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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Frankreich (Landwirtschaft, Fischerei, Forstwesen, Industrie)
Mengkorn auf 337,025 Hektar 5 Mill. lü (Wert 71,« Mill.' Fr.), Gerste auf 946,700 Hektar 17,9 Mill. Iii
(Wert 180,'. Mill. Fr.), Buchweizen auf607,990.Hektar 10 Mill. 1ü (Wert 107 Vi Mill. Fr), Hafer auf 3,736,094 Hektar 89,3 Mill. di (Wert 731V. Mill. Fr.), Mais auf 549,336 Hektar 8,9 Mill. kl (Wert 106 V. Mill. Fr.), .Virse auf 50,388 Hektar 662,000 1,1. Mit Kartoffeln waren 1,463,251 Hektar, Futterrüben 317,487, Klee lind Luzerne 2,284,244, Ölpflanzen 104,470, Hlinf 60,185, Flachs 42,114, Rüben zur Zuckerfabrikation 213,338, Tabak 15,043 (Ertrag 223M5Ztr.), Hopfen 3456 Hektar (Ertrag 41,149 Ztr.) bepflanzt. Über die Herteilung des Grundbesitzes nach der Grüße der Betriebe s. Grundeigentum (Bd. 17). Die Ende Dezember 1886 vorgenommene Zahlung des Viehstandes ergab 2,938,489 Pferde, 242,763 Maultiere, 382,110 Esel, 13,275,021 Rinder, 22,688,230 Schafe, 5,774,924 Schweine, 1,420,110 Ziegen. Auffallend ist die starke Zunahme des Nindmehstandes, welcher sich 1881 auf 11,576,190 Stück bezifferte.
Frankreichs W ein erzenguug, die seit 1884eine stete Abnahme zeigte, läßt nach den Mitteilungen über den Ertrag des Jahrs 1888, welcher offiziell mit 30,102,000 Iii angegeben wird, eine wesentliche Zu nähme erkennen. Letztere berechnet sich im Vergleich mit dem Vorjahr auf 5,769,000 lii; doch bleibt der Ertrag gegenüber dem zehnjährigen Durchschnitt von 1878 bis 1887 noch um 1,691,300 k! zurück. Eine bessere Ernte wird hauptsächlich fi'ir die südlichen Departements nachgewiesen, wo die Phylloxera zuerst auftrat und man auch zuerst Gelegenheit hatte, die durch dieselbe vernichteten Weinberge mittels Anpflanzung der widerstandsfähigern amerikanischen Neben wieder ertragfähig zu machen, so daß man die Hoffnung hegt, den Weinbau in diesen Gegenden zu seiner frühern Vedeutuug zu bringen. Wie in den frühern Jahren wurde in F. der Ertragsausfall durch verstärkte Weineinfuhr gedeckt. Lettere erhöhte sich 1888 bis auf 12,658,000 KI (hauptsächlich aus Svanieu, Italien, Portugal und Algerien) und überstieg diejenige des Vorjahrs um 400,000 Kl. Da trotzdem der Bedarf noch nicht gedeckt wurde, so suchte man den herabgegangenen Weinertrag anf künstlichem Weg auszugleichen, indem durch Aufguß von Znckerwasser auf Weintrester und durch Benutzung getrockneter Weintrauben 4,608,200 iii Wein lsergestellt wnrden.
Eine wie erhebliche Quelle des Nationalreichtums der Weinbau in F. ist, vermag man daraus zu ermessen, daß der jährliche Durchschnittswert des Weinertrags von 1861 bis 1870 auf 1500 Mill. Fr., von 1871 bis 1875 auf 1580 Mill., von 1876 bis 1880, zur Zeit der größten Ausbreitung der Phylloxera, auf nur 1215 Mill. und für 1888, unter Annahme eines Durchschnittspreises von 41 Fr. 20 E., auf rund 1250 Mill. Fr. geschätzt wurde. Die Ciderproduktion, welche im Durchschnitt der letzten 10 Jahre 12,^27,000 III betrug, ist im I. 1888 unter den Durchschnitt herabgesunken uud belief sich auf die immerhin sehr hohe Ziffer von 9,767,000 111. Steigende Aufmerksamkeit hat man in den letzten Jahren, vielleicht infolge des starken Rückganges, den der Weinbau durch die Verwüstungen der Phylloxera erfahren hat, der Zucht der Seidenraupen zugewendet. Im I. 1886 wurden in F,: 8,269,000, 1887: 8,980,000 und 1888 sogar 9,549,900 k^ Kokons gewonnen. Die Zahl der Unternehmer, welche sich mit der Seidenzucht beschäftigten, belief sich 1888 auf 142,711 (gegen 135,706 im Vorjahr). Die große Seefischerei umfaßtals Hauptzweige den Kabeljau- und Heringsfang. Ersterer beschäftigte 1887: 576 Fahrzeuge mit 8895 Mann und
lieferte einen Ertrag uon 51,764,000kg- Fischen, wovon 17,724,400 ^'exportiert wurden. Mit dem tzeringsfnng befaßten sich 598 Fahrzeuge u.6689Mann, welche eine Ausbeute von 41,916,700 1<o- erzielten.
