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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Kilima Ndscharo - Kirensk
fessor am Gymnasium in Meiningen, 1836 Direktor in Hildburghausen, 1838 Konsistorial- und Schulrat daselbst^ 1843 Direktor des Friedrich Wilhelms-Gymnasiums in Posen, 1850 Provinzialschulrat in Berlin, 1857 Direktor des Joachimsthalschen Gymnasiums daselbst, trat 1872 in den Ruhestand, leitete jedoch noch 1875-79 das pädagogische Seminar für gelehrte Schulen und starb 15. Sept. 1884 in der Sommerfrische zu Königsbrunn. Durch seine Sach' und Personalkenntnis hat K. einen über seine nächste Stellung hinausreichenden Einfluß auf das höhere Schulwesen ausgeübt. Von seinen wissenschaftlichen Arbeiten nennen wir: »I^eui'tz'i <i6^6i'äitai'um oi'^limmm fi'^mßiil^ (Halle 1834).
Kilima Ndscharo. über seine neuere Erforschung s. Afrika (Bd. 17, S. 12) und Meyer 21 (Bd. 17).
^Kilometerbillets, Eisenbahnfahrscheine, welche nicht auf eine bestimmte Strecke von einer Station zu einer andern lauten, sondern zur Eisenbahnfahrt auf gewisse Entfernungen (5, 10, 20 km 2c.) berechtigen. Die K. haben den Zweck, bei häufiger Benutzung der Eisenbahn, bez. bei weiten Reisen und bei Vorausbezahlung des Fahrgeldes für eine gewisse Zahl innerhalb eines bestimmten Zeitraums (Jahresfrist) zu durchfahrender Kilometer Bahnlänge (500,1000km oder mehr) eine Fahrpreisermäßigung zu gewähren, welche gewöhnlich um so höher ist, je mehr Kilometer Bahnlänge in der festgesetzten Frist durchfahren werden. Die K. sind zuerst auf amerikanischen und später auch auf einigen europäischen Eisenbahnen eingeführt worden, haben sich aber nicht als zweckmäßig erwiesen, weil sie den Billet- ^ ausgäbe- und Kontrolledienst außerordentlich er-> schweren und überdies die mit ihnen verbundene Fahrpreisermäßigung nicht der Gesamtheit des rei^ senden Publikums, sondern nur einem verhältnismäßig geringen Teil desselben, den Geschäftsreisenden und allenfalls noch den weite Strecken befahrenden Vergnügungsreisenden, zu gute kommt.
Kingani, Fluß in Deutsch-Ostafrika, welcher 5Km nördlich vom Hafen Bagamoyo unter 6" 22' süol.Vr. in den Meereskanal mündet, der Sansibar vom afrikanischen Festland trennt. Der Fluß wechselt seinen Namen wiederholt; schon 12 km aufwärts nennen ihn die Wasaramo Rufu, die Uakamo Mbesi, was beides aber nichts weiter als »Fluß« bedeutet. Der K. entsteht aus der Vereinigung der Flüsse Grengere und Mgueta, welche beide im Rufuilugebirge in Ukami entspringen, der erstere am Nordabyang, der letztere am Südabhang. An seinein Ufer hat die Deutsch-Ostafrikauiiche Gesellschaft die Stationen Usaungula, Madimolo und Dunda, sämtlich in Usaramo, angelegt. In dem Dorf K. unfern der Mündung befindet sich eine katholische Missionsstation.
Kingwte, Alexander William, engl. Geschichtschreiber. Von seinem großen Geschichtswerk über den Krimkrieg erschienen die beiden Schlußbände l Vd. 7u. 8,Lond. 1887).
Kingo, Thomas, dän. Dichter. Vgl. Petersen, 'I'Iw Mcls X. 0A I1HU8 ftkmtiä (Kopenh. 1888).
Kintschintljchinga, Berg im südlichen Himalaja, auf der Grenze von Nepal und Siksim, mit zwei Gipfeln, 8581 und 3478 m hoch u-nd nur dem Gaurisankar u Dapsang an Höhe nachstehend, beide aber an Großartigkeit durch seine isolierte Lage übertreffend
Kirchbäch, 1)HugoEwald, Graf von, preuß.General, staro 6. Okt.' 1887 auf seinem Gut Moholz in der Lausitz. Ihm zu Ehren erhielt 1889 das 1. niederschlesische Infanterieregiment Nr. 46 den Namen Infanterieregiment Graf K.
