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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Behrend - Beleuchtung

diesen mittels völlig undurchlässiger Wandungen vor dem seitlichen Eindringen des Grundwassers schützt.

Bearäbnisturnus nennt man die Angabe der Zeitlänge, nach deren Ablauf ein Grab wieder benutzt werden darf. Die englische Gesetzgebung bestimmt für Kinderleichen 8 Jahre, für die Leichen Erwachsener 14 Jahre. 20 Jahre hat Sachsen, 20-25 Jahre, je nach dem Boden, Baden, 30 Jahre Hessen. Dagegen bestimmt der Code Napoléon 5 Jahre, die bayrische Verordnung 7 Jahre. Stets dorf der Boden erst nach vollständiger Verwesung aller organischen Stoffe wieder aufgegraben werden. An die Vegetation auf Friedhöfen stellt die Hygiene die Anforderung, daß die Sonnenbestrahlung durch sie nicht allzusehr beschränkt werde. Bäume mit großer, dichter Krone sind daher auf breite Hauptwege zu beschränken, während Pinus- und Juniperus-Arten, Buchsbaum, Ilexaquifolium 2c. für die Gräber sich eignen. Zur Bepflanzung der Hügel eignet sich Epheu am besten, und zur Einfriedigung sind statt der Mauern, welche den Luftzug hemmen, lebendige Hecken zu empfehlen. Vgl. Riecke, Über den Einfluß der Verwesungsdünste u. über Begräbnisplätze (Stuttg. 1840); Grotefend, Das Leichen- und Begräbniswesen im preußischen Staat (Arnsberg 1869); v. Pettenkofer, Über die Wahl der Begräbnisplätze ("Zeitschrift für Biologie", Bd. 1, 1866); Hoffmann und Sigel, Hygienische Anforderungen an Friedhöfe (neunte Versammlung des Deutschen Vereins für öffentliche Gesundheitspflege); Lion, Das Beerdigungswesen in sanitätspolizeilicher Hinsicht ("Deutsche Klinik", Monatsblatt für Statistik, 1866).

Behrend, Jakob Friedrich, Rechtsgelehrter, wurde 1888 als Rat an das Reichsgericht in Leipzig berufen.

Behrisch *, Ernst Wolfgang, eine aus Goethes Freundeskreis bekannte Persönlichkeit, geb. 1738 zu Naunhof in Sachsen, erhielt durch Gellerts Fürsprache eine Hofmeisterstelle im gräflich Lindenauschen Haus zu Leipzig, wo er nicht unbedeutenden Einfluß auf Goethe ausübte, der seinen Weggang von Leipzig (1767) in drei Oden besang und ihn auch in "Dichtung und Wahrheit" in freundschaftlicher Weise erwähnte. Seitdem lebte er in Dessau, zuerst als Erzieher und Vorleser am Hof, später mit dem Titel eines Hofrats, auch dichterisch thätig und ein Förderer von Basedows Philanthropin; er starb daselbst 27. Okt. 1809. Vgl. Hosäus, Ernst Wolfgang B. (Dessau 1883).

Beilngries, (1885) 1701 Einw.

Beilstein, (1885) 1563 Einw.

Beilul *, Ort am Roten Meer, s. Italienisch-Ostafrika.

Bekleidungsämter *. Bei jedem Armeekorps ist im Standort der Generalkommandos (beim 3. in Spandau, beim 7. in Düsseldorf) ein Bekleidungsamt, welches die erweiterten Aufgaben der gleichzeitig aufgehobenen Montierungsdepots und die Leitung und Verwaltung der neueingerichteten Korpswerkstätten zur Anfertigung von Bekleidungsstücken aller Art für die Truppen des Korpsbereichs sowie die von den letztern verlangten Bekleidungsstoffe zu liefern und dem entsprechend Verträge mit Lieferanten und Fabrikanten abzuschließen hat. Ihre Geschäfte regelt die Bekleidungsordnung. Vorstand ist ein Stabsoffizier, Leiter der Werkstätten ein Hauptmann, beide inaktiv. Die B. sind den Korpsintendanturen unterstellt.

Bekleidungsgegenstände *, s. Gewebe (Bd. 17).

