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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Mollin - Montanelli
Musiklebens hochverdient gemacht hat. Als Komponist hat er sich durch mehrere Opern (deren eme 1863 in New Dork zur Aufführung kam), durch Symphonien, Ouvertüren :c. und eine Violinschule hervorgethan. - Auch seine Brüder Friedrich M.igest.
1885) undtz einrich M. (gest. 1890) haben sich, ersterer als Violinspieler und Komponist, letzterer als Cellist, Ruf erworben.
'Mollm (8lliw mollig), von Conz hergestelltes Seifenpräparat, besteht aus einer Seife mit überschüssigem Fett, ist mattweiß, salbenartig, läßt sich sehr leicht und gleichmäßig auf der Haut verreiben und wird deshalb an Stelle der Fette als Grundlage für Salben benutzt.
Moltle, 7) Graf von, preuß. Generalfeldmarsch all, erbat 3. Aug. 1888 von Kaiser Wilhelm II. wegen hohen Alters seine Entlassung als Chef des Großen Generalstabes, welchen Posten er seit 1858, also 30 Jahre lang, innegehabt hatte. Der Kaiser gewährte ihm seinen Wunsch 9. Aug. in einem überaus anerkennenden, liebenswürdigen Schreiben und ernannte ihn zum Präses der Landesverteidigungskommission, welches Amt sein Vater, Kronprinz Friedrich Wilhelm, bis zu seiner Thronbesteigung bekleidet hatte.
M. behielt seinen Gehalt und seine Dienstwohnung.
Er lebte teils in Berlin, teils auf seinem Gut Kreisau in Schlesien. Sein Reichstagsmandat behielt er, wie er denn bei der Verhandlung über das Septennat im Januar 1887 entschieden für dasselbe eintrat. Am 8. März 1889 feierte er sein 70jähriges Militärdienstjubiläum. Seine Biographie schriebennoch F. v. Koppen (Glog. 1888) und Müller-Bohn (Verl. 1889).
*Momper, Jodocus de, niederländ. Maler und Radierer, geb. 1564 zu Antwerpen, war Schüler seines Vaters Bartholomäus M., wurde 1581 als Meister in die Gilde aufgenommen und starb daselbst um 1635. Er hat vorzugsweise Gebirgslandschaften nach italienischen, spanischen und Schweizer Motiven gemalt. -Frans de M. (gestorben um 1661 in Antwerpen), vermutlich sein Sohn, war ebenfalls Landschaftsmaler, der in der Art des Jan von Gojen und andrer Holländer thätig war.
"Mon, Alejandro, span. Staatsmann, geb. 1801 zu Oviedo, wandte sich nach vollendeten juristischen Studien dem Finanzwesen, namentlich der Statistik, zu und betrat die öffentliche Laufbahn 1837 als Deputierter in den konstituierenden Cortes, in welchen er die Vizepräsidentschaft übernahm. In demselben Jahr noch erhielt er das Portefeuille der Finanzen, das er bis zum September 1838 behielt. In beinahe allen Cortes vertrat er fortan Oviedo, war viermal Finanzminister und stellte als solcher ein neues Steuersystem auf, das mit den veralteten Formen brach und eine große, der Wissenschaft und dem Reichtum des Landes entsprechende Reform hervorrief.
Zweimal war er Präsident des Kongresses, vertrat auch sein Vaterland als außerordentlicher Gesandter an dem Hofe von Rom und in Peru. Nach dem Sturz des Ministeriums Arrazola 1864 übertrug ihm Isabella die Bildung eines neuen Kabinetts, in welchem sich Pacheco, Mayans, Pareja, Salaverria, Ulloa, Marauesi und Canovas del Castillo befanden, und das die Politik der liberalen Union vertrat. Von 1868 bis 1875 lebte er völlig vom öffentlichen Leben zurückgezogen; erst 1876 ließ er sich wieder von Oviedo wählen und wurde endlich Senator auf Lebenszeit.
Seine Hauptverdienste liegen auf dem Gebiet des Steuerwesens und der Statistik, und sein politischer Charakter ist unantastbar. Er starb 1. Nov. 188^i in seiner Vaterstadt Oviedo.
