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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Drinov - Dubois

gleichmäßig, sobald das Terrain bewegt wird, so daß bei abwechselnd steigendem und fallendem Terrain eine wellenförmige Saat entsteht, da der Saatkasten eine geneigte Lage annimmt und die Löffel zu früh oder zu spät in die Trichter ausleeren. Bei den ältern Drittsäemaschinen suchte man durch Einstellung des Saatkastens mit Hilfe einer Kurbel diesem Übelstand zu begegnen, und dies gelingt auch bei sehr aufmerksamen Arbeitern und in dem Fall, daß das Terrain nicht zu häufig wechselt. Je mehr aber die Drillkultur Verbreitung findet, desto häufiger findet dieselbe auch auf hügeligem Terrain Anwendung, wo man von der Arbeit der ältern D. mit der sogen. Stellvorrichtung für hügeliges Terrain nicht befriedigt war. Demnach sah sich in neuerer Zeit fast jede größere Fabrik von Drillmaschinen genötigt, eigne Maschinen zu konstruieren, welche auch bei dem genannten Umstand eine gleichmäßige Aussaat liefern. Hierzu werden zwei Wege eingeschlagen und zwar 1) die Benutzung von Säeapparaten, welche von der jeweiligen Stellung des Saatkastens in ihrer Wirksamkeit nicht beeinflußt werden. Es entsprechen dieser Anforderung die sogen. Schubräder, die durch die Weltausstellung in Philadelphia 1876 bekannt geworden und ihr Vorbild in dem alten Thorner Säerad finden, welches den Samen mittels eines Zellenrades auswarf. Anstatt der Zellen sind die Umfänge der neuern Schubräder in der Regel mit Rippen oder stumpfen Zähnen besetzt; dieselben arbeiten in einer Kapsel oder einem stellbaren Mantel. Die Aussaatmenge wird weder beim Bergauf- und Bergabfahren noch beim Fahren im Hang, wo Sich die Maschine schief stellt, in bemerkenswerter Weise beeinflußt. Die im Bau von Drillmaschinen hervorragenden Fabriken von Zimmermann u. Komp. in Halle a. S. und von Siedersleben u. Komp. in Bernburg haben diese Maschinen zu einer allen Anforderungen entsprechenden Konstruktion ausgebildet. 2) Der Saatkasten wird derartig aufgehängt, daß er unter allen Umständen, also namentlich wenn die Maschine im Hang fährt, in gleicher Lage zu einer Vertikalen verharrt. Es geschieht dies durch entsprechende Aufhängung des Saatkastens und durch ein schweres Gewicht, welches die normale Stellung desselben erhält. Eine Änderung dieses Stellsystems besteht darin, daß nur die Trichter, welche das von den Säeapparaten ausgeworfene Saatgut aufnehmen, ihre Stellung im Saatkasten entsprechend verändern, während dieser sich mit dem Hang neigt, bez. anhebt. Letztere Methode, bei der D. von Fr. Dehne in Halberstadt in Anwendung, ist die zweckmäßigere, wie die Praxis ergeben hat. Aber trotzdem kann dieselbe nur bei steigendem oder fallendem Terrain in der Fahrrichtung ihre Wirksamkeit entfalten, während die Maschine beim Schiefstellen des Saatkastens, d. h. bei seitlicher Neigung desselben, nach wie vor ungleichmäßig säet. Überhaupt ist das erstere System (die Schubräder) auch aus dem Grunde das empfehlenswertere, weil es stets gleichmäßig säet, während bei dem zweiten System erst das Befahren des Hanges eingetreten sein, also eine ungleichmäßige Aussaat bereits stattfinden muß, wenn die Einstellung des Saatkastens oder der Trichter für gleichmäßiges Säen erfolgen soll. Auch verursacht der beweglich aufgehängte Saatkasten leicht Schwankungen, selbst wenn man, wie dies mehrfach versucht wurde, Hemmungen anbringt, So daß z. B. beim Durchfahren einer Bodenvertiefung bereits Änderungen der Saatmenge stattfinden. Die erwähnte Verbesserung der D. ist namentlich aus dem Grund von besonderer Wichtigkeit, weil man mit derselben im stande ist, dia Drillkultur ohne jedes Bedenken auf hügeliges Terrain auszudehnen, welches bisher noch zumeist der Handsaat zufiel.

