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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Käse - Katkow
einreihen ließ. Daher niurdc der Maharadscha 1889 gezwungen, einen Regentschaftsrat einzusetzen, welcher sich in allen wichtigen Fällen mit dem britischen Residenten zu verständigen hatte. Der Maharadscha erhielt eine Zivilliste angewiesen. Die Engländer organisierten sofort in diesem für die Verteidigung Indiens gegen einen Angriff von Afghanistan aus so wichtigen Land eine starke Truppenmacht.
Käse unterliegt in viel geringern: Grade der Verfälschung als andre Nahrungsmittel. Abgesehen von ganz zufälligen Verunreinigungen, welche aus Unvorsichtigkeit oder Unwissenheit in den K. gelangten, kommt Kunst käse als echter K. in den Handel.
Ersterer ist von einem geübten Kenner an der eigenartigen fettigen Beschaffenheit zu erkennen; zur sichern Unterscheidung muß man aus der Ware eine hinreichende Menge Fett ausziehen, um letzteres wie Butterfett auf seine Beschaffenheit zu prüfen. Durch Anwendung ungeeigneter Gefäße bei der Käsebereitung können Metallsalzs in den K. gelangen, es wird auch behauptet, daß hier und da zu gewissen Zwecken dem K. Metallsalze zugesetzt werden. Solche Verunreinigungen sind in der Asche des Aases leicht nachweisbar. Durch bleireiches Stanniol kann der5t. bleihaltig werden, stets aber findet sich Blei nur in der hart unter der Rinde liegenden Schicht, niemals im Innern des Käses, so daß keine Gefahr vorhanden ist, wenn man den K. nicht allzu sparsam schält.
Kastrat. Die Kastration der Kühe wird mit gutem Erfolg ausgeführt, wenn es sich um Entfernung erkrankter Ovarien handelt, und gilt heutzutage für fast gefahrlos. Auch zwecks der Steigerung der Mastfähigkeit bei Tieren, die sich sonst schlecht ernähren, scheint die Operation empfehlenswert, während ihr Ergebnis mindestens zweifelhaft erscheint, wenn man höhe Milchergiebigkeit dauernd machen will.
Matalanijche Sprache und Litteratur. Die katalanische Sprache, welche heute als Volksmundart an der Ostküste Spaniens (in Katalonien, Valencia und auf den Balearischen Inseln), in einigen Gemeinden des franz. Departements Ostpyrenäen, in Alghero auf Sardinien, von den Juden in Saloniki, auch in einigen überseeischen Kolonien Spaniens von etwa4Mill. Bewohnern gesprochen wird, galt im Mittelalter als eine selbständige romanische Sprache mit eigner Litteratur und bildete das Bindeglied zwischen dem Provencalischen und eigentlich Spanischen (Kastilischen).
Seit dem Ende des 15. Jahrh, wurde durch die poli- l tischen Verhältnisse das Katalanische auf die Stufe ^ einer bloßen Mundart herabgedrückt, und trotz des! noch immer starken Provinzial- uno Muniziualgeistes ! in Katalonien erstarb die selbständige katalanische! Litteratur. Erst im 19. Jahrh, erfolgte eine Wiederbelebung derselben, eine der Auferstehung des Provencalischen in Frankreich verwandte, immerhin etwas künstliche Bewegung, die inzwischen stärker angewachsen ist, und deren letzter Ausgang sich nicht vorher bestimmen läßt. Die altkatalanische Litteratur zeichnete sich zunächst durch einen großen Reichtum an Volksliedern aus, von denen neuerdings ein großer Teil durch Mila y Fontanals im »Hom^ncei'iiw cnt^Icui (2. Aufl., Barcelona 1882) gesammelt wurde.
Im 13. Jahrh, besaßen die Katalanen neben ihrem Volkslied eine Kunstdichtung in der Weisen, nach dein Muster der provencalischen Lyrik, mit stärkerm Übergewicht der didaktischen Elemente als bei den leichtlebigern Provencalen. Unter den Prosaschriftstellern gellen die Ehr0nisten R. Muntaner und B. Desclot, der Scholastiker R. Lull als die hervorragendsten.
