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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Marschall von Biberstein - Martens
rlnngverliehen. Der älteste Armeemarsch ist der »Dessauer M. ,, den die Truppen des Alten Dessauers aus dem Feldzug in Piemont 170? mit heimbrachten. Der >'Hohenfriedeberger^ und der Mollwiyer M. werden Friedrich d. Gr. zugeschrieben. Ersterer wird zur Erinnerung an die Schlacht bei Hohenfriedeberg 4. Juni 1745 noch heute vom pommerschen Kürassierregiment (Konigin) Nr. 2 bei Paraden als Prä'sentiermarsch gespielt. Ebenso wird der »Torgauer M.«, den König Friedrich Wilhelm III. Anfang dieses Jahrhunderts als Komposition eines dortigen Lehrers, Scholz, aus Torgau mitbrachte, voin König Wilhelm-Grenadierregiment 3tr. 7 als Präsentiermarsch gespielt Der seit 1806 von der preußischen ^^nfanterie gespielte Präsentiermarsch ist eine Jugendkomposition Friedrich Wilhelms III. Der klassische Jorksche M. < stammt von Beethoven, der beim Einzug der verbündeten Truppen im März 1814 gespielte »Pariser Einzugsmarsch« von dem 1855 gestorbenen .vofkapellmeister Walch in Gotha, der > Möllenoorfmarsch« aus dem Jahr 1846 vom Amtsrichter Möllendorf in Potsdam.
Marichall von Biberflein, 2) Freiherr Karl Wilhelm, bad. Staatsmann, geb. 21. Dez. 1763 zu Stuttgart, studierte auf der Karlsschule Rechts- und Staatswissenschaften und trat 1792 als Hofuno Regierungsrat in badische Dienste; 1890 wurde er Vizepräsident, 1803 Präsident des Hofratskollegiums, 1806 Geheimrat, 1808 Hofrichter in Mannheim, 1809 nebst Reizenstein Staatsminister und übernahm 1810 das Ministerium des Innern. M. machte sich in dieser Stellung um die Organisation des so rasch vergrößerten, aus den verschiedensten Gebietsteilen zusammengesetzten Staats hochverdient.
1811 wurde er Gesandter in Stuttgart, 1814 vadischer Bevollmächtigter auf dem Wiener Kongreß, wo er sich an der deutschen Verfassungsfrage eifrig beteiligte und die Integrität Badens gegen Bayerns Annexionsgelüste mit Erfolg verteidigte. Auch setzte er beim Großherzog die Verheißung einer landständischen Verfassung durch. 1815 kehrte er nach Stuttgart zurück, wurde 1817 wieder nach Karlsruhe zur Übernahme des Ministeriums berufen, starb jedoch schon 11. Ang. 1817. Er schrieb: ^Untersuchungen üder den Ursprung und die Ausbildung der gegen Mar»ci Ue. Im Hafen von M. sind 18^8: 8360 Sanffö mit 4,883,8^2 Ton. ein- und 7996 Schiffe mit 4,816,701 T. ausgelaufen. Vom Gesamttonnengeyatt (9,700,573) entfielen 6,179M0T. aufdiefranzöjische Flagge. Die Reederei von M. umfaßt 233 Dampfer und 61 Segelschiffe. Davon besitzen die
(>»IUM<5Iii« ä65 ft6t'V1068 MiIlitilN68 ä68 ^I68»H^6 ri63 57 Dampfer von 106,6l)4 T., die (^0IUP F1116
von 30,161 T.,
die (^oinpk AiiiL ^lÄl«6!i1ai«6 (Fraissinet u. Komp.) 24 Dampfer von 20,920 T., die 8oc'i6r.6 ß.'^n6i'^'6 <l<? li'3,n8^oi^8 inlriitiinß.^l 17 Dainpfer von 5^2,246 T.
Der Warenverkehr denn Zollamt von M. hatte einen Wert von l002,5 Mill. Frank in der Einfuhr und von 663 Mill. Fr. in der Ausfuhr. Während im Zeitraum 1880 - 87 der Warenumsatz des Marseiller Hafens sich ziemlich gleichblieb, ergibt sich für 1888 eine erheblicheSteigerung.denndieEinfuhrbetrug2,838,201 T. (gegenüber 1887: mehr 247,479 T.), die Ausfuhr 1,786,746 T. (gegenüber 1887: mehr 110,867 T.). Die ordentlichen Einnahmen der Stadt beliefen sich 1887 auf 15,2 Mill. Fr., darunter aus dem Ottroi 12V? Mil. Fr.
March, George Perkins, amerikan. Staatsmann.
