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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Kluge - Knochentransplantation
und eine Personifikation der Holzbildhauers. Eine besondere Virtuosität entfaltet er in Porträtreliefs und Porträtbüsten, welche er polychrom beizt.
Kluge, Friedrich, Germanist, geb. 22. Juni 1856 zu Köln, studierte dann in Leipzig, Etraßburg und Freiburg Sprachwissenschaft und Germanistik, habilitierte sich 1880 in Straßburg, wurd"> 1884 als außerordentlicher Professor nach Jena berufen und 1886 zum ordentlichen Professor für deutsche und englische Philologie ernannt. Er schrieb: 'Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache< <Strahb. 1881, 4. Aufl. 1888; Index dazu uon Janssen, 1889); »Stammbildungslehre der altgermanischen Dialekte« (Halle 1880); »Von Luther bis Messing, sprachgeschichtliche Aufsätze^ (2. Aufl., Straßb.
1888); »Angelsächsisches Lesebuch< (Halle 1888).
-Knapp, 6) Hermann, Augen- und Ohrenarzt,
studierte in München, Würzburg, Berlin, Leipzig, Zürich, Wien, Paris, London und Utrecht, promovierte 1854 in Gießen, war dann mehrere Jahre Assistent A.u. Grases, habilitierte sich 18W als Privatdozent in Heidelberg u. erhielt daselbst 1865 die Professur der Augenheilkunde. 1868 gründete er in New Zork das Opdti^imic iiucl. aui'al in^titnl L, und 1882 wurde er Professor am Medical College der städtischen Universität daselbst. K. erwarb sich besondere Verdienste um die physiologische Optik, um die Lehre uon den intraokularen Geschwülsten sowie um die operative Technik, besonders der Schiet und Staroperationen. Er schrieb: »Die Krümmung der .vornhaut des menschlichen Auges« (Heidelb. 1860);
Die geschichtliche Entwickelung der Lehre uom Sehen'- i Wiesbad. 1862); »Die intraokularen Geschwülste« (Karlsr. 1868); Oocaino lmä it^ u^«< New '))ork 18^5); Inv66ti^ti(M8 on t'krm^ut^tiou, ^Mi''t^^tion, iuul «n^Mi'^tioii« (1886); > ^atäia< t «'xti^^-twn -vviilwnt ii'iä6<'t0ui^<- (1887) u. a. Seit 1869 gab er mit Moos das »Archiv für Augen- und Ohrenheilkunde - (deutsch u. englisch) heraus, dessen beide Abteilungen seit 1879 getrennt erscheinen als
Archiv für Augenheilkunde- (redigiert uon K. und Schweigger) und »Zeitschrift für Ohrenheilkunde (uon K. und Moos).
Kneijel, Rudolf, Schauspieler und Schriftsteller, geb. 8. Mai 1832 zu Königsberg i. Pr. als Sohn des Theatersängers Wilhelm 'K. (gest. 1885), besuchte einige Jahre das Donigylnnasiuln in Magdeburg, widmete sich frühzeitig der Bühne, war einige Jahre als Regisseur am Stadttheater in Magdeburg engagiert, trat dann 1860 selbst an die Spitze einer reisenden Schauspielergesellschaft, deren Direktion er ein Vierteljahrhundert führte. 1886 ließ er sich in Berlin nieder, um ausschließlich der dramatischen Schriftstellerei zu leben, nachdem er schon als Schauspieler und Theaterdirektor mit einer Neihe seiner Lustspiele und Schwanke guten Erfolg gehabt hatte. Die dramatischen Arbeiten Kneisels gehören zur großen Zahl jener modernen leichten Vühnenwerte, die mit dein Tag entstehen und vergehen, obschon einige unter ihnen, wie z. B. »Die Tochter Belials« oder das Volksstück »Die Lieder des Musikanten ,, einen Kern haben, der einer bleibenden poetischen Gestaltung wert wäre. Von der ganzen Zahl dieser Stücke, deren K. über 40 schrieb, 'seien noch »Der liebe Onkel«, »Desdemonas Taschentuch«, »Sein einziges Gedicht«, »Wo i't die Frau?«, »Die große Unbekannte ,, Die Anti-Tantippe-, »Sie weiß etwas« genannt.
