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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Chaux de Fonds, La - Chingan

zustellen, daß derselbe zu den eierlegenden Tieren gehört.

Chaux de Fonds, La, (1888) 25,835 Einw.

Chemnitz, (1885) 110,817 Einw.

Chemōsis (griech.), seröse Schwellung der Augenbindehaut, meist das Symptom einer anderweitigen Erkrankung des betreffenden Auges.

Chenery, Thomas, engl. Orientalist, starb 11. Febr. 1884.

Cher, Departement, (1886) 355,349 Einw.

Cherbourg, (1886) 37,013 Einw.

Cherville (spr. schärwil), Gaspard Georges, Marquis de, franz. Schriftsteller, geb. 1821 zu Chartres, diente als Offizier und war dann während einer Reihe von Jahren der eifrigste Gehilfe des ältern Alex. Dumas: etwa 40 Romanbände entstanden bei dieser Mitarbeiterschaft. Seinen angestammten Neigungen eines Landedelmanns gehorchend, beteiligte sich C. an dem »Journal des Chasseurs« und wurde Chefredakteur einer Monatsschrift: »La vie à la campagne«, deren Titel auf die Artikel überging, welche er seit 1870 regelmäßig im »Temps« veröffentlicht, gehaltvolle, anmutige Plaudereien über alles, was das Landleben mit sich bringt. In Buchform erschienen von ihm die zugleich sachlich und humoristisch gehaltenen Werke: »Les aventures d'un chien de chasse« (1862), »L'histoire naturelle en action«, »Bètes en robe de chambre«, »Contes de chasse on de péche«, »Mugnetre« (von 1875 bis 1877), »Lettre de mon jardin« (1881), »Contes d'un coureur des bois« (1884), »Le gibier plume - Le gibier poil« (1885), »Mois au champs et au village« (1885-86) und das von Lambert illustrierte Prachtwerk »Les chiens et les chats« (1888).

Chevreul, Michel Eugene, franz. Chemiker, starb 9. April 1889 in Paris, 101 Jahre alt. Vgl. Malloizel, Œuvres scientifiques de M. C. (Par. 1887).

Chewjuren (»Schluchtenbewohner«), ein zur Völkerfamilie der Karthwelier (Georgier) gehöriger Volksstamm indo-europäischer Rasse im nördlichen Kaukasus, der, 7000 Köpfe stark, in den Thälern der Zuflüsse des Aragwa und des Argun lebt und zum Teil georgisch, zum Teil aber auch einen so altertümlichen Dialekt spricht, daß er von den eigentlichen Georgiern nur schwer verstanden wird. Die C. scheinen ein Gemisch von Georgiern, Osseten, Kistinen und andern Bergvölkern zu sein. Sie bekennen sich zum Christentum, opfern aber immer noch ihren Götzen, früher sehr kriegerisch und auch jetzt noch sorgsame Pfleger ihrer Waffen und Rüstungen, sind sie unter russischer Herrschaft friedliche Vieh- und Bienenzüchter geworden. Vgl. Radde, Die C. und ihr Land (Kassel 1878).

Cheyne-Stokessches Phänomen (spr. schähn-stoks-), eigentümliche Veränderung des Atmungsgeschäfts bei gewissen schweren Krankheiten. Das Cheyne-Stokessche Atmen besteht darin, daß auf einen Atemzug (Ein- und Ausatmung) eine ziemlich lang dauernde Phase kommt, in welcher gar nicht geatmet wird, dann erfolgt wieder ein vereinzelter Atemzug. Da die Atmung dadurch bewerstelligt, bez. reguliert wird, daß eine gewisse Menge im Blut enthaltener Kohlensäure gewisse Nervenfasern des verlängerten Marks reizt, so daß von hier aus der Impuls zu weitern, bez. nach Zahl und Intensität gesteigerten Atemzügen gegeben wird, so muß, wenn durch einen Krankheitszustand die Erregbarkeit des verlängerten Marks herabgesetzt ist, sich erst eine große Menge Kohlensäure im Blut ansammeln, bis sie genügt, um auf das verlängerte Mark denjenigen Reiz auszuüben, welcher zur Aus-

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lösung weiterer Atemzüge erforderlich ist. Hat nun aber durch einen Atemzug das Blut wieder Kohlensäure abgegeben, so genügt die in demselben zurückgebliebene nicht, um auf das ungenügend erregbare verlängerte Mark einen so starken Reiz auszuüben, daß sofort wieder ein Atemzug erfolgt, sondern es muß zuvor wieder durch Sistierung der Atmung zu einer Kohlensäureüberladung des Bluts kommen.

