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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Herophon - Herwarth von Bittenfeld
(geb. 22. Mai 1847), sich an dessen Unternehmungen zu beteiligen. Dieser hatte sich zuerst der Landwirtschaft gewidmet, ging aber schon 1864 nach Hamburg, um Seemann zu werden, kaufte bald ein eignes Schiff, litt aber an der Insel Typinsan in der Liukiugruppe 1873 Schiffbruch (vgl. »Der Untergang des deutschen Schoners R. I. Robertson«, nach dem Tagebuch des Kapitäns Sd. H., 2. Aufl., Leipz. 1881) und richtete nun seine Aufmerksamkeit auf die Marshallinseln, uon wo aus er mit seinem Bruder eine ausgebreitete kaufmännische Thätigkeit entwickelte. Die Brüder wurden beide zu Konsuln ernannt, Eduard auf Matupi (Duke of Jork-Gruppe), Franz in Jaluit. Letzterer schrieb: »Beitrag zur Sprache der Marshallinseln« (Leipz. 1880) und »Südsec-Erinnerungen, 1876-80« (Verl. 1883).
Mrophön, s. Musikwerke (Bd. 17).
*Herpm, 2) Luce, unter dem Pseudonym Lucien Perey bekannte franz. Schriftstellerin, geb. 1832 zu (5arouge bei Genf als Tochter des Mediziners Theodore H. (gest. 1865), der für seine Arbeiten über die Fallsucht und die Nervenkrankheiten von der französischen Akademie.den großen Montyon-Preis erhalten hatte, was die Übersiedelung der Familie von Genf nach Paris (1856) zur Folge hatte. Erst 1879 veröffentlichte Luce H. unter ihrem Pseudonym mit Gast^tt Mau gras ihr erstes Werk: »I/n.dd6(^Iiani 6t «3. coi'rßsponäcm^o«, das unverhoffte Anerkennung fand und von der französischen Akademie gekrönt wurde, wie auch die nun folgenden interessanten Sammelwerke und lebensvollen Zeitbilder: »Un6 i'emink <w moucle au äix-tmitieme 8i6oi6; i3.^6UQ6«86 66 Hiaäamo ä'^piua^« (1882) und »1^68 äerinörs« an-11668 ä6 NaäHiii6 ä'Npin3^< (1883). In »I.H vi6 intini6 äe V0itair6 aux V6lio68 6t ä. ^6rn6^« (1885) setzte H. allein die litterarischen Streifzüge durch das geistige und galante Gebiet des letzten Jahrhunderts fort, welchem auch angehört die »IIiätoii'6 ä'uu6 Li-Hiiä6 (!aui6«, d. h. der schönen Polin Helene Massalska, von der die 2Bände: >I^3.pi'iiic688e1l6i6ii6ä6
1^116« UNd »I<3.00IIit6886tl6i6I16l'0t0cIl3.« (1887 U.
1888) handeln. Ihre neueste Veröffentlichung ist das Märchen »26rd6iiii6 6t26lbe1in« (1889). Irrtümlich wurde H. auch der unter dem Namen Lucie (nicht Luce) Herpin erschienene Tendenzroman »Nari6 ^ou^ei'6? (1889), welcher wegen seiner scharfen Polemik gegen den Naturalismus Aufsehen erregte, zugeschrieben. Als Verfasser desselben gab sich aber nachträglich der Generalstaatsanwalt Quesnay de Beaurepaire zu erkennen, der unter dem Pseudonym Jules de Glouvet zu schreiben pflegte und aufs Geratewohl jenen Schriftstellernamen gewählt hatte.
Herrfurth, Ernst Ludwig, preuß. Minister, geb.