Eine eingehende Erhebung ist in denletzten Iah^ ren über den Waldbesitz Frankreichs vorgenommen worden. Nach den 1888 veröffentlichten Ergebnissen derselben besitzt F. eine mit .holz bestockte Gesamtfläche von 9,457,515 Hektar. Im Besitz des Staats befinden sich 997,768. im Besik von Gemeinden und öffentlichen Anstalten 1,959,747, im Privatbesitz 6,500,000 Hektar. Nach frühern Angaben umfaßte dieser letztere Besitz im I.1781: 6,000,000 Hektar, ging 1803, bez.
1844 auf 5,738,000, bez. 4,707,000 Hekwr MÜck, stieg dagegen 1850 bereits wieder auf 5,768,000 Hektar.
I Induftric.1 Die wichtigsten Zweige derB erg- und Hüttenproduktion zeigten im I. 1888 einen merklichen Aufschwung. Die Kohlenförderung betrug 22,951,940 metr'. Ton. (gegen 21,287,589 T. im 1.1887). Hiervon entfielen auf Steinkohlen und Anthracit 22,513,628 T. An Roheisen wurden 1,688,976 T. lgeaen 1,567,622 T. im Vorjahr), an Handelseifen u. Blech 833,839 T. sgegen 771,610 T.), an Stahl 525,646 T. (gegen 493,294 T.) gewonnen.
Zur Ergänzung führen wir aus der Produktion des Jahrs 1887 an: 17,436 T. Blei- und Silbererz, 13,321 T. Zinkerz, 12,124 T. Mangan, 519,060 T.
Steinsalz, 304,850 T. Seesalz; unter den Hüttenprodukten: 54,314 kc. Silber (im Wert von 8,7 Mill.
Fr.), 6022 T. Blei, 2083 T. Kupfer, 16,712 T. Zinl (im Wert ?von 6 Mill. Fr.). Für das Jahr 1885 ist folgende Übersicht über die Verwendung der Dampfkraft aufgestellt worden: in 41,274 industriellen Etablissements waren 50,979 Dampfmaschinen von 694,957 Pferdekräften, auf Eisenbahnen und Dampftramways 9155 Lokomotiven von 3,289,623 Pferdekräften, auf 1810 See- und Flußschiffen mit 706,909 T. 4292 Schiffsmaschinen von 529,726 Pferdekräften. Ferner gibt über die Ausdehnung mehrerer wichtiger Industriezweige folgende Übersicht für das Jahr 1885 Aufschluß:
Industriezweige
Zahl der Betriebe Zahl der Arbeiter Wert der Produkte Mill. Frank
Thon und Porzellan. .. Glas ......
489 105 507 786 153 347 25517 23684 30470 14930 3 743 5077 77,? 86,6 113.6 151.9 72,1 106.7
Papier....... Gas . Stearinkerzen .... Seife.......
In der Textilindustrie bestanden:
r Baumwolle Wolle .. . Ha'f. Flachs und
Jute. .. . Rohseide .. .
Seidenweberei
triebe
945
1882
435
1356
1172
beiter
102721
112447
61957
42173
68100
Spindeln
5038233
3266107
610775
1084126
Mechan.
Stühle
70126
46319
17798
50519
W!
30101
22843
55530
Doch war ein großer Teil der angegebenen Spindeln und mechanischen Stühle nicht in Betrieb, so in der Baumwollindustrie 231,344 Spindeln und 2975 Stühle, in der Wollindustrie 260,615, resp. 3028, in der Seidenindustrie 183,677, resp. 11,209. In der Kampagne 1887/88 waren 375 Zuckerfabriken in Betrieb, welche aus 36 Mill. Doppelzentner Rüben 3,447,446 Doppelzentner Zucker gewannen.
lHandel.1 Der Außenhandel Frankreichs (Sp?-