"2) Wolfgang, Dichter und Schriftsteller, geb.
18 Sept. 1857 zu London als Sohn eines deutschen Malers, studierte, in Dresden vorgebildet, in Leipzig Philosophie und Geschichte, ließ sich 1879 als Schriftsteller in München nieder, unternahm eine längere Studienreise nach Italien und siedelte 1888 nach Dresden über, wo er bis Herbst 1889 die Redaktion des Magazins für Litteratur des In- und Auslandes- führte. Nächst seinen Märchen^ (Leivi.
1879) bewährte er sein eigentümliches, etwas zum Bizarren neigendes Talent in dem Künstlerroman Salvator Rosa« (das. 1880, 2 Bde.), den Novellen.' »Kinder des Reichs« (das. 1883, 2 Bde.; 2. Ausl. u. d. T.: Nord und Süd«, 1885), in der Sammlung seiner »Gedichte« (das. 1883), in den dramatischen Dichtungen: »Waiblmger«, Trauerspiel (2. Aufl., Münch. 1887), -Der "Menschenkenner ,, Lustspiel (Dresd.1889), und > Die letzten Menschen«, Bühnen^ marchen (das. 1889). Eine Anzahl kleinerer Schriften, Reisegedanken und Aufsätze erschien in »Ein Lebensbuch < (Münch. 1886).
^3) Frank, Maler, Bruder des vorigen, geb. 1859 zu London, begann seine Studien auf der Kunstakademie in Drec-den und begab sich dann nach München, wo er sich seit Mitte der 70er Jahre bei A. Wagner weiter ausbildete. Er machte sich zuerst auf der Münchener internationalen Kunstausstellung von 1883 durch ein vom dortigen Kunstverein angekauftes Geschichtsbild: Herzog Christoph der Kämpfer an der Leiche des letzten Abensbergers, bekannt. 1884 schuf er einen Cyklus von Wandgemälden aus dem »Nibelungenlied« in Schloß Drachenburg bei Königswinter am Rhein, und in demselben Jahr begab er sich zu weitern Studien nach Paris, wo er einen Raul.» des Ganymed malte. 1888 vollendete er das Kolos. salgemälde: Christus treibt die Wechsler aus dem Tempel, auf welchem die Hauptfigur freilich unter der großen Zahl von Nebenpersonen und dem übri^ gen Beiwerk nicht zur Geltung kommt, das sich aber durch große Virtuosität des Kolorits und durch lebendige Charakteristik der einzelnen Figuren auszeichnet. 1869 wurde er als Lehrer der Malerschule an das Städelsche Institut in Frankfurt a.M. berufen.
Kirchcnpauer, Gustav Heinrich, Hamburg.
Staatsmann. Sein Leben beschrieb W. v. Melle (Hamb. 1889).
Kirchhofs, 1) Gustav Robert, Physiker, starb 17. Okt. 1v87 in Berlin. Vgl. Boltzmann, G. R.
Kirchhofs (Leipz. 1tt88).
Kirchhördc, Dorf, Regierungsbezirk Arnsberg, gehört feit 1«87 zum Kreis Horde.
"Kirchner, 3) Wilhelm, Landwirt, geb. 9. Juli 1848 zu Göttingen, erlernte die Landwirtschaft und betrieb dieselbe praktisch, studierte seit 1871 in Halic und Göttingen, wurde Assistent am landwirtsch^t' lichen Institut der Universität Halle, übernahm 187<l die Leitung der milchwirtschaftlichen Versuchsstauon in Kiel, wurde 1879 Professor der Landwirtschaft in Halle, 1889 in Göttingen, 1890 in Leipzig. Er schrieb 1 ^Untersuchungen über denPflanzenschleim«(Götting.
1674); »Beiträge zur Kenntnis der Kuhmilch« (Dresd.
1877); »Bericht über die internationale Molkereiaus' stellung in Hamburg < (das. 1877); ».Handbuch der Milchwirtschaft« (2. Aufl., Verl. 1886). Seit 1882 redigiert er die »Landwirtschaftliche Post«.
^Kirenst, Bezirksstadt im sibir. Gouvernement Irkutsk, auf einer Insel in der Kirenga, die hier in die Lena mündet, hat eine Kirche, ein Kloster, 2 Schulen und (l«85)1034 Einw., welche Ackerbau und Viehzucht treiben.