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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Evian les Bains - Eynern
1. 3. Okt. 1889 in Eisenach statt. Vgl. Nippold, Ziele und Vorgeschichte des Evangelischen Bundes (Verl. 1889).
Evian les Baius, li8W) 2513 Einw.
Evreux, C886' 13,384 (Gemeinde 16,755) Einw.
Euron, (,8«6) 3153 Einw.
Ewald, Joh annes, dän. Dichter. Seine Biographie schrieb Jörgensen (Kopenh. 1889).
Ewerbeck, Franz, Architekt, starb 16. Juni 1889 in Aachen.
Gzalgin (Methylacetanilid) (^HnN0 entsteht beim Erhitzen von Monomethylanilin mit Acetylchlorid, bildet lange, farblose Kristallnadeln, welche in kaltem Wasser schwer, in Alkohol leichter löslich sind, bei 100" schmelzen und bei 240-250" sieden. Man benutzt S. bei Neuralgien; essoll, abgesehen von einem leichten Exanthem, keine störenden Nebenwirkungen hervorbringen, auch die Harnmenge u. bei Diabetikern die Menge des ausgeschiedenen Zuckers herabsetzen.
Excelsiormühle, s. Mühle (Bd. 17).
Exerzieren. Für die Truppengattungen des deut- i schen Heers sind durch den Kaiser (in Vayerngleichlautend durch den Prinz-Regenten) Exerzierreglements erlassen worden und zwar für die Kavallerie unterm 10. April 1886, für die Infanterie 1. Sept.
1888 und für die Feldartillerie 25. März 1889,! welche fich durch erhebliche Vereinfachung der veralteten Formen auszeichnen und den Führern, namentlich den Kompanie-, Eskadron- und Batteriechefs, absichtlich einen gewissen Spielraum für die Ausbildung und Anwendung lassen. Der hierdurch »erreichte Vorteil darf nicht dadurch verloren gehen, daß von irgend jemand zur Erzielung gesteigerter äußerlicher Meichmäßigkeit oder in andrer Absicht mündliche oder schriftliche Zusätze zu den Reglements gemacht werden .. In der Einleitung heißt esdieserhalb: »Das ^ E. bezweckt Schulung und Vorbereitung der Führer und Mannschaften für den Krieg. Alle Übungen müssen deshalb auf den Krieg berechnet sein. Im Krieg verspricht nur Einfaches Erfolg. Es handelt sich dalier nur um die Erlernung und Anwendung'weniger einfacher Formen, welche aber mit Straffheit eingeübt und mit voller Sicherheit beherrscht werden müssen. Alle Künsteleien sind untersagt.« Die Aufstellung der Infanterie erfolgt jetzt in zwei statt drei Gliedern, für die Artillerie bildet die Batterie mit6 bespannten Geschützen und der ersten Wagenstaffel (3 Munitions- und ein Vorratswagen) die G e fechts b att eri e und die Grundlage des Exerzierreglements, während die Kriegsbatterie aus 6 Geschützen, 8 ^ Munitions-, 3 Vorratswagen und einer Feldschmiede ^
besteht.
Esin, (1885.) 2829 Einw.
Mxner, 4) Adolf, Pandektist, geb. 5. Febr. 1841 zu Prag, studierte in Wien, .Heidelberg und Berlin, ! habilitierte sich 1866 in Wien, war 1868-72 ordent- ! licher Professor des römischen Rechts in Zürich und nimmt seit 1872 die gleiche Stellung an der Uni- ! versität in Wien ein. Er ist Mitglied des österreichi- ! schen Reichsgerichts. Nnter seinen Schriften sind zu ! nennen: »Der Rechtserwerb durch Tradition« (Wien 1867); »Das Institut der Pfandrechtspränotation« (das. 1868); »Kritik des Pfandrechtsbegriffs < (Leipz.
1873); »Das österreichische Hypothekenrecht« (das.
1875-81, 2 Abtlgn.); »Der Begriff der höhern Gewalt« (Wien 1883).