6. März 1830 zu Oberthau bei Merseburg, studierte in Jena und Berlin die Rechte, trat sodann in den Staatsverwaltungsdienst, ward 1858 Regierungsassessor in Arnsberg, dann Regierungsrat daselbst, 1873 als Hilfsarbeiter in das Ministerium des Innernberufen und bald vortragender Rat in demselben, 1881 Ministerialdirektor, 1882 Unterstaatssekretär, sodann Mitglied des Bundesrats sowie des preußischen Staatsrats, Vorsitzender der Prüfungskommission für den höhern Verwaltungsdienst und nach dem Rücktritt Puttkamers 2. Juli 1888 Minister des Innern; auch wurde er 6. Nov. 1888 zum Abgeordneten gewählt. H. war hauptsächlich auf dem Gebiet der Kommunalgesetzgebung thätig und schrieb: »Die Ausführung des 8 7 der Verfassungsurkunde für den preußischen'Staatx (Verl. 1872); »Beiträge zur Finanzstatistik der Gemeinden in Preußen« (Ergän zungshefte der »Zeitschrift des königlich preußischen Statistischen Büreaus< 1879,1882 und 1884); »Fi. nanzstatistik der kreise des preußischen Staats« (mit Studt, ebenda 1880); »Statistik der Kreisabgaben in Preußen« (ebenda 1882); >> Die Heranziehung der Ver^ sicherungsgesellschaften zu den Gemeindeabgaben in Preußen (Berl. 1880); »Das Gesetz, betreffend die Befähigung für den höhern Verwaltungsdienst, vom 11. März 1879« (3. Aufl., das. 1888); »Kommunalabgabengesetz«(mitF.Nöll;2.Aufl.,das.1888);»Die Kommunalabgabenpflicht der Aktiengesellschaften :c. in Preußen, nach dem Gesetz vom 27. Juli 1885 systematisch dargestellt (das. 1886); - Gemeindeabgabepflicht der Militärpersonen < (das. 1887).
-Herfte, Dorf in: preuß. Regierungsbezirk Minden, Kreis Höxter, an der Driburger Aa, hat mehrere Mineralbrunnen und (1885) 456 Einw.
^ßertenftein, Wilhelm Friedrich, schweizer.
Staatsmann, geb. 1825 zu Kyburg im Kanton Zürich, studierte Forstwissenschaften auf den Akademien zu Hohenheim und Tharant und machte 1846 forstwissenschaftliche Reisen in Deutschland. 1847 erhielt er das Staatspatent als Forstmeister und das Brevet als Artillerieoffizier, in welcher Eigenschaft er den Sonderbundsfeldzug mitmachte. 1852 wurde er Adjunkt beim kantonalen Forstamt und 1855 Kantone forstmeister, welche Stelle er bis 1872 bekleidete. Seit 1858 Mitglied des Kantonsrats, wurde er 1872 als Kandidat der Liberalen in diezürichsche Regierungge^ wählt. Zugleich bekleidete er seit 1865 den Rang eines Oberstleutnants und seit 1872 den eines Obersten in der eidgenössischen Armee und wurde, nachdem cr 1872-77 im schweizerischen Nationalrat gesessen, 1878 Vertreter seines Heimatskantons im Ständerat.
Im März 1879 wählte ihn die Bundesversammlung als Nachfolger des verstorbenen Obersten Scherer in den Bundesrat, in welchem er das Militäroepartcment leitete. Als ein Mann von großer Arbeitskraft und Geschäftserfahrung hochgeachtet, glänzte er weder als Redner noch "in Bezug auf weltmännische Bildung und lehnte im Bewußtsein dieser Mängel lange die Würde eines Bundespräsidenten ab. Erst im Dezember 1887, nachdem durch die Neuorganisa tion des Bundesrats das Departement des Auswär^ tigen von dem Bundespräsidium getrennt worden war, ließ er sich dazu wählen, starb aber kurz vor Ablauf seines Amtsjahrs infolge einer Beinamputation 27. Nov. 1888.
Mrtz, 5) Heinrich, Physiker, geb. 22. Febr. 1857 zu Hamburg, studierte seit 1875 Ingenieurwissenschaften, widmete sich aber später der Physik und studierte in München und Berlin, wo er 1880 promovierte und Assistent bei Helmholtz wurde. 1883 habilitierte er sich in Kiel als Privatdozent für theoretische Physik, 1885 wurde er als Professor der Physik an die technische Hochschule in Karlsruhe berufen, und 1889 erhielt er als Nachfolger von Elaufius die Professur der Physik in Bonn. H. bearbeitete besonders die elektrischen Erscheinungen und untersuchte 1887 und 1888 den Zusammenhang zwischen Licht und Elektrizität und die Erzeugung von Ätherwellen von großer Wellenlänge. Er schrieb: »Über Beziehungen zwischen Licht und Elektrizität, Vortrag auf der Naturforscherversammlung (7. Aufl., Bonn 1890). Vgl. Induktion (Bd. 17).
Herveyarchiprl(Cooksarch ip el). Diese Gruppe wurde Anfang Oktober 1888 für britisches Schutzgebiet erklärt.
Herwarthvon Vittenfeld, Karl Sberhard, preuß.
Generalfeldmarschall. Ihm Zu Ehren erhielt 1889