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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Feldzirkel - Fernmeßinduktor
von Erde, also z. B. bei der Herstellung von Moordämmen, kann angenommen werden, daß zwei neben dem Geleise gehende Pferde auf horizontaler Strecke8 - 9 Wagen mit je 0,5 c^dm Erde ohne übermäßige Anstrengung ziehen. Da das Gewicht eines solchen mit starkem Haufen beladenen Wagens einschließlich dessen Eigengewichts 1125 K15 beträgt, so fördern zwei Pferde in jedem Zug bei horizontaler Bahn rund 1i),6>96> kß-. Die Zahl der für eine bestimmte Trans' portarbeit in Verwendung zu bringenden Züge, bez.
Wagen richtet sich im wesentlichen nach der Transportweite und der zum Laden erforderlichen Zeit. Ist der Weg, welchen der Zug zurückzulegen hat, so lang, daß der zweite Zug eher beladen und zur Abfahrt bereit ist, bevor der erste wieder an der Veladestelle anlangt, so würden die Arbeiter hier unthätig warten müssen. In diesem Fall muß ein dritter und selbst ein vierter Zug in Verwendung gebracht werden. Bei drei in Betrieb befindlichen Zügen wird in der Mitte der Strecke eine vollständige Ausweichung angelegt, so daß sich zwei Züge, ein beladener und ein leerer, begegnen können, während der dritte Zug beladen wird. Ein .Hindernis für die Verbreitung der F. ist der immer noch hohe Preis derselben, wenigstens bei der so notwendigen kräftigen Ausführung, welche allein eine geringe Abnutzung und möglichst lange Dauer gewährleistet. In runder Summe kann angenommen werden, daß der gesamte Apparat für eine Transportweite von 400 m mit zwei Zügen u 9 bis 10 Wagen und allem Zubehör 5000 Mk., für eine Transportweite von 1200 in mit 3 Zügen ä. 9-10 Wagen 8500 Mk. kostet.
"Feldzirtel, Feldmehi N'strument für kurze Strecken, besteht aus einer Stange von bestimmter Länge mit Handgriff in der Mitte und zwei senkrechten, abstehenden, in Spitzen auslaufenden Armen an den beiden Enden. Man benutzt den F. auf dem Erdboden wie einen gewöhnlichen Zirkel aufdem Papier, erhält aber wenig genaue Resultate.
Fellbach, (i8«5) 3706 Einw.
Fellctin, <i««6) 3040 Einw.
Femgerichte. Vgl. Th. Lindner, Die Veme (Mimst. 1887); Thudichum, Femgericht und Inquisition (Gieß. 1889).
Ferdinand, 7) Herzog von Braunschweig, preuß. Generalfeldmarschall. Ihm zu Ehren wurde 1889 das 8. westfälische Infanterieregiment Nr. 57 Infanterieregiment Herzog F. von Braunschweig genannt.
"Ferdinand I., 38) Fürst von Bulgarien, geb.
26. Febr. 1861 zu Wien als Prinz F. Maximilian Karl Leopold Maria zu Sachsen-Koburg, jüngster Sohn des Prinzen August (gest. 26. Juli 1881) von der katholischen,^ Nngarn begüterten Linie KoburgiKohary und der Prinzessin Klementine von Orleans, Tochter des Königs Ludwig Philipp, trat früh in ein österreichisches Husarenregiment ein, ging 1886 zur ungarischen Honvedarmee über, in welcher er zum Oberleutnant befördert wurde, und lebte mit dem Titel »Königliche Hoheit mit seiner Mutter auf Schloß Ebenthal in Mähren, seiner Erziehung und Neigung nach mehr französischer als deutscher Prinz. Als die bulgarische Gesandtschaft auf ihrer Rundreise an den Höfen der Großmächte Ende 1886 nach Wien kam, knüpfte sie zuerst mit F. Unterhandlungen über seine Kandidatur an. Obwohl Rußland sich gegen sie aussprach, gaben Kaiser Franz Joseph und der Familienrat zu ihr ihre Zustimmung, und da der Zar den Bulgaren keinen geeigneten Thronkandidaten angeben konnte oder wollte, so wählte die Sobran^e 7. Juli 1887 F.