*Drinov, Maria, bulgar. Geschichtschreiber und Ethnograph, geb. 1838 zu Panagjurischte, studierte in Moskau und wirkt gegenwärtig als Professor an der Universität Charkow. Er veröffentlichte: »Über die Abstammung des bulgarischen Volkes und über die Anfänge der bulgarischen Geschichte« (1869); »Die Geschichte der bulgarischen Kirche« (1869), eine Studie über die Ansiedelungen auf der Balkanhalbinsel zur Zeit der Völkerwanderung (1873), und eine andre über die Beziehungen der Südslawen zum byzantinischen Kaiserreich (1876) sowie viele Aufsätze in russischer und bulgarischer Sprache über Geschichte, Litteratur und Archäologie der Bulgaren. Auch gab er eine Sammlung bulgarischer Nationallieder heraus.

Drome, Departement, (1886) 314,615 Einw.

Drossen, (1885) 5277 Einw

Droste-Hülshoff, Annette, Dichterin. Eine Biographie der Dichterin schrieb H. Hüffer (Gotha 1887).

Droz, 5) Numa, war 1886 wieder Vizepräsident und 1887 Präsident des Bundesrats und übernahm darauf das Auswärtige Amt.

*Druckluft als Kraftübertragungsmittel, s. Transmission (Bd. 17).

Drulingen, (1885) 506 Einw.

*Dschessalmir (Jaisalmer, Jeysulmere), ein unter britischem Schutz stehender Radschputanastaat in Britisch-Indien, umfaßt 42,506 qkm (772 QM.) mit 108,413 Einw. Das Land bildet einen Teil der großen indischen Wüste, ist sehr wasserarm, fast ohne alle Industrie, aber gesund. Die gleichnamige Hauptstadt hat ein auf einem Hügel erbautes Fort mit dem Palast des Fürsten, mehreren Dschainatempeln und 10,965 Einw.

*Djchisak, Kreisstadt und Festung in der Provinz Sir Darja des Generalgouvernements Turkistan in Russisch-Zentralasien, an der Straße von Taschkent nach Samarkand und am nördlichen Abhang des Nur-Ata, welcher das Thal des Sir Darja von dem des Serafschan trennt, mit 188^[unleserlich]) 8701 Einw. D. war früher eine zu Bochara gehörige Festung, welche 30. Okt. 1866 von den Russen genommen wurde.

*Dschulpigori (Jolpaiguri), Distrikt der Division Radschschahye in der britisch-ind. Provinz Bengalen, 7469 qkm (136 QM.) groß mit (1881) 585.562 Einw., davon 208,513 Mohammedaner, welche vornehmlich Reis und Thee bauen. Die gleichnamige Hauptstadt hat 7936 Einw.

*Dschuthia (Ajudhia), Stadt im hinterind. Reich Siam, auf einer Insel des Menamflusses, 80 km nördlich von Bangkok, die ehemalige Residenz der Herrscher von Siam, wurde 1767 von Pegu erober: und zerstört. Neben den Ruinen der großartigen Paläste und Pagoden (jetzt in der üppigen Vegetation nahezu überwuchert) ist die neue, unscheinbare Stadt mit ihren vielen Kaufläden erbaut, die 40,000 Einw. (Siamesen, Chinesen, Lao, Malaien) zählt.

*Dubbeln, Dorf im russ. Gouvernement Livland, 24 km westlich von Riga, unweit des Rigaschen Meerbusens und an der Eisenbahn Riga-Tuckum gelegen, mit Riga durch Dampfschiffahrt verbunden, mit besuchten Seebädern.

Düben, (1885) 3165 Einw.

Dubin, (1885) 716 Einw.

Dubois, 1) Guillaume, Kardinal. Vgl. Fontaine de Rambouillet, La Regence et le cardinal D. (Par. 1886).