs hethitischer Kunst geschmückt waren: Jagd, Krieg, tierköpfige Göttergestalten, Privatleben. Das Wichtigste ist das Siegesdenkmal des assyrischen Königs Asarhaddon (681 - 668 v. Chr.): der König im Königsornat mit der assyrischen Krone; vor ihm der besiegte Pharao Taharka und ein syrischer Fürst. Die Säule war im Königspalast von Sendscherly aufgestellt und ist mit den übrigen Funden, darunter dem untern Teil einer Kolossalstatue mit aramäischer Inschrift (dem Panamnu, König von Saru'el, einem Zeitgenossen Tiglat Pilesars III. von Assyrien, von seinem Sohn geweiht), jetzt in Berlin. Hier hat sich ein Orientkomitee gebildet, welches bestrebt ist, dem Berliner Museum Denkmäler Vorderasiens und der