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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Echternach - Egge

actaca) geschlossen werden. Über Systematik und Biologie vgl. die einzelnen Klassen. Vgl. Hamann, Beiträge zur Histologie der E. (Jena 1884-88); P. u. F. Sarasin, Ergebnisse naturwissenschaftlicher Forschung auf Ceylon, 1. Bd., 3. Heft (Wiesbad. 1888); Simon, Die Entwickelung der Synapta digitata und ihre Bedeutung für die Phylogenie der E. (»Zeitschrift für Naturwissenschaft« 1888).

Echternach, (1885) 3671 Einw.

*Echtler, Adolf, Maler, geb. 1843 zu Danzig, begann mit 19 Jahren seine Studien auf der Akademie zu Venedig und bildete sich dann weiter in Wien und bei Professor W. Diez in München. 1877 siedelte er nach Paris über, wo er bis 1888 seinen Wohnsitz behielt. Nachdem er anfangs nur Genrebilder aus dem venezianischen Volksleben gemalt, welche sich durch Lebendigkeit der Darstellung, Anmut der Charakteristik und Flüssigkeit des Kolorits gleichmäßig auszeichneten (vor der Logetta in Venedig, Brunnenszene in Venedig, vor der Markuskirche, Erinnerung an Italien), wandte er sich auf Grund von Studien, welche er in der Bretagne und Normandie gemacht, dem ländlichen Sittenbild zu. Der Ruin einer Familie (1883), Gestürzt und die Vorleserin sind seine Hauptwerke dieser Gattung. 1888 siedelte er nach München über.

Eckartsberga, (1885) 2013 Einw.

Ecker, Alexander, Anatom und Anthropolog, starb 20. Mai 1887 in Freiburg.

*Eckerberg, Wasserheilanstalt, s. Nemitz (Bd. 17).

Eckernförde, (1885) 5604 Einw.

Ecuador hat nach einem 1885 ausgeführten Zensus 1,004,651 Einw. auf 643,295 qkm. Die Indianer im W. der Andes sind dabei ausgeschlossen. Die bedeutendsten Städte sind Quito (80,000), Guayaquil (40,000), Cuenca (30,000) und Riobamba (18,000). Die Einfuhr betrug 1887: 11,462,523, die Ausfuhr 10,119,478 Sucré (zu 4 Mk.). Hauptartikel der Ausfuhr sind Kakao, Kaffee und Kautschuk. Die Staatseinnahmen betrugen 1887: 9,774,177 Sucré, die Ausgaben 9,774,177 Sucré, und die Staatsschuld belief sich 1. Jan. 1888 auf 14,217,202 Sucré. Das stehende Heer zählt 4730 Mann, die Flotte 3 kleine Schiffe.

Ed, Hafenort an der gleichnamigen, ganz offenen Bucht der Südwestküste des Roten Meers, wurde 1880 unter italienisches Protektorat gestellt. Der Ort hat etwa 500 Hütten der Danakil; etwas östlich steht ein altes, teilweise verfallenes Fort aus Lavablöcken. Die ziemlich wohlhabenden Bewohner führen Schlachtvieh, Butter, Häute und Straußfedern nach Jemen und Aden aus und holen von dort Durra, Eisen, Zeuge u. a. Das Wasser des Ortes ist brackig. In dem wasserreichen Hinterland werden viele Ziegen, Schafe, Rinder, Kamele und Esel gezüchtet. Der Hafen von E. wird von ägyptischen Dampfern periodisch angelaufen.

Eddelak, (1885) 2373 Einw.

Edelinck, Gerard, Kupferstecher. Sein Leben beschrieb H. Delaborde (Par. 1886).

Edelsheim, 2) Leopold Wilhelm, Freiherr von E.-Gyulai, ward im Juli 1886 seiner Stellung als Landeskommandierender in Budapest enthoben; er hatte nämlich die Handlung des Generals Janski, der die Gräber der 1849 bei der Erstürmung Ofens gefallenen österreichischen Offiziere geschmückt hatte, mißbilligt und Tisza dies im ungarischen Abgeordnetenhaus zur Beschwichtigung der nationalen Empfindlichkeit der Magyaren mitgeteilt.

