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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Erdbeben (mechanischer Charakter der Erdbebenwellen)
seits rührt wohl voll der Natur des Gesteins her,! Erzeugung des Schallphänomens ist nach G. Knott der Intensität der ursprünglichen Erschütterung und ,, eine hinreichend ausgeprägte vertikale Bewegung der Art der Welle, die beobachtet wurde. Milnefand, mit äußerst kurzer Periode, die seiner Ansicht nach daß die vertikale freie Oberflächenwelle die schnellste ^^ stets vorhanden ist, wenn sie auch vom Seismogra-Geschwindigkeit habe, dann die normale, und ain ^^ phen nicht innner verzeichnet wird, während I.Milne langsamsten war die transversale Bewegung. Die die den: eigentlichen E. vorausgehenden Schwingrößte Anzahl von Wellen in einem gegebenen Zeit- gungen als die Ursache ansieht, die eine Zu kurze Peraunt tritt ein, wenn die Amplitude gering ist, umgekehrt ist bei großer Amplitude in weichem Boden die Zahl der Wellen am geringsten. Die Periode ist an einer Station nicht konstant ,, ebensowenig das Verliältnis der Periode an zwei Stationen. Je kleiner die Amplitude, um so kürzer die Periode. Die größte Projektionskraft haben Wellen in weichem Boden, in welchem auch die größte Beschleunigung beobachtet wird. Von den beiden Bewegungskomponenten wird die vertikale am seltenstell bemerkt, da sie nur dann wahrnehmbar ist, wenn der Ursprung der seismischen Störung in der Nähe der Beobachtungsstation liegt.
Dieselbe ist jedesmal kleiner als die horizontale Komponente; im Mittel ist das Verhältnis beider wie 1:6. Ein Gleiches gilt von der Periode und Dauer der vertikalen Bewegung im Verhältnis zur horizontalen.
Durch Zusammensetzung der drei rechtwinkeligen Komponenten eines vom Seismographen gelieferten Erdbebendiagramms läßt sich die Bewegung eines Erdpartikels an einem Modell darstellen. Fig. 1-3 geben eine Vorstellung von dem Weg, den der Boden bei einer Erde rschütterung beschreibt.
Das E. beginnt mit leichten Erzitterungen, während der 3. Sekunde tritt zuerst eine ziemlich bedeutende horizontale Bewegung zusammen mit einer beträchtlichen vertikalen hervor. In der 9. Sek. erreicht die vertikale Bewegung ihr größtes Ausmaß: l, :>ium, die horizontale hingegen 5 mm, bei einer Schwingungsperiode von 1,5 Sek. für beide. Die größte horizontale Bewegung von 7,3 mm erscheint von der 33.-34. Sek. mit einer vollen Periode von 2 Sek. Nach der 71. Sek. hört die vertikale Bewegung völlig auf, die Störungen beschränken sich ganz auf die horizontale Ebene. Aus diesem Modell taun man zugleich die gewöhnliche Reihenfolge der Phänomene bei einem typischen E. entnehmen; es beginnt mit einer Reihe von leichten Erbitterungen,
Fig. 1-3. Bewegung einer Erdpartikel während des Erdbebens zu Tolio.
15. Jan. 1837, dargestellt durch einen Kupferdraht nach den drei rechtwinkeligen Komponenten
des Vrdbebendiagramms. Die Zahlen geben die Sekunden an von l)-72. Nach S. Sekiya
(viermalige Vergrößerung der vertikalen und horizontalen Bewegung).
riode haben, als daß sie von den Instrumenten wiedergegeben werden könnten. Als wichtigstes Resultat seiner Erdbebenbeobachtungen in Japan konnte I.
Milne den Umstand verzeichnen, daß 84 Proz. aller Stöße auf den: Meeresboden oder an der Küste des Pacific ihren Ursprung haben, daß die Intensität im W. fast 3V-2mal so groß ist als im S., daß das Maximum der E. mit dem Minimum der Temperatur zusammenfällt, und daß 11,2 Proz. mehr G. bei Niedrigwasser eintreten als bei Hochwasser. Dieses Ergebnis führt ihn zu dem Schluß, daß die primäre Ursache der E. eine der Erde endogene ist, und daß exogene Phänomene, wie die Anziehung von Sonne und Mond und Schwankungen im Gleichgewicht der Atmosphäre, nur eine sekundäre Rolle in der Erzen gefolgt von einem oder mehreren Stößen, die durch l gung der seismischen Erschütterungen spielen.
mehr oder minder unregelmäßige Bodenschwingungen getrennt sind und schnell aufeinander folgen, zuletzt kommen wieder zitternde Schwingungen, die rasch abnehmen. Die wesentliche Vorbedingung für
Zu einem besondern Zweig der Erdbebenkunde hat sich in den letzten Jahren das Studium der leisen Erzitterungen des Bodens herausgebildet, die Mikroseismologie. Durch Beobachtung sehr empfind-