Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Lotheißen - Löwe
löten oder Zusannnonschwcißen in 1 -2 Äiinuten erfolgt. Haben hierbei die Metalle gleichen elektrischen Widerstand, so bringt man die Lötstelle mitten zwischen die Klemmen, sonst näher an diejenige Klemme, welche das Stück mit dem größern Widerstand trägt.
Anfangs auf das Zusammen löten dicker Kupferdrähte beschränkt, wird dieses elektrische Verfahren nunmehr zur Verbindung aller Metalle, selbst zur Anfertigung von Dampfkesseln u. dgl., statt der Wassergaslotung verwendet.
Lotheißen, Ferdinand, kulturhistor. Schriftsteller, starb 19. Dez. 188? in Wien. Aus seinem Nachlaß gab Bettelheim heraus: »Zur Kulturgeschichte Frankreichs im 17. und 18. Jahrhundert« (mit Biographie, Wien 1889).
Lothringen, Bezirk des deutschen Reichslandes, zählte 1885: 489,729 Einw. (darunter 440,501 Katholiken, 40,629 Evangelische, 7442 Juden). Die8 Kreise umfassen:
Kreise
QKilom.
QMeilen Einwohner
Volchen ....
715 12.93 42679
Chateau» Salms.
975 17,71 47835
Diedenhofen .. . 947 17,20 81268
Forbach ....
699 12.70 63575
Metz (Stadt» .. . ! 7 0,13 54072
Metz < Land) .. . 1076 19,54 76570
Saarburg .. .. . 1009 18,33 59570
Saargemünd .. . 795 14.44 64160
Einw.
auf l yllm
60
49
86
91
71
59
81
^Lotter, .hieronymus, Architekt, geboren um 1497 zu Nürnberg, kam frühzeitig nach Annaberg und von da nach Leipzig, wo er seit etwa 1545 eine umfangreiche Bauthäti'gkeit entfaltete und zusolchem Ansehen gelangte, daß er mehrere Male zum Bürgermeister gewählt wurde. Er erbaute unter anderm das Rathaus und die Pleißenburg in Leipzig und die Augustusburg im Stil einer nüchternen Renaissance. Er starb 1580. - Sein Sohn Hieronymus L. der jüngere hat das sogen.Fürstenhaus in Leipzig erbaut. Vgl.Wustmann, Der Leipziger Baumeister H.L.(Leipz. 1875).
^otto,1)Lorenzo,ital.Maler,geb.1476oder1477
zu Venedig, bildete sich bei Giovanni Bellini zusammen mit Palma Vecchio, dessen Einfluß er später empfing, schloß sich dann an Giorgione an und nahn: auch Eigentümlichkeiten von Leonardo da Vinci und Correggio, namentlich in Bezug auf Behandlung des Helldunkels, in seinen malerischen Stil auf. Er war vor 1504 in Treviso, von 1506 bis 1512 in der Mark Ancona und in Rom, 1513 in Bergamo, 1514 in Venedig, 1515-24 in Bergamo und dann bis gegen 1550 in Venedig thätig. Gegen Ende seines Lebens siedelte er nach Loreto über, wo er von der Casa santa ernährt wurde, der er seine Habe geweiht hatte. Er starb um 1556. L. hat nur religiöse Gemälde, Bildnisse und eine allegorische Darstellung (Sieg der Keuschheit, im Palazzo Rospigliosi in Nom) gemalt.
Seine Hauptwerke der erstern Gattung sind: Verlobung der heil. Katharina (München, Pinakothek), Verehrung der Maria (Bergamo, San Bartolommeo), Christi Abschied von seiner Mutter und das Doppelbild der Heiligen Sebastian und Christoph (Berlin, Museum), Apotheose des heil. Nikolaus (Venedig, Carmine), heilige Familie (Florenz, Uffizien), Himmelfahrt Maria (Ancona, San Domenico). Bildnisse von ihm befinden sich im Berliner Museum, in der Brera zu Mailand, in der Nationalgalerie zu London, in der Madrider Galerie u. a. O.
*2) Isidor, Violinspieler, geb. 22. Dez. 1840 zu Wn^chau, erhielt seine Ausbildung am Konserva torium zu Paris unter Leitung von Massart (Violine) und Reber (Komposition) Nach längern erfolgreichen Kunstreisen wurde er 1862 zum großherzoglich weimarischen Solospieler ernannt. Seit 1872 ist er als Professor des Violinspiels am Konservatorium zu Straßburg thätig.
