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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Gesellschaftsinseln - Gewebe
Gcsl'llschaftsmk'lll. Nachdem England seinen auf den mit Frankreich 19. !^uni 18 l7 abgeschlossenen vertrag begründeten Nidersprlich gegen oie Annexion der Inseln unter den: Wind 30. Mai 1888 aufgegeben hatte, sind dieselben voll Frankreich förmlich in Besitz genonnnen woiden. Es sind dies die Inseln Raiatea, Tahaa, Borabora, .v)uahine und einige kleine Eilande. Dafür hat Frankreich gemäf; eines l<).Nor». 1387 abgeschlossenen Vertrags seine nach den Äeuen Hebnden abgesandten Truppen zurückberufen.
Goß, Wolfgang Friedrich, Theolog, veröffentlichte den Schlußband von »Christi Person und Werk<^d. 3. Basel 1887).
Grßlcr, 9) Friedrich Leopold, Graf von, preuß. General, geb. 24. Juni 1688 zu Schwar^enau in Ostpreußen, trat 17l)3 in preußische Dienste und focht als junger Reiteroffizier im spanischen Erbfolgelricg unter Fürst Leopold von Dessau. Beim Regierungsantritt Friedrichs d. Gr. l>)encralmajor und (5hef eines Küra'sierregiments, ward er für seineausaezeichneten Leistungen in der Schlacht bei Clwtusitz 1742 zum Generalleutnant befördert und erhielt den Schwarzen Adlerorden. Am berühmtesten ward er durch den Neitcrangrisf, welchen er in der Schlacht bei Hohenfriedeberg 4. Juni 1745 an der Spitze der Baireuth Dragoner ausführte, und durch welchen erW österreichische Bataillone vernichtete sowie 67 Fahnen und 5) Geschütze eroberte. (5r ward zum Lohn in den Grafenstand erhoben. 1757 schied er wegen Schwerhörigkeit aus dein Dienst und starb 22. Ang.
1762 in Brieg. 1888 wurde das rheinische Kürassierregiment Nr. 8 nach ihm benannt.
-3) Friedrich, Schriftsteller, geb. 14. Nov. 1844 ! zu Lahr, wurde Kaufmann, machte 1870 als freiwil- ^ liger Jäger bei der württemvergischen Felddnn'sion ^ den Feldzug gegen Frankreich mit, kehrte dann nach ! Lahr zurück und ist seit 1875 Vorsteher der dortigen ! Rcichsbantnebenstelle. Er ermittelte 1865 das Grab der Friederike von Sesenheim und beschaffte nnt v^ugo Ölbermann die 3^'i:tel, dasselbe mit einem Denkmal 5n schnnicken, wozu er die Anthologie »Friederiten-Album« (Lahr 1867) herausgab, welche sein Drama >.Reinhold Lenz« enthält. Ebenso gab er 1879 Veranlassung zur Errichtung des Griinmelshausen Denkmals in Renchen, für welches er auch die Inschriften dichtete. Von ihm erschienen bisher: Sonette eines Feldsoldaten« (Stuttg. 1871); Kassandra^, Tragö- i die (Lahr 1876); Diether und Walheide«, eine Er- ! zählung in Verjen (das. 1881); die epische Dichtung z »5)ohengeroldseck« (das. 1887) und das humoristische > Gedicht mit schwäbischer Lokalfärbung »Der Rö'hrle von Hasner-Neuhausen^ (Rost. 1887). welches wohl als sein gelungenstes Werk betrachtet werden darf.
Grßucl, I) Salomon, Dichter. Sein Leben beschrieb H. Wölfflin (Frauenfeld 1889).