Edenkoben, (1885) 5008 Einw.

Edlund, Erik, Physiker, starb 19. Aug. 1888 in Stockholm.

*Egelhaaf, Gottlob, Geschichtschreiber, geb. 1. März 1848 zu Gerabronn in Württemberg, besuchte das Seminar in Urach, studierte in Tübingen Philologie und Geschichte, erwarb daselbst 1868 mit einer Schrift: »De Lyciorum terra, rebus gestis, institutis«, den ersten Preis der philosophischen Fakultät, ward 1874 Lehrer am Karlsgymnasium in Heilbronn und 1885 Professor am Karlsgymnasium in Stuttgart. Er unternahm mehrere Reisen ins Ausland und beteiligte sich auch lebhaft an der Politik; bei den Reichstagswahlen 1878 war er Kandidat der deutschen Partei in Heilbronn und unterzeichnete 1884 das Heidelberger Programm. Von seinen Schriften sind außer zahlreichen Abhandlungen in Zeitschriften zu erwähnen: »Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst« (Stuttg. 1880); Grundzüge der deutschen Litteraturgeschichte« (6. Aufl., Heilbr. 1888); »Grundzüge der Geschichte« (2. Aufl., das. 1888-89, 3 Tle.); »Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation« (2. Aufl., Berl. 1885), für welche er den zweiten Preis des Allgemeinen Vereins für deutsche Litteratur erhielt; »Analekten zur Geschichte« (Stuttg. 1886); »Deutsche Geschichte im 16. Jahrhundert bis zum Augsburger Religionsfrieden« (das. 1889 ff.). Auch gab er kommentierte Ausgaben von Livius, Buch 23, und Tacitus' »Germania« in der »Bibliotheca Gothana« (Gotha 1884-85) heraus.

Egeln, (1885) 5075 Einw.

Egge. In der jüngsten Zeit sind die Wieseneggen (Wiesenmooseggen) nicht unerheblich verbessert worden. Bisher war vornehmlich die böhmische Wiesenegge in Anwendung, welche aus einer größern Anzahl dreiseitiger, mit je drei Zähnen besetzter Platten gebildet ward. Die einzelnen Platten sind durch Kettenglieder derartig miteinander verbunden, daß die E. sich dem Boden vollkommen anschmiegen kann. In der Folge fand eine Wiesenegge Verbreitung, welche von Howard erfunden war. Dieselbe besteht aus einzelnen, gelenkig miteinander verbundenen Gliedern, welche aus Stahldraht mit übergossenen Hartgußzähnen hergestellt sind. Die Zähne besitzen an beiden Seiten verschiedene Formen und Längen, so daß sie je nach der Verwendung der einen oder andern Arbeitsseite verschieden tief in den Boden eindringen und ein mehr oder minder scharfes Aufreißen desselben bewirken. Diese E. wurde in neuester Zeit durch Laacke (Groß u. Komp.) in Eutritzsch erheblich verbessert. Die Zähne sind in die Eggenglieder eingetrieben, so daß sie nach erfolgter Abnutzung leicht ausgewechselt werden können; die einzelnen Glieder bestehen aus Schmiedeeisen mit eingepreßten, federnden Gehäusen, in welche die aus Hartguß gefertigten Zähne eingetrieben werden. Dieselben sind auf der einen Seite als messerartige, 7 cm lange Klingen gestaltet, während dieselben auf der andern Seite nur 4 cm lang und vierkantig zugespitzt sind. Überdies, und dies ist das Wesentlichste der Laackeschen Wieseneggen, ist die Strichwirkung eine erheblich bessere als bei der Howardschen E., indem jeder Zahn eine besondere Reihe zieht und die Strichweite nur 2-2,5 cm beträgt. Es wird dies durch verschiedene Formen der einzelnen aufeinander folgenden Glieder erreicht. Bei der Howardschen E. fielen dagegen die Striche der 1., 3. und 5. sowie der 2. und 4. Reihe zusammen. Die Laackeschen Eggen, auch die Ackereggen desselben, haben in neuester Zeit allgemeine Anerkennung und die umfassendste Verbreitung gefunden.