Chiasso <spr. ki-), Flecken im schweiz. Kanton Tessin, Bezirk Mendrisio, an der Fallopia und der Bahnlinie Lugano-Como, mit italienischem und schweizerischem Zollamt, Tabaksfabriken, Seidenspinnereien und (1888) 2498 Einw.

Childers, 1) Hugh Culling Eardley. engl. Staatsmann, war vom Januar bis zum August 1886 im neuen Ministerium Gladstone Minister des Innern.

Chile hatte 26. Nov. 1885 auf einem Areal von 776,000 qkm eine Bevölkerung von 2,527,320 Seelen, darunter 1,263,784 männlichen Geschlechts. Die volkreichsten Städte waren Santiago (188,305), Valparaiso (104,952), Concepcion (24,150), Talca (23,432) und Chillan (20,755). Die Einfuhr betrug 1887: 57,761,000 Pesos (48,631,000 für die Konsumtion), die Ausfuhr 62,713,000 Pesos (59,550,000 an Landesprodukten, Edelmetallen und Spezereien sind dabei eingeschlossen). Von der Einfuhr für den Verbrauch kamen 20,464,000 Pesos aus den Vereinigten Staaten, 11,632,000 Pesos aus Deutschland. Die Ausfuhr chilenischer Produkte nach diesen Ländern belief sich auf 44,978,000, bez. 5.071,000 Pesos. Der Tonnengehalt der 1887 eingelaufenen Schiffe war 1,544,980, davon nur 184,007 T. unter chilenischer Flagge. Die Handelsflotte besteht aus 179 Schiffen (37 Dampfern) von 18,769 T. Gehalt, und die Eisenbahnen hatten Ende 1887 eine Länge von 2693 km, wovon 1096 km Staatsbahnen waren. Die Einnahmen für das Jahr 1888 werden auf 46,775,546 Pesos, die Ausgaben auf 39,615,770 Pesos geschätzt, und auch die Schlußabrechnungen der vorhergehenden Jahre haben einen Überschuß ergeben. Die Nationalschuld belief sich 1. Jan. 1888 auf 88,435,071 Pesos, einschließlich von 24,887,916 Pesos Papiergeld. Die stehende Armee zählt 960 Offiziere und 5610 Mann; die Nationalgarde 48,854 Mann. Die Kriegsflotte besteht aus 44 Schiffen (3 Panzerschiffen, 3 Korvetten, 2 Kanonenbooten, 3 Kreuzern, 25 Torpedobooten u. a.) und wird von 238 Offizieren und 1921 Matrosen bemannt. - Nach Ablauf der Amtszeit de5 Präsidenten Santa Maria wurde 18. Sept. 1886 Balmaceda Präsident. Neuere Litteratur: Wiener, Chili et Chiliens (Par. 1888); Güßfeldt, Reise in den Andes von C. und Argentina (Berl. 1887); Arana, Historia general de C. (Madr. 1885-88, 8 Bde.).

Chimay, 2) Joseph de Riquet, Fürst von Caraman und C., starb 12. März 1886. Sein Sohn, Fürst Joseph, ist seit 1884 belgischer Minister des Auswärtigen.

China, Forschungsreisen, s. Asien (Bd.17, S. 58).

Chingan, lange und schmale Gebirgskette, welche die Wüste Gobi von der Mandschurei trennt und bis zur sibirischen Grenze hinzieht, sich aber nirgends über 2500 m Meereshöhe erhebt und verschiedene Zweige (Yakschan, Dazitu, Uthana) nach O. und W. absendet. Die Kette ist fast durchweg vulkanisch und bildet nach Richthofen das Endglied des großen vulkanischen Gebiets, welches mit den Basaltkegeln der Provinz Schantung im S. beginnt und sich mit wenigen Unterbrechungen bis nach N. fortsetzt. Der letzte bekannte Ausbruch des C. fand 1720-21 statt.