Getrride.Bei der Beurteilung des Getreides komnit sein Volumgewicht bei gleichzeitiger Berücksichtigung der Trockenheit zunächst in Betracht. Man muß daher von verschiedenen Sorten gleiche Raummaße unter ganz gleichen äußern Einflüssen, also bei derselben Temperatur und in derselben Zeit, trocknen und wägen. Betrügerische Kornhündler pflegen das G. am Abend vor dem Markttag zu netzen, um das Volumen zu vermehren. Ergreift man eine Handvoll G. im Sack, drückt fest zujammen und öffnet dann ^ schnell die Hand, so bleiben die Körner, wenn sie genetzt worden waren, zusammengeballt, selbst wenn keine Feuchtigkeit durch das Gefühl wahrnehmbar ist. ! Es gibt auch noch andre Merkmale, die indes von! geri, n>^r juristischer Bedeutung )md. Im Verdachts- !
fall schließt man eine Probe des Getreides vor Zellgen luftdicht ein und läßt den normal 13 - 15 Proz. betragenden Wassergehalt an einer Samenprüfungsanttalt festüellen. G. darf anderseits nicht zu stark ausgetrocknet sein, da sonst die Kleie sich nicht hinreichend ausmahlt und das Mehl gelblich wird. Das G. wll vollkommen reif, aber nicht zu alt sein, denn bei dauernder Lagerung verliert der Kleber an Elastizität, das Fett wird ranzig, die Farbe dunkler. Um den Körnern Glanz und Friiche zu erteilen und das Volumgewicht zu erhöhen, wird das G. geölt (geschönt). Auf 1000 k<5 Weizen reicht 0,5 -1 'l^- Rüböl aus, und man erzielt wegen der großern Glätte der Körner eine. Zunahme des Volumgewichts bis 4 Proz. Das Öl beeinträchtigt aber das vollständige Ausmahlen und die Haltbarkeit des Mehls. Zur Erkennung des Olcns drückt man die Körner zwischen Papier, wobei es gelbe Olflecke erzeugt. Schüttelt man das G. mit etwas Kurkumapulver, so wird es besonders am Bart uud in der Kerbe von anhaftendem Pulver gelb gefärbt;..ungeölles nimmt das Pulver durchaus nicht an. Ähnlich verhält sich Bronzepulver, welches nach dem Schütteln dem geölten G. beim Reiben zwischen Fließpapier eine goldige Bronze erteilt. Schüttet man auf ganz reines Wasser eine geringe Menge Kampferpuloer (welches so wenig wie das Innere des Gefäßes mit dem Finger berührt werden darf), so geraten die Partikelchen in Rotation, welche aber sofort aufhört, wenn geöltes G. in das Wasser geschüttet wird. ^Zur Litteratur: Wollny, Die Kul'tnr der Getreidearten (Heidelb. 1887); Rümker, Anleitung zur Getreidezüchtung (Berl. 1889); Mucke, Deutschlands Getreidevertehr mit dem Ausland (Greifsw. 1887); Derselbe, Der Getreidetonsum in Berlin (Dresd. 1889),
GcuclSbcrg, Regierungsbezirk Arnsberg, seit 1886 Stadt, gehört seit 1887 zum kreise Schwelm.
Gcmcbc. Die Prüfung der G. hat zunächst ihre Festigkeit zu ermitteln, welche m der Richtung der Ketteilsäden eine andre ist als in der Richtung des Schusses. Man schneidet deshalbappreturfreie Streifen auo beiden Richtungen, 35 mm breit und 250 mm lang, uud zapft an belden Längsseiten m einer Breite von 5 mm die Fäden aus, so daß ein 25 mai breiter voller Streifen stehen bleibt. Dieser Streifen wird in eine Festigteitsmaschine (Frömvling in Gaooerbaum bei Bielefeld) eingespannt, welche zugleich die Ausdehnung bis zum Zerreißen notiert. Die folgende Tabelle gibt eiiuge Anhaltspunkte zur Beurteilung der Resultate:
«. ,.. llmaebl>, 'icht
l Hemd.n .. . Leinenzu F ttcr .
!. Lommerhosen Leinenzwilcli, uiisscblci.l t Orleans, schwarz (halb
wollen).....,
Militärtuch (mittel) Noclluch, fein, Kuuslwolle^ .. ?. .... l Vlliseii -chaswollltone ^^^^ .
Klmmgarnswff. schwarz Tcide, gewöhnliche, glatte
129-135
110-170
2_'5-2-!5
205-215
240-260
63-69
80-85
60-64
45-49
50
20
56
60
32
26
33
30
72
3?
30
46
42
60
53
90
51
Ü8
28
73
22
105
30
220
29
230
62
36
3?
5?
25
35
43
67
3?
54
55
100
120
74
50
67
100
144
200
30
34
53
40
92
110
Die Appretur wird oft durch halbstündiges Allslochen