Monaco, Fürstentum. Fürst Karl III. Honorius starb 10. Sept. 1889 auf seinem Schloß Marchais (Aisne); derselbe war seit längerer Zeit erblindet. Ihm folgte sein einziger Sohn, Fürst Albert Honorius Karl, geb. 13. Nov. 1848, der von seiner ersten Gemahlin, einer Tochter des Herzogs von Hamilton (jetzigen Gräfin Festetits), 1880 geschieden wurde und 1889 sich mit der Witwe des Herzogs von Richelieu, Marie Alice, geborne Heine (aus der bekannten jüdischen Bankierfamilie zu Hamburg), vermählte. Der neue Fürst hat große Reisen unternommen und sich durch naturwissenschaftliche Schriften bekannt gemacht.
Mongh.ir, Distrikt der Division Bhagulpore in Vihar, britisch-ind. Provinz Bengalen, 10,155 hki»l (184 QM.) groß mit (i88i) 1,969,774 Einw., davon 90,i Proz. Hindu, nur 9,5 Proz. Mohammedaner.
Der vom Ganges und mehreren schiffbaren Nebenflüssen durchzogene Distrikt enthält Eisenerze, Galena, etwas Silber, 'wertvolle Dschangelprodukte und ist in seinen Flüssen sehr fischreich. Hauptproduktedes Ackerbaues sind: Reis, Weizen, Mais; wegen seiner Feuer: waffen, Schwerter und eisernen Geräte war der Distrikt von jeher berühmt, sehr bedeutend ist die Fabrikation von Indigo. Die gleichnamige Hauptstadt hat ein altes Fort, jetzt Sitz der Verwaltung, und 55,37^
Einw.
Monk, George, Herzog von Albemarle. Seina Biographie schrieb noch I. Corbett (Lond. 1889).
Monnard (spr. -är), Charles, schweizer. Historiker, aus Daillens in der Waadt, geb. 17. Jan. 1790 zu Bern, wurde 1816 Professor der französischen Litteratur an der Akademie zu Lausanne, 1828 Mitglied und nach der liberalen Bewegung von 1830 wiederholt Präsident des Großen Rats sowie Tagsatzungsabgeordneter der Waadt 1832-38. Durch den Sieg der Radikalen 1845 in seinen religiösen Ansichten gekränkt, nahm er 1846 eine vom König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen für ihn errichtete Professur der romanischen Sprachen und Litteratur an der Hochschule zu Bonn an, wo er 13. Jan. 1865 starb. In der gemeinsam mit L. Vulliemin unternommenen Übersetzung und Vollendung von Müllers Schweizergeschichte (Par. u. Genf 1837-51,18 Bde.), die ihm eine hervorragende Bedeutung unter den Schweizer Geschichtschreibern sichert, bearbeitete er die Abteilungen von Müller und Glutz in 9 Bänden und se M das Werk selbständig fort von 1712 bis 1815 in 5 Bänden (deutsch, Zür. 1847-53, Bd. 11-15 des ganzen
Werkes).
Monselet, Charles, franz. Schriftsteller, starb 19. Mai 1888 in Paris. Von ihm erschien noch >.Ne8
80UV6nit8 1itt6rHil'63« (1888).
Montanelli, Giuseppe, ital. Schriftsteller und Patriot, geb. 1813 zu Fucecchio im Toscanischen, studierte die Rechte zu Pisa, begann dann neben seiner Berufsthätigkeit als Sachwalter für Journale über philosophische Gegenstände zu schreiben, versuchte sich auch in der Dichtkunst und veröffentlichte 1836 einen Band lyrischer Poesien. Um 1840 wurde er auf den Lehrstuhl des italienischen und des Handelsrechts an der Universität Pisa berufen, wo er einige auf seine Fachwissenschaft bezügliche Schriften veröffentlichte, darunter eine philosophische Einleitung in das Studium des Handelsrechts. Aber auch an dem Werk der nationalen Wiedergeburt mitzuarbeiten, fühlte er sich getrieben. Er gründete 1844 die Gesellschaft der ^ratklü itklikni, begann 1847 mit der Herausgabe eines Blattes: »I/It^Ii«, <, kämpfte im folgenden Jahr bei Curtcnone und wurde 1849 von
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