^Loudun (wr. ludänn, eigentlich Balleyguier), Eugene, franz. Schriftsteller, geb. 8. Juli 1818 zu Loudun (Vienne), wurde nach mehrjähriger journalistischer Thätigkeit Privatsekretär des Ministers Falloux, sodann im Juli 1849 Unterbibliothekar am Arsenal und in der Folge Eisenbahnkommissar, welchen Posten er jedoch 1872 infolge einer bonapartistischen Broschüre, die er veröffentlichte, verlor. Von seinen Schriften verdienen Erwähnung: I<k V enäöe; l6 M)'8.168 ii KVur Z, 168 AU6rr68 < (1849; neue Ausg.
1873); »1.68 tl-018 rÄc68, 0Ui68^1i6NMUÜ8, 168^NF-1lii8 6t i68^I'H110,lN8« (1852); >L68p6I'68 66l ^Ail86
(1861); »Vie äu F6N6I'«.! ^batwooi« (1855); »I.?
8k1^n, 0U 1'6XP08lti0U iniiv6r86il6 ä68 063.UX'I.ltL<
(1852, 1855 u. 1857); »I.N. Ll6tHAN6, P^8H268 6l röeit»« (1861); »1^68 nouvkaux.Iae0din8« (1869); ».louruai ä'un I'g.r^ien psnäluit lg. rövolution än 86iN6mw'6 6t1a00Mmuli6«(1872-73,2Bde.); »1.68 pi'6cm'56U!'8 (161a Involution« (von der Akademie mit dem Preis Guerin gekrönt, 1875); »I^6lU3.i6t i6di6u, t^die^uä^i 1ii8t0ir6univ6l86ii6<(1876 -81,5Bde.);
>I^68 (16601^61^68 ä6 111. 86161106 8HN8 Di6U« (1884)',
»I/1ta1i6 M(»(l6l'ii6« (1886); ».loui'iikl Ü6 äix NN8' 8nuvsiii! 8 ä'lm imp6lill.Ii8t6« (1885-86,2 Bde., unter dem Pseudonym Fidus) u. a.
5 Louis Ferdinand, Prinz, s. Ludwig 52), Vd.
10 und 17.
^ouen, Sven Ludvig, Zoolog, geb. 9.Ian. 1809 zu Stockholm, promovierte 1829 in Luno, ward da selbst Dozent der Zoologie, bereiste zu wissenschaftlichen
märten und leitete 1837 die erste wissenschaftliche Expedition nach Spitzbergen. 1841 wurde L. Professor und Intendant am naturgeschichtlichen Reichsmuseum in Stockholm. L. arbeitete besonders über die Bil^ dungsgejetze der Mollusken, über die Entwickelung der Polypen, Würmer und Krustaceen, die geogra phische Verbreitung der Vögel und veröffentlichte seine zahlreichen Untersuchungen, welche wesentlich zur Förderung der Morphologie beitrugen, in Fachjournalen.
'Ww, Leopold, jüd.Gelehrter, geb.22.Mai 1811 zu Ezernahora in Mähren, war erst Lehrer des Hebräischen in Proßnitz, studierte darauf seit 1835 in Pest, Preßburg und Wien, wurde 1840 Oberrabbiner in Groß-Kanischa, 1846 in Papa, 1850 in Szegedin, wo er 13. Okt. 1875 starb. Er machte als Anhänger der national-magyarischen Partei den Feldzug der Revolution 1848 mit und büßte dafür mit mehrmonat licher Haft. L. ist der hervorragendste Vertreter der jüdischen Reformbestrebungen in Ungarn, die er namentlich in seiner Zeitschrift V6u eilanai^'I.« (1858-1867) förderte, besonders um das israelitische Volks schulwesen in Ungarn verdient und als Kanzelredner geschätzt; 1844 führte er zum erstenmal die ungarische Predigt in die Synagoge ein. Er schrieb auch mehrere wertvolle Werke über jüdische Altertumskunde.
"Löwe, 5), Gustav, Philolog, geb. 18. Febr. 1852 zu Grimma, studierte, besonders unter Ritschl, in Leipzig klassische Philologie, durchforschte seit De zember 1875 die Bibliotheken Italiens.mit besonderer Rücksicht auf die handschriftliche Überlieferung des Plautus und die lateinischen Glossarien, sodann seit Herbst 1873 die Bibliotheken Spaniens und Por-