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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Cunitz - Czoernig

Arzt zu Bombay nieder. Seine Muße verwendete er zu Arbeiten aus dem Gebiet der indischen Altertumskunde und schrieb namentlich: »Memoir on the hostory of the Tooth Relic of Buddha« (Bombay 1875); »Notes on the history and antiquities of Chaul and BAssein« (das. 1876); »Sahyádrikánda« (das. 1877). Für den internationalen Orientalistenkongreß in Florenz, 1878, verfaßte er eine Darstellung der indischen Kulturgeschichte, die einen Preis seitens des Kongresses erhielt.

Cunitz, Aug. Eduard, protest. Theolog, starb 16. Juni 1886 in Straßburg.

Cunningham, 4) Alexander, General, Indianist, legte 1885 seine Stelle als archäologischer Direktor in Indien nieder und kehrte nach England zurück. Unterwegs litt er an der Insel Ceylon Schiffbruch, wobei ein großer Teil seiner Antiquitätensammlungen zu Grunde ging.

Curtius, 2) Georg, Sprachforscher. Eine Sammlung seiner »Kleinen Schriften« gab C. Windisch heraus (Leipz. 1886, 9 Bde.), der auch eine Biographie von (5. veröffentlichte (»Georg C., eine Charakteristik«, Berl. 1887).

Cusset, (1886) 5356 Einw.

Cust (spr, köst), Robert Needham, Orientalist und Sprachforscher, geb. 1821 zu Cockayne, erzogen in Eton, studierte die orientalischen Sprachen an dem College in Haileybury und war 1843-69 in Indien als Zivilbeamter in hervorragenden Stellungen thätig, zuletzt als Mitglied des indischen Rats in Kalkutta. Nach seiner Rückkehr nach Europa veröffentlichte er: »Modern languages of the East Indies« (1878); »Linguistic and oriental essays« (1879, 2. Serie 1887); »Pictures of Indian lifes« (1881); »Modern languages Of Africa« (1883, 2 Bde.); »The shrines of Lurdes, Saragossa, Loretto and Jerusalem« (1885,); »The languages of Oceania« (1886; franz. Übersetzung, Par. 1888). C. lebt, abgesehen von größern Reisen in Vorderasien, Nordafrika, der Türkei etc., seit 1869 in London, wo er Ehrenämter bei mehreren gelehrten und philanthropischen Gesellschaften bekleidet. C. ist Ehrendoktor der Universität Edinburg; seine Werke über afrikanischen, ostindische Sprachen sind ins Französische und Italienische übersetzt.

Cuvillier-Fleury, Alfred Auguste, franz. Schriftsteller, starb 18. Okt. 1887 in Paris.

Cyclops-Expedition, 1857, s. Maritime wissenschaftliche Expeditionen (Bd. 11).

Cygnäus, 2) Uno, finn. Schulreformator, geb. 12. Okt. 1810 zu Tawastehus, studierte in Abo und Helsingfors seit 1827 Theologie und Philosophie uud war 1837-39 Pfarrer und Lehrer zu Wiborg. Dann lebte er bis 1846 als geistlicher Kolonievorstand in Sitka (Alaska), wo, wie auf der Heimreise durch Sibirien, er mit Vorliebe naturkundliche Studien betrieb, hierauf als Geistlicher und Lehrer unter seinen Landsleuten in Petersburg wirkend, ward er mit der neuern deutschen Pädagogik bekannt und dadurch ganz dem Streben nach Verbesserung des heimischen Unterrichtswesens gewonnen. Nach längern Studienreisen durch Mitteleuropa in die Heimat zurückgekehrt, ward C. 1861 Oberinspektor des Volksschulwesens, richtete 1863 das erste finnische Lehrerseminar in Jyväskylä ein, dem er bis 1869 vorstand, und entwarf das finnische Schulgesetz, das 1866 ins Leben trat. 1870 trat er in die Oberbehörde (0verstyrelse) für das finnische Unterrichtswesen zu Helsingfors zurück und hat dort bis zu seinem Tod (2 Jan. 1888) verdienstlich gewirkt. Die fortschreitende Verwandlung der fliegenden Schulen in feste

