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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Gebirge (pazifischer und atlantischer Küstentypus, Orologie Europas)
Gangesmündung ob. Das ist der pazifische Küüenwvus. Gleichen Bau zeigen nur noch die Antillen und die Nordküste von Spanien. Abgesehen von diesen beiden Strecken ist am ganzen Atlantischen Ozean keine Spur eines Zusammenhanges zwischen der Küstenlinie und dem Verlauf der G. an der Küste zu bemerken. Diese Unabhängigkeit beider Erscheill MM/?/einzeichnet den atlantischen Küstentypus, der außerhalb des genannten Beckens auch an der Ostküste Afrikas, bei Arabien und Vorderindien vertreten ist Dieser Unterschied in der gegenseitigen Beziehung findet seinen Ausdruck in dem verschiedenen Grad, mit welchem sich die seismischeund vulkanische Thätigkeit an den beiden Küstenstrecken äußert. Die Entwickelung dieser beiden großartigsten geodynamischen Kräfte ist aufs engste an den Küstenstrich gebunden, der uach pazifischem Typus gebaut ist <^vgl. Fig. 1
gegen W. gerichtet, weiter gegen O. nach N. und NO., um endlich in Siebenbürgen sogar gc^en O. und SO. umzubiegen. Die Apenninen beginnen bei Genua mit einer Krümmung gegen N.. im weitern Verlauf des Gebirges sind die Ketten gegen NO. gefaltet. Im S. erfolgt, wie bei den Karpathen, eine Umbiegung gegen S. Die Fortsetzung der Apenninen findet nach einer Unterbrechung durch das Meer in Sizilien statt;
> in Nordairika wiederholt sich der Bau der Apenninen,! südwärts gewendet, mit westsüdwestlichem StreichenI im Atlas. Nach abermaliger Unterbrechung durch
> die Straße von Gibraltar tritt der Zug nach Europa! wieder über und bildet den Südrand der Pyrenäischen! Halbinsel mit fast östlichem Streichen. Die hauptsächlichsten Streichuugslinien des Alpensystems, wie sie Fig. ^^ zeigt, lassen in auffallender Weise eine wirbelförmige Anordnung erkennen. Innerhalb des
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s/.g. 1. ilarte dec- pazifischen und atlantischen Küstentyftus.
und die Karte der Verbreitung der Erd- und Seebeben bei Art. Erdbeben, Vd. 17). Dieser Umstand beweist, daß der Unterschied in dem Bau der Erdrinde begründet ist und mit der verschiedenen "Art der Gebirgsbildung in Verbindung stebt. Das mächtigste Gebirgssystem der Erde knüpft an die Alpen an.
Die Alpen beginnen westlich von Genua und verdanken ihre Entstehung einer tangentialen Bewegung der Erdrinde, die überall von innen nach außen gerichtet war. Im W. ist den Alpen der Jura vorgelagert, in welchem die Bewegung der Falten ebenfalls nach außen gerichtet ist/ Der Außenrand der Alpen bildet eine einheitliche Linie, die sich im W. vom südlichen Frankreich bis zum äußersten Osten in der Walachei verfolgen läßt. Denn die Karpathen sind die unmittelbare Fortsetzung der äußern Teile des tzauptstammes der Alpen. Innerhalb der Alpenketten ist die faltende Kraft im W. wie im Jura
Bogens liegen zwei große Senkungsgebiete, das west liche Mittelmeerbecken und die ungarische Tiefebene;
beide greisen mehr oder weniger tief in den großen
Faltuugsbogeu ein und sind am Iuuenrand nnt
Vulkanen bescht, welche den Bruchrand bezeichnen.
Der Außenrand der Apenninen verläuft in gleicher
Weise wie bei den Alpen in einer ununterbrochene.:
Kurve, zwei Senkungsfelder stehen ihm gegenüber,
! die lombardische Tiefebene und das Adriatische Meer.
Das nördliche Vorland der Alpen ist mannigfaltiger
gestaltet, es zerfällt in drei voneinander verschiedene
Teile. Im O. liegt vor den Karpathen die russische
Tafel, eine seit den ältesten Zeiten kaum aus ihrer
! Lage gebrachte ebene Platte, die vom südlichen Schwel den her durch Rußland bis nach Galizien sich erstreckt
! und nur am Südrand von den kcnpathischen Fal' tungen überwältigt waro. Westlich davon ruhen die
! Karpathen auf dem südöstlichen Teil der ostwärts