Knochen (Schädlichkeiten der Knochenindustrie). Bei der Knochenindustrie verdienen die Kno chenlager Berücksichtigung, weil die den K. anhaftenden Weichteile faulen, üble Gerüche verbreiten und die Nachbarschaft nicht nur belästigen, sondern auch schädigen. In dicht verschlossenen Knochenlagern! wird der Sauerstoff der Luft aufgezehrt und Kohlen! säure entwickelt, welche sich in solcher Masse ansam^ meln kann, das; die das Lager Betretenden in Gefahr! kommen, zu ersticken. Trockenheit der Lagerräume! und Ventilation erscheinen dringend notwendig, am^ wirksamsten würde wohl eine Behandlung oer K. mit! Kalkmilch vor der Aufspeicherung sein. Bei der' Entfettung der K. nach altem Verfahren sind die sich! entwickelnden übelriechenden Dämpfe in die Esse zu! leiten, das neuere Verfahren mit Benzin erfordert! gutes Schließen der Apparate. Beim Darren der^ K. sind die 'Arbeiter allzusehr der Hitze und beim! Stampfen dem Staub ausgesetzt. Beim Ausschließen! der K. mit Säuren entwickeln sich sehr übel wirkende^ Dämpfe, für welche gute Abzugsvorrichtungen an! zubringen sind. Dies ist namentlich erforderlich,^ wenn auch Salzsäure zur Anwendung kommt. Kno^ chenmehllnger sind für die Nachbarschaft höchst lästig^ und sollten wie Guanolager behandelt werden. Bc:! der Darstellung von Knochenkohle. müssen die stinken! den Dämpfe und Gase in eine starke Feuerung gelei! tet werden; aber auch wenn man die Dämpfe verl dichtet, entwickeln die Fabriken sehr üble Gerüche,l Kno Henmeyl wird mit Sand, Thon, Asche, Mer! gel, Kalkstein, Austernschalen, Gips, Glas, Erde, Sägespänen, in neuerer Zeit am häufigsten mit Phosphoritmehl, vegetabilischem Elfenbein und Abfällen^ der Leimfabrikation verfälscht. Der Aschengehalt der Ware, die Farbe derselben, das starke Aufbrausen beim Übergießen mit Säure zeigen gewisse Verfälschungen an. Phosphoritmehl erscheint unter der Lupe als rotbraunes Pulver; übergießt man die schmutzig rötliche Asche mit kochendem Wasser und! tropfenweise mit Salpetersäure, so löst sich die Kno^ chenasche, und das Phosphoritmehl bleibt ungelöst^ zurück. War auch organische Substanz zugesetzt wor-.
! den, so sammelt sich diese beim Übergießen der Probe mit Wasser obenauf. Schwierig ist die Nachweisung des vegetabilischen Elfenbeins. Es unterscheidet sich vom K. wesentlich durch den Geruch beim Rösten und Verkohlen. Dagegen enthält es nur 16 Proz. Asche und etwa 84 Proz. organische Substanz, 2,5 Proz.
Phosphorsäure und 1 Proz. Stickstoff. Schüttelt man K. mit Chloroform, so sinkt es zu Boden, Horn- und Hautteile (deren Menge 5 Proz. nicht übersteigen soll), schwimmen auf dem Chloroform. Zu genauerer Untersuchung von K. ist die Bestimmung des Aschengehalts, des Stickstoff- und Phosphorsäuregehalts
erforderlich.
'-Knochrntransplantation. Nach Schädelbrüchen oder Trepanation bleibt oft im Schädeldach eine Lücke zurück, welche sich nur durch Bindegewebe ausfüllt und daher große Gefahren für das Gehirn bedingt. Man hat deshalb namentlich in England in neuester Zeit zahlreiche, von recht günstigem Erfolg begleitete Versuche gemacht, die Lücke im Schädeldach wieder durch Knochenmasse zu füllen. In der ersten^ Hälfte dieses Jahrhunderts sind derartige Versuche! mehrfach an Tieren und von einem deutschen Ehirur> gen Walther auch am Menschen ausgeführt worden.
! Aber erst nachdem I.Wotff in Berlin die wissenschaft-I liche Erklärung gegeben hat, auf welche Weise vom! Körper vollständig abgetrennte Knochenstücke eine Verbindung mit dem umgebenden Knochengewebe eingehen, ist die K. zu chirurgischen Zwecken wieder in Aufnahme gekommen. Man hat beobachtet, daß