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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Erstattung - Espalion
einander, so bildet der zwischen ihnen liegende Grat die Wasserscheide. Die Hauptwasserscheide verläuft gewölmlich in gewundener Linie und zeigt abwechselnd sattelförmige Vertiefungen mit Erhebungen.
Bei der Ausbildung der Erosionsrinne in vertikaler Richtung kommt nicht bloß die Korrosion in Betracht, sondern es tritt daneben noch die Verwitterung in Wirksamkeit. Besteht der Boden aus einer Neihe'uon Schichten, die abwechselnd aus festem und lockerm Gestein von verschiedener Beschaffenheit und Lagerung zusammengesetzt sind, so setzen sie der erodierenden Kraft verschiedene Widerstände entgegen. In die
Fig. 2. Querprofil einer Erosionsrinne.
oberste harte Gesteinsmasse a in Fig. 2 schneidet der Wasserlauf eine Rinne mit fast senkrechten Wänden ein. Da das Gestein der Verwitterung nur in geringem Maß unterliegt und die Korrosion der etwanigen Verwitterungsprodukte schnell vor sich geht, so kann sich nt beiden Seiten des Thals keine Schutt-Halde bilden. 5?at der Wasserlauf die unter:r liegende zweite Schicht d weiä-en und lockern Gesteins fast durchschnitten, so wird infolge schnellerer Verwitterung dem Bach eine große Masse Sediment zugeführt; dieselbe stammt nicht nur von der Schicht !>, sondern auch vona, die durch Unterwaschen des Baches ihre Stütze verliert und abbricht. Die in den Wasserlauf geschwemmten Gesteinsinassen verringern da5 Gefalle und zugleich die Korrasionskraft. Ist auch c durchschnitten,' so liefern die Schichten a und d die Produkte der Verwitterung, c die der E.; hat die erodierende Kraft endlich auch <1 durchfurcht, und ist damit ein Gleichgewichtszustand vorläufig eingetreten, so wird c unterminiert und die Stütze für die Schutthalde, welche in d sich gebildet hat, genommen, die losen Massen stürzen nach und unterhöhlen dadurch wieder a. Unter solchen Verhältnissen ist das Normalprofil ausgebildet, alle weitern Veränderungen gehen durch die Verwitterung allein vor sich und betreffen die obern Schichten in stärkerm Grad als die unterste, welche durch das herabfallende Material geschützt ist. Seitliche E. tritt überall da ein, wo die Kraft der Strömung zu beiden Seiten eines Wasferlaufv ungleich verteilt ist. Dies geschieht stets, wo derselbe von der geraden Lima abgelenkt wird. Es
bilden sich Kurven im Etromlauf
und wirbelnde Bewegungen, die durch Korrasion
im Boden
runde Becken und an den Seiten Nischen mit geglätteten Wänden aushöhlen (Fig. 3), Das großartigste Beispiel von Flußerosion bietet der Canon des Colorado. Bei diesem Strom sind alle Vorbedingungen für eine energische Korrosion bezüglich Wassermenge, Sedimente und Gefalle erfüllt. Die gleichförmige
Fig. 3. Seitliche Erosion
Ausgestaltung eines so langen und tiefen Erosionsthals beruht auf der großen Erhebung des Gelne s,! der horizontalen Lagerung der Schichten, der Wechsellagerung von homogenen harten Schichten mit solchen, welche der Verwitterung wenig widerstehen, und auf dem trocknen Klima. Jede Tlmlwand bestebt aus einer Ubereinanderfolge von abwechselnden Schutthalden und Steilwänden, deren oberste allmählich zurückweichen, während die Schuttkegel, die den weichern Schichten entsprechen, sich verbreiten) (s. Thäler, Bd. 17, mit Tafel). Vgl. v. Nicht! Höfen, Führer für Forschungsreisende (Verl. 1886); Noe und Margerie, 1^68 tonne« äu terrain (Par.
1888); Gilbert, (56uls>^ ot'tlie lleurv Hionntinus (Washingt. 1877); Dutton, ^eniar^lii Lwi'^ ottke 6^i,<l <?5U0,l I)j8t!'j< t (das. 1882).
^Erstattung (Restitution, Rückerstattung), der Rückersatz zu viel erhobener Einnahmen, insbesondere derjenige, welcher vor Abschluß und Einlieferung der Rechnungen an die Kontrollbehörde i Oberrechnungskammer) erfolgt. Da an den bückerlichen Eintragungen keine Korrekturen durch Radierungen oder Streichungen vorgenommen werden dürfen, so ist die E. in ^^ usgabe zu stellen.
Erstein, (1^85.) 4378 Einw.
Erzgebirge. Zur Litteratur: Vurgkhardt, Das E., orometri^ch-aiuhrovogeographische Studie (Stuttg.
1888); Süßmilch Hörnig, Das S. in Vorzeit. Vergangenheit und Gegenwart (Annab. 1889); Laube, Geologie des bölnnischen Erzgebirges (im »Archiv der^ naturwissenschaftlichen Landesdurchforschung Böh^mensc, Bd. 0, Prag !887).
! Eichjcholtzinjeln (Bitini), Laguneninsel in der Naliltette des deutschen Marshallarchipels, deren Riff 14 kleine, meist mit Gebüsch bedeckte Inseln trägt,' zusammen 10 ^km groß, aber unbewohnt. In die' Lagune führen mehrere breite und tiefe Pässe.
^ Ejchftruth, Natalie von, Romanschriftstellerin,z geb. 17. Mai 1860 zu Hofgeismar als Tochter eines! hessischen Offiziers, erhielt ihre Erziehung in Berlin, versuchte sich sehr frühzeitig in Erzählungen und klei! nen Tramen; von letztern gelangten »Karl Augusts! Brautfahrt« und »Die Sturmnixe« (3. Aufl., Jenaz 1888) zur Aufführung. Ihre Romane und Erzählungen: »Wolfsburg« (Jena 1884), Gänseliesel«^ l Berl. 1886 u. öfter), »Katz' und Maus« (das. 1886),> Potpourri« (Dresd. 1886), »Humoresken« (Jena !1887), »Der Irrgeist des Schlosses' (das. 1887),! Gesammelte Novellen« (Dresd. 1887), Polnisch^ Blut< (Verl. 1887), »Die Erlkönigin«, »Zauber^ wasser« (das. 1887), chazard« (Jena 18^8), »Wandel> bilder«, Novellen (das. 1888), »Verbotene Fruste und' andre Erzählungen« (das. 1889), ».Hofluft« (dl.s.1889)! u. a. gediehen rasch zur Modebeliebtheit. Auch einen! Band Gedichte: »Wegekraut< (Dresd. 1867), ver, öffentlichte sie.
Eschwege, (1335) 949^! Einw.
Eichweilcr, (1885» 16,889 Einw.
Elens, l'W-.) 2090 Einw.
*Gsllllen (franz. e^cale«), die Abweisungen, die ein Schiff von der direkten Linie seiner Reise macht, um einen oder mehrere auf dem Weg liegende Häfen! anzulaufen. Dies Eskalenmachen muß in der Ver^ slcherungspolice erwähnt werden. Früher bezeichnete man mit 1^8cnl68 (wie mit dem gleichbedeutenden I^siieile?) besonders die Seestädte der Levante.
Eslarn, (i5«5) 2628 Einw.
Esmarch, 3) Karl, Rechtslehrer, starb 22. Jan.
1887 in Prag.
(Galion/(1886) 2605 (Gemeinde 3935) Einw.
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