einstimmig zum Fürsten von Bulgarien. Der Prinz zögerte mit der Annahme der Krone, da auch die übrigen Mächte seine Wahl nicht anerkannten; erst 10. Äug. entschloß er sich dazu, zeigte seine Thronbesteigung den Mächten an, reiste nach Bulgarien, leistete 14. Aug. in Tirnowa den Eid auf die Verfassung und ergriff durch eine Proklamation an das bulgarische Volk von der Herrschaft Besitz; 28. Aug. hielt er in Sofia seinen Einzug und ernannte den bisherigen Regenten Stambulow, der seine Wahl hanptsüchlich betrieben und durchgesetzt hatte, zum Präsidenten seines Ministeriums. Er blieb auch von demselben ganz abhängig, da ihm hervorragende persönliche Eigenschaften, die ihn zum .Herrscher befähigten, abgingen und die Mächte sich weigerten, ihn als Fürsten anzuerkennen. Alle Versuche, Rußlands Zustimmung zu gewinnen, waren fruchtlos, und wenn es der Zar auch nicht durchsetzte, daß die Pforte F. vertrieb, so erklärte diese doch 28. Aug. 1887 und nochmals im März 1888 seine Anwesenheit in Bulgarien, als dem Vertrag von Berlin entgegen, für ungesetzlich. Auch war der orthodoxe bulgarische Klerus gegen F. wegen seiner katholischen Konfession argwöhnisch und zeigte sich widerspenstig. Anderseits unterstützte ihn seine Mutter, Prinzessin Klementine, mit reichen Geldmitteln und bemühte sich auch durch einen längern Besuch in Sofia, sein Ansehen zu befestigen.
Auch das Ausscheiden des Fürsten Alexander (s. d., Bd. 17) aus dem politischen Leben kam F. zu statten, und so dürfte er sich wohl auf dem Thron behaupten, wenn nicht Rußland einmal seine Absicht, auf der Balkanhalbinsel seine Abrechnung zuhalten, ausführt.
^39) Prinz von Rumänien, eigentlich F.
Viktor Albert Meinrad, Prinz von Hohenzollern, geb. 24. Aug. 1865 zu Sigmaringen, zweiter Sohn des damaligen Erbprinzen Leopold und der Erbprinzessin Antonia, Infantin von Portugal, besuchte das Gymnasium in Düsseldorf, machte auf demselben 1885 sein Abiturientenexamen und trat sodann als Leutnant in das 1. Garderegiment in Potsdam. Auch studierte er auf den Universitäten Tübingen und Leipzig. Da sein Oheim, König Karl von Rumänien, kinderlos war und die rumänische Verfassung von 1866 für diesen Fall dessen männliche Seitenverwandten zu Erben einsetzte, so ward, nachdem Erbprinz Leopold und sein ältester Sohn, Prinz Wilhelm, auf das Thronfolgerecht in Rumänien verzichtet hatten, Prinz F. durch die Thronfolgeordnung vom I. 1880 vom König zum Thronerben proklamiert und von den rumänischen Kammern anerkannt. 1889 siedelte F., nachdem er in der rumänischen Sprache, Geschichte und Verfassung unterrichtet worden, nach Rumänien über, hielt 1. Mai seinen feierlichen Einzug in Bukarest, trat in das rumänische Heer und 91. Mai in den Senat ein und nahm den Titel eines Prinzen von Rumänien mit dem Prädikat Königliche Hoheit' an.
Fere, tta, d^n) 4951 Einw.
Fernan Vaz, große, von N. nach S. sich ziehende Lagune in der franz. Kolonie Gabun, welche im südlichsten Teil den Ovampo, im nördlichen mehrere Abzweigungen des Ogowe aufnimmt und dann 300 m breit, aber nur zur Regenzeit in einem schmalen und gefährlichen Kanal passierbar, zum Atlantischen Ozean sich öffnet. Die Uferlandschaft, Cama genannt, ist äußerst ungesund.
^Fernmeßinduttor, von Mönnich angegebenes Instrument zur elektrischen Fernübertragung der Angaben von Meßinstrumenten verschiedenster Art, bei denen eine kleine drehende Zeigerbewegung vorkommt.
Auf der Station, wo das Meßinstrument (Metall-