Explosivstoffe. Zur Abwendung der Gefahren, mit welchen Herstellung, Aufbewahrung und Transport der E. verknüpft sind, existieren viele Vorsichtsmaßregeln, polizeiliche und gesetzliche Bestimmungen,
und wenn trotzdem noch immer häufig genug Unglücksfälle stattfinden, so liegt das zum Teil daran, daß die Umstände, unter welchen Explosionen der verschiedenen E. vorkommen, noch keineswegs vollständig bekannt sind. Die meisten Explosionen bleiben unaufgeklärt, weil ihre Zeugen getötet werden.
Im allgemeinen steht fest, daß Feuer, Erhitzung, Stöße, Reibungen, elektrische Entladungen auf das sorgfältigste fern gehalten werden müssen, und hierauf beziehen sich die meisten Vorschriften, welche künstliches Licht ausschließen, den Arbeitern das Mitbringen von Zündhölzern und das Rauchen verbieten, die Benutzung von Eisen und Stahl in jeder Form möglichst beschränken, die Anbringung von Blitzableitern vorschreiben und elektrische Kabel von den Fabriken fern halten. Die Lage der letztern unterliegt gewissen Beschränkungen, es wird eine möglichst leichte Bauart vorgeschrieben, und durch Schutzwälle wird die Isolierung der ganzen Anlage zu erreichen gesucht. Ebenso sind die einzelnen Laboratorien wieder voneinander zu trennen, .hinsichtlich der Aufbewahrung bestehen Vorschriften, welche namentlich auch die Quantität der zu führenden E beschränken. Der Transport der E. darf nicht stattfinden auf Eisenbahnen und Dampfschiffen, sondern nur mittels besonderer Wagen in zweckgemäßer Verpackung und unter Kenntlichmachung des gefährlichen Inhalts auch für diejenigen, welche dem Transport begegnen. Bei der Fabrikation der S. werden auch viele den einzelnen Fällen angepaßte Vorsichtsmaßregeln angewandt. So hat man bei der Schießpülverfabrikation untereinander in Verbindung stehende Wassertröge angebracht, welche sich, sobald einer derselben durch den Stoß einer Explosion getroffen wird, sofort entleeren und möglichst alle Pulvervorräte durchnässen. Bei der Fabrikation des Nitroglycerins kommt die Gefährlichkeit der konzentrierten Säuren in Betracht, die beim Nitrieren auftretenden Dämpfe können auch der Nachbarschaft gefährlich oder doch lästig werden, und das Nitroglycerin selbst ist giftig, so daß größte Reinlichkeit und Vorsicht beim Essen innegehalten werden muß. Die ersten Waschwässer enthalten so viel Säure, daß sie noch technisch verwendbar sind, z. B. zum Ausschließen von Phosphoriten, die spätern sind vor dem Ablassen in öffentliche Wasserläufe mit Kalk zu behandeln. Bei der Schießbaumwollefabrikation werden ebenfalls konzentrierte Säuren benutzt und treten auch salpetrige Dämpfe auf. Sehr gefährdet sind die Arbeiter berm Auspressen der Schießbaumwolle; wird diese Arbeit im Freien vorgenommen, so leiden die Arbeiter weniger, aber die Nachbarschaft wird belästigt. Die Abwässer enthalten Spuren von Pikrinsäure und Oxalsäure und sind mit Kalk zu behandeln. Bei der Darstellung von Knallquecksilber treten giftige Dämpfe auf, und der rückständige Alkohol ist wegen seines Gehalts an Eyanäthyl mit größter Vorsicht zu behandeln. Besondere Vorsicht erfordert das Körnen des Knallquecksilbers, weil dieses hierbei wenig Wasser enthält. Das Füllen und Sortieren der Hütchen verursacht Quecksilberkachexie, gegen welche das Tragen von Masken empfohlen wird.
'Exzeß, sphäriicher, s. Kugel (Bd. 10).
Eydtkuhnen, (1885) 3281 Einw.
Eylau, 1) (Preußisch-E.) li88.) 3547 Einw. -2) (Deutsch-E.) (1885) 4570 Ginw.
Eymoutiers, (i8W) 2147 (Gemeinde 4302) Einw.
*Eynern, Ernst von, deutscher Politiker, geb. 2. April 1838 zu Barmen, Sohn Friedrichs v.E., der 20 Jahre lang seine Vaterstadt im Abgeordnetenhaus