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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Nationalliberale Partei - Navarrete
buch ^1'ucl,« einen vorzüglichen Schlüssel zur rabbinischen Litteratur, auf welchem die neuern Werke von Buxtorf und Levy beruhen. Zusätze zu demselben gab Aenj. Musasia (Anisterd. 1655), Bearbeitungen ^ erschienen von Landau (Prag 1819-24, 5 Bde.) und Koyut < Wien 1878 ff).
Nationalliberale Partei, die, gewann auch bei den preußischen Landtagswahlen im November 1888 eine bedeutende Verstärkung, so daß sie von 71 auf 87 Mitglieder stieg; dennoch blieb ihr Vertreter im Präsidium des Abgeordnetenhauses, v. Benda, zweiter Vizepräsident, während im Reichstag der nationalliberale Buhl 1887 erster Vizepräsident wurde. Bei den Reichstagswahlen 20. Febr. 1890 wurde die n.P. von den Deutschfreisinnigen, dem Zentrum und den Sozialdemokraten aufs heftigste bekämpft und bei den Stichwahlen gegen die Sozialdemokraten (außer in Sachsen) weder von den Ultramontanen noch den Deutschfreisinnigen unterstützt, so daß sie viele Wahlkreise verlor und nur 42 Mandate behauptete.
*Natorp, Bernhard Christoph Ludwig, Volksschulpädagog, geb. 12. Nov. 1772 zu Werden a. Ruhr, studierte in Halle Theologie, wurde aber durch H. Ä. Niemeyer hauptsächlich für die Pädagogik gewonnen. Als Lehrer zu Elberfeld, später als Geistlicher und Schulinspektor zu Hückeswagen und Essen gab er mehrere pädagogische Schriften heraus, welche m weitern Kreisen anregend wirkten und seine Berufung als Schulrat nach Potsdam veranlaßten (1809). Von hier wurde er 1816 nach Münster versetzt, wo er, seit 1836 zugleich Vizegeneralsuverintendent der Provinz Westfalen, allgemein verehrt, 8. Febr.
1846 starb. Am bedeutsamsten hat er durch seinen persönlichen und amtlichen Einfluß auf das Schulwesen eingewirkt; von seinen Schriften sind zu nennen: Grundriß zur Organisation allgemeiner Stadtschulen« (Elberf. 1804); »Briefwechsel einiger Schullehrer undSchulfreunde«lEssen18I2 -17,3'Tle.); »A.Bell und I. Lancaster (das. 1817); »Schulbibliothek <5. Aufl., das. 1825). Auch verfaßte N. eine Fibel und mehrere Schriften zur Beförderung des Gesanges, namentlich des geistlichen. Vgl. Balster, N. in seinem Leben und Wirken (2. Aufl., Essen 1848).
Natrium. Zur Herstellung von N. benutzt Castner in Oldbury ein fein gemahlenes Kohlenstoffeisen (Carbid), welches er durch Erhitzen von Eisenoxyd oder Eisenspänen mit Teer erhält. Dies Cardid wird mit Natriumhydroxyd in Gußstahltiegeln 1^/2 Stunde auf 800" erhitzt. Dabei wird das Natriumhydroxyd reduziert, der Sauerstoff geht an Kohlenstoff und bildet Kohlensäure, welche sich mit einem Teil des Natriumhydroxyds zu kohlensaurem Natron verbindet, und es entweicht Wasserstoff. Die Natriumdämpfe gelangen durch ein vom Tiegeldeckel abgehendes gebogenes Rohr in den Kondensationsapparat, welcher eine Öffnung zum Entweichen des Wasserstoffs besitzt. Am Ende der Operation tritt sehr wenig Kohlenoxyd auf, dessen Bildung durch einen kleinen Überschuß von Carbid veranlaßt wird, es kommt aber nicht zur Bildung der schwarzen, das Leitungsrohr verstopfenden Masse, deren Auftreten das alte Verfahren so lästig macht. Das gewonnene N. ist rein, der Rückstand besteht aus fein verteiltem Eisen, welches von neuem in Carbid verwandelt wird, und aus kohlensaurem Natron. Die Ausbeute von 5,skF Natron beträgt angeblich 0,93k^ N. neben 4,85kF kohlensaurem Natron. Die Vorteile des Castnerschen Verfahrens bestehen in der niedrigen