Belbet, kleiner Fluß im S. der Halbinsel Krim, entspringt am Nordwestabhang des Jailagebirges,

fließt meist in nordwestlicher Richtung u. mündet nördlich von Sebastopol ins Schwarze Meer; 65 km lang.

Beleuchtung. Die Helligkeit eines Platzes im Zimmer steht in geradem Verhältnis zur Größe des Himmelsabschnittes, welcher von dem Platz aus sichtbar ist, zum Einfallswinkel der Lichtstrahlen, zur Leuchtkraft des Himmels, zur lichtreflektierenden Kraft der beleuchteten Fläche, endlich zur Menge des von den Zimmerwänden, den gegenüberliegenden Häusern und andern Gegenständen reflektierten Lichts. Da das durch die obern Fensterscheiben strömende Licht einen größern Einfallswinkel und daher stärkere Leuchtkraft besitzt als das der untern Scheiben, so sollen die Fenster möglichst hoch an die Decke hinaufgehen und geradlinig, nicht bogenförmig abschließen; auch darf der obere Abschnitt des Fensters nicht durch Vorhänge verdunkelt werden. Die Leuchtkraft des Tageslichts schwankt nach dem Grad und der Art der Bewölkung nach Cohn an hellen Tagen zwischen 906 und 11,430, an dunkeln zwischen 305 und 4444 Meterkerzen (1 Meterkerze ist die B., welche ein in 1 m Entfernung von einer Normalkerze aufgestellter Schirm bei rechtwinkeligem Lichteinfall erfährt). Weber fand im Dezember 579-9863, im Januar 1592, bis 13,770, im Juni 4519-76,560, im Juli 8414-69,180 Meterkerzen. Die lichtreflektierende Kraft der Arbeitsfläche ist von großem Einfluß (Verwerflichkeit schwarzer Schiefertafeln, Nähen dunkler Stoffe). Schmidt-Rimpler hat nachgewiesen, daß die Sehschärfe zwar durch mäßige Menge seitlich auf das Auge fallenden Lichts in vielen (nicht in allen) Fällen verbessert, durch grelle seitliche B. aber unter allen Umständen verschlechtert wird. Nach Cohn ist eine B. von 10 Meterkerzen das Minimum, bei welchem Diamantdruck noch in 30 cm Entfernung lesbar ist. Dies Minimum muß selbst für sehr trübe Tage gefordert werden. Um beurteilen zu können, ob ein Arbeitsplatz im Zimmer genügend Tageslicht empfängt, teilt Weber den als Kugeloberfläche aufgefaßten Himmel in eine Anzahl gleich großer Quadrate, die er Raumwinkel nennt. Als Einheit wählte Weber ein Quadrat, dessen Seiten 1° eines größten auf der Kugel verzeichneten Kreises betragen; die Kugeloberfläche enthält dann 41,252,962 solcher Quadratgrade oder Raumwinkel. Weber baute einen sehr einfachen Apparat, den Raumwinkelmesser, mit welchem schnell und leicht ermittelt werden kann, wie viele Raumwinkel das Stück Himmel enthält, das von einem bestimmten Arbeitsplatz aus sichtbar ist, und unter welchem Winkel es den Platz trifft. Multipliziert man die Zahl der Raumwinkel mit dem Sinus des Einfallswinkels, so erhält man den reduzierten Raumwinkel, ein Maß der Platzbeleuchtung, welches zwar nicht absolut ist, weil es die Helligkeit des Himmels, die Weiße der Fläche und das von den Wänden reflektierte Licht vernachlässigt, aber, diese drei Faktoren als konstant vorausgesetzt, zu vergleichender Messung dienen kann. Nach Cohn ist die Helligkeit an Plätzen, auf welche gar kein Himmelslicht fällt, deren Raumwinkel also =0 ist, an trüben Tagen =1-3 Meterkerzen. Bei einem reduzierten Raumwinkel von 41-60° zeigte das Photometer an trüben Tagen 12-19, an hellen 22-70 Meterterzen. Um daher auch an Regentagen eine B. von mindestens 10 Meterkerzen zu sichern, ist ein reduzierter Raumwinkel von 50° als Minimum für den Arbeitsplatz zu fordern. Thatsächlich findet man sehr häufig Schulhäuser, in denen von vielen Plätzen aus keine Spur des Himmels zu sehen ist, und solche Plätze sind dann die Brutstätte der