Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Dampfturbine; Danckelmann; Dändliker; Dandyfieber; Dänemark

205

Dampfturbine - Dänemark.

eintritt etc. Durch die gegenüberliegenden Schlitze b und b^{1} wird erzielt, daß der radiale Druck auf den Kolben von beiden Seiten gleich ist, also der Kolben behufs Verminderung der Reibung entlastet wird. Auch die rotierenden Maschinen hat man zum Betrieb elektrischer Maschinen heranzuziehen gesucht. In England hat die sogen. Kugelmaschine von Heenau u. Froude besonders bei der elektrischen Beleuchtung von Schiffen und Eisenbahnen Anwendung gefunden und arbeitet da mit 1000-1100 Umdrehungen pro Minute. Als Grundmechanismus der Maschine dient das Hookesche Universalgelenk. Sie beruht also auf demselben Grundgedanken wie die Scheibenmaschine (s. Bd. 4, S. 469). Seit einigen Jahren ist in England für ähnliche Zwecke die Dampfturbine als Mitbewerber aufgetreten. Dieselbe besteht aus einem rotierenden langen Vollcylinder, welcher mit zwei Systemen von Flügeln oder Schaufeln besetzt ist. Die letztern stehen schräg zur Cylinderachse und sind in

^[Leerzeile]

^[img]

Fig. 1. Längsschnitt.

Fig. 2. Querschnitt.

Fig. 1 u. 2. Gräbner-Maschine.

^[Leerzeile]

jedem System in Ringreihen angeordnet, zwischen welche Reihen von festen Schaufeln hineinragen, die an dem den Laufcylinder umgebenden Gehäuse befestigt sind. Die Schaufeln des einen Systems sind denen des andern entgegengesetzt geneigt, während wiederum in jedem System die feststehenden Schaufeln zu den beweglichen rechtwinkelig gerichtet sind. Der Dampf tritt in der Mitte zwischen beiden Schaufelsystemen ein und zwar mit 10 Atmosphären Spannung, strömt durch die festen und beweglichen Schaufelreihen nach beiden Seiten hin und wird dann abgeführt. Eine gute Ausnutzung der Dampfkraft ist hierbei nur durch Anwendung sehr großer Geschwindigkeit möglich. Die Turbine macht dementsprechend auch 10,000 Umdrehungen pro Minute und übertrifft damit wohl alles bisher Dagewesene. Durch die Anwendung einer großen Zahl von abwechselnden festen und beweglichen Schaufelringen wird das ganze Gefälle zwischen dem hohen Druck des einströmenden und dem niedrigen des ausströmenden Dampfes in ebenso viele Stufen zerlegt, so daß jedes Ringpaar nur einen kleinen Überdruck aufzunehmen hat. Damit der Dampf, der stufenweise erfolgenden Spannungsabnahme entsprechend, sich ausdehnen kann, nehmen die zwischen den Schaufeln verbleibenden Durchgangsöffnungen nach den Enden des Gehäuses hin allmählich zu. Durch die symmetrische Anordnung des Schaufelwerks wird der Axialdruck auf die Lager vermieden, so daß dieselben nur das geringe Eigengewicht des Schaufelcylinders aufzunehmen haben; trotzdem aber muß bei der ungeheuern Geschwindigkeit durch einen beständig zugeführten Ölstrom für gehörige Abkühlung der Lagerstellen gesorgt werden. Der Dampfverbrauch soll demjenigen mittelguter Dampfmaschinen gewöhnlichen Systems gleichkommen.

Dampfturbine *, s. Dampfmaschine (Bd. 17).

Danckelmann, 1) Eberhard, Freiherr von. Vgl. Breysig, Der Prozeß gegen Eberhard D. (in Schmollers "Forschungen", Bd. 8, Leipz. 1889).

