Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

491
Klavierautomat - Klima
<lm'i!>.->n^), die ihre klappern sänitlich verloren und neu ergänzten. Das periodische oder gelegentliche Abfallen ist ganz natürlich, da die Rassel aus einer Kette von lose miteinander verbundenen Kegeln aus abgestorbenem Horngewebe besteht, die, wenn sie einigermaßen lang geworden ist, leicht abbricht.
Deshalb gehören 15-18glieoerige Klappern zu den größten Seltenheiten, denn gewöhnlich hält die Rassel nicht länger stand, als bis sie 8 l O^liederig wird.
Bei fünf von Feoktistow beobachteten Schlangen, denen die Rasseln abgefallen waren, wuchsen die Glieder so schnell wieder, daß bei allen nach Verlauf von 3-4 Monaten neben dem letzten zurückgebliebenen Glied bereits zwei neue Glieder entstanden waren, und diese dreigliederigen Rasseln brachten schon einen ziemlich starken Ton hervor. Im Lauf eines Jahrs waren ganz unabhängig von den Häutungen 5-6gliederige Rasseln entstanden. Da eine gereizte K. stundenlang ununterbrochen rasselt, so benutzte der Genannte, um die Zahl der Schwingungen in der Minute zu bestimmen, eine graphische Methode, indem er eine am Nacken festgehaltene Schlange ihre Bewegungen mittels eines durch das mitteiste Rasselglied getriebenen Stifts auf einem bewegten eingerußten Papierstreifen verzeichnen ließ. Es ergab sich, daß die Klappern dabei mehr Schwingungen (110) als die Schwanzspitze (75) in der Minute vollführten.
-Klavierautomat, s. Musikwerke (Bd. 17).
'Klein, 10) Karl, Bischof von Limburg, geb. 11. Jan. 1819 zu Frankfurt a. M., besuchte das Gymnasium zu Regensburg, studierte in München und Freiburg katholische Theologie und trat 1840 in das Priesterseminar zu Limburg. 'Nachdem er sich 1841 zu Freiburg die Doktorwürde in der katholisch-theologischen Fakultät erworben, ward er zum Priester geweiht und wurde Kaplan in Wiesbaden, dann in Frankfurt a.M., 1844 in Limburg. Schon 1845 ward er Domvikar, 1849 Domkapitula'r und geistlicher Rat und 1871 Domdechant daselbst. Nachdem er sich 1864 zwei Monate in Rom aufgehalten, wurde er vom l Papst zum päpstlichen Geheilnen Kämmerer und 1883 ! zum apostolischen Protonotarernannt. Nachder Wah! ! des Bischofs Roos zum Erzbischof von Freiburg ward j K. 1886 vom Kapitel zu Limburg zum Bischof ge- ^ wählt, vom Papst und von der preußischen Regierung bestätigt und 31. Okt. in Rom vom Papst selbst konsekriert. Der Ermahnung, welche Leo XIII. hierbei! (M ihn richtete, sein Amt im Geiste der Milde und des Wohlwollens gegen jedermann zu verwalten und i gute Beziehungen zu den königlichen Behörden zu pflegen, kam er gewissenhaft nach und war der ein-! zige Bischof, der^ Anfang 1887 bei den Reichtags- ^ wählen dem Schreiben des Staatssekretärs Jacobini folgend, den Klerus ermähnte, für die Annahme des Septennats zu wirken.
-'11) Felix, Mathematiker, geb. 25. April 1849 zu Düsseldorf, studierte in Bonn, Göttingen, Berlin, habilitierte sich in Göttingen, wurde 187^ Professor in Erlangen, 1875 an der technischen Hochschule in München, 1880 in Leipzig und 1886 in Göttingen.
Er schrieb über Liniengeometrie, nicht> euklidische Geometrie, analytische Bedeutung der regulären Körper, Auflösung der algebraischen Gleichungen von: 5)., 6., 7. Grad, algebraisch integrierbare lineare Differentialgleichungen, hyperelliptische Funktionen 2c., über Riemanns »Theorie der algebraischen Funktionen und ihrer Integrale« (Leipz. 188 l); Vorlesungen über das Ikosaeder und die Auflösung der Gleichungen vom 5. Grad« (das. 1884). Seit 1875 redigiert! rr mit A. Mayer die ^Mathematischen Annalen.'. >
Kleinasien, Forschungsreisen, s. Asien (Bd. 17).