Im 15. Jahrh, begann die italienische Litteratur wie
auf die eigentlich spanische auch auf die katalanische Poesie zu wirken, Dichter wie A. March und I. Roig (um 1470) erweisen deutlich den Einfluß der italienischen Kunstlyrik. Aber sowohl die lyrisch-didaktische Dichtung als die Anfänge selbständiger katalonischer Dramatik (wie die Komödie >^6 kom oimmorat v 1kl ftzmdi'a 6lUi8t'6tsd des Domingo Maspous von 1392, die viel aufgeführte barcelonische Komödie H1a8cni'on«) gingen in dem wachsenden Übergewicht Kastiliens und der kastilischen Schriftsprache unter. Auch die vom Marques de Villena zu Ende des 14. Jahrh, eingeführten Vlumenvreisspiele zu Barcelona erstorben und wurden erst mit dem Wiederaufleben der katalanischen Litteratur in jüngster Zeit (1859) neu eingerichtet. Im Zusammenhang mit partikularistischen politischen Bestrebungen erstanden seit 185l> Zeitungen u. Zeitschrifteninneukatalanischer Sprache, die fortgepflanzte Volksmundart ward wiederum zur Schriftsprache durchgebildet, hat auch schon wieder eine Gruppe selbständiger Dichter, unter ihnen V.
Balaguer (s. d., Bd. 2), Iascinto Verdaguer (»1^ ^riaiitil^: franz. Übersetzung von Savine, mit geschichtlicher Übersicht, 1882; ferner »läilis > cant« mi8tied8«), C. Llombart (Epigramme: >^iu ä'adei« 168«), die Prosaisten Feliu y Codina, Careta y Vidal, Riera y Bertran u. a., auszuweisen. Seit 187> erscheint in Paris die von Aquilo y Fuster begründete Zid1iot6<^l. (nt^iluul', durch welche das Interesse auch nichtkatalanischer Kreise auf die katalanischen Geisteserzeugnisse gelenkt wurde. Die Ausbreitung und Vertiefung der romanischen Sprachstudien kam der vergessenen und unbeachteten Sprache, und Litteratur gleichfalls zu Hilfe. Vgl. über das Altkatalanische Mussafia, Die katalanische Version der sieben weisen Meister (Wien 1876); Mila y Fontanals, O''86!'VÄ0ioN68 80d''6 1«. P06819. VOM^I'
(Barcel. 1853); über das Neukatalanische und die demselben zugewandte litterarische Bewegung Cambouliu, N88l^i 8ur 1'ki8wii6 ä6 1a. li Nör^turO cat», lane (2. Aufl., Par. 1858); Tubino, Moorig, äst rsn^imißuto litkrario 6n (^t^wiia. (Madr. 1880); E. Vogel, Neukatalanische Studien (Padorb. 1886, mit reichhaltigen Litteraturangaben); K ö rting, Encyklopädie der roman. Philologie, Bd.3(Heilbr. 1886), Katalanische Zeitschriften: 1.0 (^ö^8ad6l« und »1^ I^6imix6N8^ erscheinen in Barcelona.
Kate, 1) Jan Jakob ten, Holland. Dichter, start? 26. Dez. 1889 in Amsterdam.
Mathai, eine im 13.-15. Jahrh, in Europa übliche Bezeichnung für Ehina, hergeleitet von dem Mandschurenvolk Khitan, welches bis 1123den Norden Chinas innehatte, und von den Reisenden des 13. Jahrh., insonderheit von Marco Polo, für das ganze chinesische Reich gebraucht.
Kattow, Michael Nikiforowitsch, russ. Publizist, erlangte auf den Zaren Alexanderlll. immer größern Einfluß und gewann ihn für die rücksichtsloseste Russifizierung aller nichtrussischen Provinzen des Reiche, und für die Herstellung altnationaler Eigentümlichkeiten. Von leidenschaftlichem Haß gegen Deutschland beseelt, betrieb er den Abschluß eines Bündnisses mit Frankreich aufs eifrigste, um den Widerstand Mitteleuropas gegen die panslawistischen Pläne zu brechen, und griff ungestraft in der »Moskauer Zeitung^ die friedliebende Politik des Ministers v.Giers in beleidigendster Weise an. Er nannte sich ^Knecht des Zaren ,, verfolgte aber mit Energie, Begabung und publizistischem Geschick nur selbstsüchtige Zwecke, die Befriedigung seines Ehrgeizes und seiner Habgier. Er starb 1. Aug. 1887 auf seinem Gut Sna-