Dändliker *, Karl, schweizer. Historiker, geb. 6. Mai 1849 zu Rorbas im Kanton Zürich, studierte vornehmlich Geschichtswissenschaften in Zürich unter Büdinger und v. Wyß und in München unter Giesebrecht, promovierte in Zürich mit einer Untersuchung über "Die drei letzten Bücher Herodians" (in Büdingers "Untersuchungen zur römischen Kaisergeschichte", Bd. 3, Leipz. 1870), wurde 1872 Geschichtslehrer am Züricher Lehrerseminar in Küßnacht, habilitierte sich 1875 als Privatdozent der Schweizergeschichte am eidgenössischen Polytechnikum und an der Hochschule Zürich und wurde 1883 zum außerordentlichen Professor daselbst ernannt. Er schrieb: "Lehrbuch der Geschichte des Schweizervolkes" (Zürich 1875); "Ursachen und Vorspiel der Burgunderkriege" (das. 1876); "Hans Waldmanns Jugendzeit und Privatleben" (das. 1878); "Bausteine zur politischen Geschichte Hans Waldmanns" ("Jahrbuch für schweizerische Geschichte", Bd. 5, das. 1880); "Die Eidgenossen und die Grafen von Toggenburg" (ebenda, Bd. 8, 1883); "Der Ustertag und die politische Bewegung der 30er Jahre im Kanton Zürich" (das. 1881); "Geschichte der Schweiz mit besonderer Rücksicht auf die Entwickelung des Verfassungs- und Kulturlebens" (das. 1884 bis 1888, 3 Bde.); "Kleine Geschichte der Schweiz" (das. 1889); "Hans Waldmann und die Züricher Revolution von 1489" (das. 1889). Außerdem gab er mit J. J. ^[Johann Jacob] Müller ein "Lehrbuch der allgemeinen Geschichte" (2. Aufl., Zürich 1878) heraus.

Dandyfieber *, s. v. w. Dengfieber (Bd. 17).

Dänemark. Im Zeitraum 1883-87 haben sich verschiedene Veränderungen in Produktion und Handel bemerkbar gemacht, wie aus folgender Übersicht über Einfuhr und Ausfuhr der wichtigsten Artikel hervorgeht. Es betrug bei folgenden Warengattungen:

^[Leerzeile]

Mehreinfuhr Mehrausfuhr

jährlicher Durchschnitt (in Mill. Kronen)

1878-82 1883-87 1878-82 1883-87

Kolonialwaren 23,1 17,1 - -

Getränke 1,2 2,4 - -

Manufakturwaren 31,1 32,9 - -

Metalle 16,6 20,0 - -

Holz 9,6 11,6 - -

Steinkohlen 10,2 12,9 - -

Tiere - - 48,2 43,9

Fettwaren - - 20,5 40,6

Getreide etc. - 3,9 24,6 -

^[Leerzeile]

Der Rückgang der Mehreinfuhr von Kolonialwaren ist unter anderm so zu erklären, daß die Mehreinfuhr von Zucker 1878-82 durchschnittlich jährlich 23,7 Mill. kg im Wert von 10,7 Mill. Kronen betrug, 1883 bis 1887 durchschnittlich nur 15,5 Mill. kg im Wert von 5,9 Mill. Kr. In derselben Zeit war aber die einheimische Rohrzuckerproduktion von 2,6 Mill. kg bis 15,1 Mill. kg jährlich gestiegen. Aus der Verwandlung der Mehrausfuhr von Getreide etc. in Mehreinfuhr darf man nicht schließen, daß die dänische Landwirtschaft zurückgegangen ist. Neuerdings wird die Viehzucht bevorzugt, was namentlich aus den Exportzahlen der Fettwaren hervorgeht; die Mehrausfuhr dieser Waren ist in der Periode 1883-87 gegenüber den Jahren 1878-82 auf das Doppelte gestiegen, und im einzelnen betrug die Mehrausfuhr in den zwei Jahren 1882 u. 1887 von Speck und Schinken 4,6 Mill., resp. 22,5 Mill. kg, von Butter 10,9 Mill., resp. 19 Mill. kg, von Eiern 45 Mill., resp. 107 Mill. Stück. Die gesamte Einfuhr betrug 1883-87 durchschnittlich jährlich 2395 Mill. kg, die Ausfuhr 547 Mill. kg, resp. 254,8 und 179,0 Mill. Kronen; für 1887 stellte