"Kleinmichel, 2) Richard, Komponist und Pia^
nist, geb. 31. Dez. 1846 zu Posen, 1863-66 Schüler des Konservatoriums zu Leipzig, lebte zunächst als Lehrer und Pianist in Hamburg, wohin sein Vater (Militärkapellmeister) lange vorher versetzt war, siedelte 1876 wieder nach Leipzig über, wo er mehrere größere Werke zur Aufführung brachte, und ist jetzt Theaterkapellmeisterin Magdeburg. Eine Oper' > Manon«, wurde am Stadttheater zu Hamburg aufgeführt.
Seine Gattin ist die Sängerin Klara Monhaupt.
K. veröffentlichte Orchester- und Kammermusikwerke, Lieder und viele Klaviersachen (darunter vortreff liche Etüden) und gab auch den Klavierauszug von Lortzings Oper »Hans Sachs' neubearbeitet heraus
(Leipz/1890).
Kleist, 2) Friedrich Heinrich Ferdinand von, Graf von Nollendorf, preuß. Generalfeldmarschall. Ihm zu Ehren wurde 1889 das 1. westpreußische Grenadierregiment Nr. 6 Grenadierregiment Graf K. von 'Nollendorf benannt.
Mlemming, Gustaf Eduard, schwed. Bibliograph, geb. 5. Sept. 1823 zu Stockholm, studierte in Upsala und wurde 1877 nach längerm Vorbereitungsdienst zum Oberbibliothekar der königlichen Bibl'iothek ernannt. Von seinen Werken sind hervorzuheben: >8veri^(?8 liiüm^tißka li Nkrutur« (1863-75); »^<i' 6N KM6(^UKI'68 5kNiiuo-ln>« (neue Aufl. 1880-82) und »8v0N5k dokti'^icei'iliißwi'i H« (mit I. G. Nordin, 1884, 2 Bde.). Zahlreiche seiner Arbeiten (wie 8v6nsk«. meäkltiäenn didei Hi'dktkn«, »3v6ii8iN inLclßitiäLNN i iiukrönikor <, »ftkrä,» oi'äuiu Ai N'',- 8vensikk inkäoltiätt-clikt, ?!' ood i'ini« und »Ilsiig^ Vilßittak nppkndl N'kigki'«) sind in den Schriften der »3veu8liÄ foi'NLki'it'tk 5Mi8kÄp6t« abgedruckt.
-Klengel, 3) Julius, Violoncellspieler, geb. 24. Sept. 1859 zu Leipzig, wo er als erster Cellist am Gewandhausorchester und Lehrer am Konservatorium thätig ist, ein auch durch zahlreiche Konzertreisen ini Ausland geschätzter Virtuose ersten Ranges; K. machte sich auch als talentvoller Komponist bekannt (Eellotonzert, Eoneertino, Streichquartett 2c.).
Klima. Die Frage, ob das K. wesentlichen Änderungen unterworfen ist, ist vielfach erörtert worden.
Geologische Untersuchungen haben darauf hingeführt, daß die kliniatischen Verhältnisse der Erde in frühern Perioden andre waren wie die heutigen. Die Eiszeit, deren Spuren in den außertropischen Regionen der Erde gefunden werden, besaß die von der heutigen verschiedene Fauna und Flora der Diluvialperiode und Zeigte eine wesentlich andre Lage der Schneegrenze, als wir sie gegenwärtig beobachten. Freilich muß es dahingestellt bleiben, ob diese auf der ganzen Erdoberfläche tiefer gelegen war, oder ob sie auf den leiden .Halbkugeln nur eine Verschiebung gegen ihre gegenwärtige ^iage zeigte. Aber abgesehen von diesen Veränderungen in den verschiedenen geologischen Perioden ist auch schon oft die Frage erörtert, ob nachweisbare Veränderungen des Klimas in historischen Zeiten eingetreten und ob dieselben lokal aufgetreten sind oder sich über die ganze Erdoberfläche verbreitet haben. Zur Beantwortung dieser Frage war man früher auf die Veränderungen der Vegetation, das Fehlen von Bäumen und Pflanzen in Gegenden, in welchen sie früher vorhanden waren, sowie auf die geographischen Grenzen von charakteristischen Repräsentanten aus der Pflanzenwelt ange wiesen. Gegenwärtig hat man zur Untersuchung der Klimaschwankungen die Gletscherschwantungenin den Alpen und die periodischen Schwankungen im Waffel^