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gelang C. besonders durch weitgehende Heranziehung weiblicher Lehrkräfte. In weitern Kreisen ist er daher als Förderer der höhern weiblichen Bildung, namentlich aber als der eigentliche Urheber der neuern Bewegung für Handfleiß (Slöljd) und Hausfleiß, berühmt. Er setzte es durch, daß die Handarbeit als Pflichtfach, auch für Knaben, in sämtliche Volksschulen und Seminare Finnlands eingeführt ward. In diesem Sinn hat er auch auf Schweden anregend gewirkt, daher er 1877 von Upsala zum Ehrendoktor ernannt ward. Er schrieb: »Förslag rörande folkskoleväsendet« (Helsingf. 1861 u. ö.).

Czaikowsli, Michael (Sadyk Pascha), starb 18. Jan. 1886 auf seinem Landgut im Gouvernement Tschernigow durch Selbstmord. Seine Aussöhnung mit der russischen Regierung, besonders sein Übertritt zur griechischen Kirche, hatte ihm die Gunst seiner Landsleute gänzlich entzogen.

Czarnikau, (1885) 4566 Einw.

Czartoryiski, 3) Adam Georg, Fürst. Seine interessanten und wertvollen Denkwürdigkeiten und die Korrespondenz mit Kaiser Alexander I., sind von Mazade herausgegeben worden (»Alexandre I et le prince C. Correspondance particulière et conversations 1801-23«, Par. 1865, und »Mémoirs du prince Adam C. et sa correspondance avec l'empereur Alexandre I«, das. 1887,2 Bde.; engl., Lond. 1888, 2 Bde.).

Czedik von Bründelsberg, Aloys, Freiherr von, österreich. Eisenbahnbeamter, geb. 14. Nov. 1830 zu Agram, studierte in Wien Philosophie, befehligte 1848 bis zum Mai das philosophische Korps der akademischen Legion, war 1849-51 Offizier und machte den ungarischen Feldzug mit, wurde 1851 Gymnasiallehrer in Teschen und 1853 Lehrer an der Wiedener Oberrealschule in Wien; 1859 veröffentlichte er eine »Weltgeschichte in Tabellen« (Wien 1859). Im J. 1861 wurde er in den niederösterreichischen Landtag und 1869 in das Abgeordnetenhaus gewählt. 1870 wurde er zum Sektionschef im Unterrichtsministerium, 1871 zum Direktor der Wiener Handelsakademie ernannt, 1873 Direktor und 1875 Generaldirektor der Kaiserin Elisabeth-Bahn, 1881 Chef der Generaldirektion der Staatsbahnen und 1884 Präsident der Generaldirektion der verstaatlichten Bahnen, zugleich Sektionschef extra statum im Handelsministerium. 1882 wurde er in das Herrenhaus berufen und 1884 in den Freiherrenstand erhoben.

Czeméte, Badeort im ungar. Komitat Sáros, bei Cperies, mit einem kohlensäurereichen erdigen Eisensäuerling.

Czempin, (1885) 2418 Einw.

Czerny, 3) Vinzenz, Chirurg, geb. 19. Nov. 1842 zu Trautenau, studierte in Wien, promovierte 1866, wurde dann Assistent an Billroths Klinik und ging 1871 als Professor der Chirurgie und Direktor der chirurgischen Klinik nach Freiburg i. Br., 1877 in gleicher Eigenschaft nach Heidelberg. Hoch verdient um die moderne Chirurgie, förderte er namentlich die Operationen am Kehlkopf, Schlundrohr, Magen und Darm, an Niere und Gebärmutter sowie die Radikaloperation der Eingeweidebrüche. Er schrieb: »Über die Beziehungen der Chirurgie zu den Naturwissenschaften« (Freiburg 1872); »Beiträge zur operativen Chirurgie« (Stuttg. 1878).

Czigelka, Dorf im ungar. Komitat Sáros, bekannt durch die Czigelkaer Ludwigs-Quelle (alkalisch-muriatischer jodhaltiger Säuerling).

Czoernig, Karl von, Freiherr von Czernhausen, Statistiker, starb 5. Okt. 1889 in Görz.