Vgl. »I^it6 l^ull I6tt.6i'8 ot' (F. I'. HI. ,, von seiner Witwe Carolina Grane M. (New York 1888).
Marshall, 2) William, Zoolog, geb. 6. Sept.
1845 zu Weimar, studierte in Göttingen und Jena, wurde 1867 erster Assistent'am Reichsmuseum in Leiden, 1872 Sekretär der Großherzogin von Sachsen, habilitierte sich 1860 als Privatdozent für Zoologie und vergleichende Anatomie in Leipzig und wurde 1885 außerordentlicher Professor. Er lieferte zahlreiche Arbeiten über Anatomie der Vögel u. über niedere Tiere, besonders die Schwämme, und war namentlich auch als populärer Schriftsteller thätig.
Er schrieb: »Spaziergänge eines Naturforschersl^eip^. 18^8); »Die Tiefsee und ihr Leben« (das.
1888); -Zoologische Vorträge« (das. 1889, 4 Hefte: Spechte, Papageien, Ameisen) und unter dem Pseu donym Philopsy l lus die litterarisch-naturhistorische Monographie: >'Der Floh (Weim. 1880).
Marsill/Martin, Violinspieler, geb. 9. März 1848 zu Iupille bei Lüttich von armen Eltern, erhielt seine musikalische Ausbildung am Lütticher, 1865 - 67 auf Kosten der Fürstin von Chimai am Brüsseler Konservatorium, studierte darauf noch unter Massart am Pariser Konservatorium und 1870 bis 1871 mit einem Stipendium der belgischen Regierung unter Joachim in Berlin, erregte zuerst 1873 zu Paris in den ^onc6i't» ^<>l>uluil68 als Violinist Aufsehen und unternahm seitdem mit wachsendem Erfolg weitere Konzertreisen, die ihn auch nach Deutschland führten. Er gehört gegenwärtig zu den bedeutendsten Geigern. Als Komponist hat M. die Violinltttcratur um einige effektvolle und gut musikalische Vortragsstücke bereichert.
Marfton, 2) Westland, engl. Dichter, starb 5. Jan. 18i-)0 in London.
Martens, Friedrich von, Völkerrechtslehrer und Publizist, geb. 15. Aug. 1843 zu Pernau in Livland, absolvierte das Studium der Rechte an der Petersburger Universität, hörte dann noch in Wien, Heidelberg und Leipzig Vorlesungen, trat 1868 in das russische Ministerium des Auswärtigen und wurde hier dem Reichskanzler Fürst Gonschakow für besondere Aufträge attachiert. Seit 1871 ist er Professor des Völkerrechts an der Petersburger Universität sowie Professor des Staatsrechts an der kaiserlichen Rechtsschule und am kaiserlichen Alexander-Lyceum daselbst. Außer zahlreichen Aufsätzen in russischen, französischen und deutschen Zeitschriften sind von ihm erschienen: Über das Recht des Privateigentums im Kriege (russ., Petersb. 1869); »Das Konsularwesen und die Konsularjurisdiktion im Orient« (russ., das. 1873; deutsch, Berl. 1874); »Ii,6cu?i1 ä65
N'kit68 6t 00NV6Uli0118 L0N(.1Uft pg.r lg. Ku88!6 3.V6C
Ie8 pm'88Änc68 6U'kNß^t'e8« (im Auftrag des Auswärtigen Ministeriums, Petersb. 1874-89, 9 Bde.; die ersten 5 Bde. die Verträge Rußlands mit Österreich, die letzten 4 die mit Deutschland enthaltend); »Die Brüsseler Konferenz und der orientalische Krieg von 1877 bis 1878 (russ., das. 1878); »Internationales Recht; das moderne Völkerrecht der zivilisierten Nationen« (zuerst russisch, dann deutsch, Berl.
1884-85, 2 Bde.; franz., Par. 1887-88, 3 Bde.);
»I^a IiU6!<i6 6t 1'^.n^l6t6l'1'6 6U ^.816 c6NtI'Hi6'
(Brüssel 1879, auch russ., deutsch u. engl. hrsg.); »I^Ä yU68lis)n 6A)'M6NN6« (das. 188^i); »1.6 ooiitlit li6 1a 1^115316 2.V6C la. ^1iin6« (das. 1881; auch deutsch u. russ.); »1^2, coni6i'6n^6 att'ic3.ili6 <I6 Vsi'Iin 6l
18. 1)0iitis1N6 co1oiimi6 ll68 6tNt8 M0ll6rn68« (das.
1887). M. ist Vizepräsident des Instituts für Völkerrecht (Iu5UM (16 äroib iut Lruutwii Hl).