Temperatur bei der Destillation, in der schnellen Ausführung der Operation und in dem geringen Kostenauf wand für Gerätschaften. Dasselbe Verfahren ist auch auf die Darstellung von Kalium anwendbar. Beide Metalle werden durch die erleichterte Herstellung sehr viel billiger, was namentlich für die Aluminiumindustrie von großer Bedeutung ist. Wollte man die Operation unter Anwendung von mehr Eisencarbid fortsetzen, um auch das kohlensaure Natron zu reduzieren', so würde man sehr viel höhere Temperaturen anwenden müssen, weil das Salz viel schwerer reduzierbar ist als das Ätznatron. Netto hat daher einen Apparat für ununterbrochene Darstellung von Alkali metallen konstruiert, welcher gestattet, das gebildete kohlensaure Natron abzuführen, während ununterbrochen Ätznatron zustießt, ohne daß Luft in den Apparat eintreten kann. Er benutzt eine stehende, zu einem Drittel mit Kohle gefüllte Retorte, leitet oben durch ein im Retortendeckel gedichtetes Rohr das Ätznatron ein und unten durch ein aufsteigendes Rohr das kohlensaure Natron ab. Unter dem Deckel geht das Rohr für die entweichenden Gase und Dämpfe ab.
Die Retorte ist mit einem Schutzmantel aus Thon umgeben und wird durch Gasfeuerung geheizt.
Maturalverpfiegungsanftalten, s. Arbeiterkolonien (Bd. 17).
Maubert, Friedrich August, Komponist, geb.
23. März 1839 zu SHkeuditz, studierte am Sternschen Konservatorium in Berlin unter Hans v. Bülow und Weitzmann, wirkte dann daselbst als Lehrer am Wandeltschen Institut für »gemeinschaftliches Klavierspiel«, seit 1868 aber in Neu «Brandenburg als Organist und Gymnasialgesanglehrer. Als Komponist wandte er seine Hauptthätigkeit dem Lied zu, namentlich dem einstimmigen, von welcher Gattung er bereits 45 Werke veröffentlicht hat. Von seinen größern Vokalwerken sind zu nennen: »Barbarossas Erwachen« und »Simson«, beide für Chor, Soli und Orchester. Wertvoll sind auch seine zahlreichen musikpädagogischen Arbeiten in Musikzeitungen.
Maue, 2) Johann Friedrich, Komponist, geb.
17. Nov. 1787 Zu Halle, studierte daselbst, widmete sich aber bald unter Türks Leitung ausschließlich der Musik und wurde 1813 an dessen Stelle Universitäts-musikdirektor in Halle, wo er nach einer besonders auf dem Gebiet der Kirchenmusik erfolgreichen Thätigkeit 19. Mai 1858 starb. Er hat sich durch Veranstaltung glänzender Musikfeste in Halle, Gründung des Thüringisch-sächsischen Musikvereins, Sammlung alter Musikwerke (vom König von Preußen angekauft) sowie durch eine Reihe von Kompositionen und mehrere liturgische Werke, darunter »Versuch einer musikalischen Agende« (Halle 1818) und das daran anschließende »Allgemeine evangelische Choralbuch«(das.
1829), namhaftes Verdienst erworben.
Naumann, 5) Emil, Musitschriststeller, starb 23. Juni 1888 in Dresden.
*Navanagar, Hauptstadt des gleichnamigen Tributärstaats in Kathiawar, in der britisch-ind. Präsidentschaft Bombay, mit (iu8i) 39,668Ginw. (darunter 12,260 Mohammedaner). Die Stadt hat ein altes Fort, Mauern, einen alten Ruf wegen ihrer Gold- und Silberstickereien, wohlriechenden Öle und Räucherwerke, treibt etwas Perlenfischerei und bedeutenden Handel.
*Navarrete, 3) Ramon de, span. Dramatiker, geboren zu Madrid als Sohn eines Beamten der Natio naldruckerei, begann seine Laufbahn in diesem Institut, in dem er bis zum ersten Redakteur der »()2.o6tH« aufrückte, wurde darauf Generaldirektor der »Staatszeitung«, trat später als Sektionschef in das Ministerium der Kolonien, dann als erster Beamter in daö