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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Nebelthau - Nematoden
Gassen von dieser Fläche gegenwärtig nur ungefähr 93 Proz. einnahmen, wird dieser Anteil in Zukunft 62 Proz. ausmachen. 144 alte Straßen und Gassen werden verschwinden, 127 erweitert, 56 »ton äaci«, die berüchtigten Sackgassen mit oft 8 - 10stöckigen Gebäuden, wo Tausende von Menschen zusammengedrängt wohnten, und 17,000 Häuser werden fallen. Die Zahl der Bewohner der zu zerstörenden väuser nard auf 87,447 geschätzt, von denen 69,198 dauernd, 18,249 zeitweilig anderwärts unterzubringen sind. Eine Hauptstraße von 2500 m Länge und 2? m Breite wird diese berüchtigten Teile Neapels in gerader 5!inie von W. nach O. in der Richtung zum Zentralbahnhof durchschneiden und, wo sie die jetzige Via del Duomo trifft, einen großen freien Platz bilden. Von ihr werden 14 andre breite Straßen auslaufen. Hand in Hand mit diesem Umbau vollzieht sich der Aufbau von 8 neuen Stadtteilen im O. und W. der Stadt sowie die Herstellung einer vollständigen Kanalisation, deren Abfluß sich bei Cumä ins Meer ergießen wird. Als Ergebnis dieser riesigen Werke, welche durch Einführung von reichlichem und vortrefflichem Trinkwasser im I. 1885 die Gesundung von N. einleiteten, hegt man die berechtigte hossnung, daß in wenigen Jahren N. nicht nur die schönste, sondern auch eine der gesündesten Städte Italiens sein wird.
Mebelthau, Friedrich August Wilhelm, kurhess. Staatsmann, geb. 22. Jan. 1806 zu Kassel, studierte Rechtswissenschaft und war seit 1828 Anwalt am Obergericht in Kassel. Von 1836 bls 1850 war erununterbrochen Landtagsmitglied, wiederholt Vizepräsident, trat entschieden fur die Rechte des Landes ein und übernahm nach Aufhebung der Verfassung die Verteidigung vieler wegen ihrer politischen Steigung Angeklagten. Nach dem Ersatz der neuen Konstimnon 1tt60 wieder gewählt, war N. seitdem ununterbrochen Präsident der Zweiten Kammer. Als er nach Hartwigs Tod 1864 zum Oberbürgermeister von Kassel gewählt worden war, versagte ihm der Kurfürst die Bestätigung, welche ihm erst durch die preußische Administration zuteil wurde. Im Sommer 1867 gehörte N. zu den seitens der preußischen Re gierung aus Kurhessen berufenen Vertrauensmännern.
Äuf dem ersten gesetzgebenden Reichstag des Norddeutschen Bundes vertrat er den 5. kurhessischen Wahlbezirk und schloß sich der nationalliberalen Par tei an. Für die Dausr seines Amtes als Oberbürgermeister von Kassel np;rde er 16. Nov. 1867 in das Herrenhaus berufen. Ei starb 31. Juli 1875.
^Nebennoten, im Triller, Pralltriller, Mordent, Doppelschlag, Battement 2c. (s. Verzierungen, Bd.
16) die obere und untere Sekunde des zu verzierenden Tons, welcher mit Recht der Hauptton heißt. Auch beim Vorhalt (s. d., Bd. 16) heißt die vor dem Akkordton vorgehaltene Note Nebennote, und auch die Durchgangsnoten und Wechselnoten können unter die N. gerechnet werden (melodische N.), während jeder zum Akkord gehörige Ton eine Hauptnote ist.
*Neera (Pseudonym für Frau Radius, geborne Nene Zuccari), ital. Roman- und Novcllenschriftstellerin, wurde zu Mailand geboren und begann bereits frühzeitig zu schreiben. Ihre Heirat unterbrach auf zwei Jahre diese litterarische Belästigung, doch warf sie sich alsdann mit verdoppeltem Eifer auf dieselbe und veröffentlichte zuerst in Mailänder Blät tern Novellen, darunter: »k^reke l'66dai celibs.
Marcello« 2c. Ihren ersten größern Erfolg erzielte sie mit der Erzählung > Uu romauxo«, der bald darauf ^H5en: »^Mio«, »V^ckie cn^ue«, »Novelle
M6«, »Hu uiäo«. Spätere Veröffentlichungen sind: die Novellensammlung »Iriäs« (1880), der Roman »11 (N6NF0« (1881), »I.a k^aläina« (1884), »II mkrito 6e11' amicn« (1885), »^^683.« (1886), I^'liiH« (1838) u. a. Die scharfe Beobachtungsgabe, der Mut und die Rücksichtslosigkeit, mit der die Verfasserin in vielen ihrer Werte soziale Übelstände berührt, lassen auf alles eher als auf eine weibliche Feder schließen.
Negrier, Franc, ois Oscar de, franz. General, kehrte 1887 nach Frankreich zurück und ward zum Befehlshaber der 14. Division in Besancon, 1869 zum kommandierenden General des 11. Armeekorps in Nantes und 1890 des 7. in Besancon ernannt.
Mehring, 2) Wladislaw, Slawist, geb. 23. Okt.
1830 zu Klecko bei Gnesen, studierte in Breslau, wo er seit 1868 ordentlicher Professor der slawischen Sprachen und Litteraturen ist. Er schrieb außer grammatischen und litteraturhistorischcn Aufsätzen im »Archiv für slawische Philologie«, dessen Mitherausgeber er ist, und andern Zeitschriften: »Iter ^Iorikii5ii86« (Pos. l871); »kui-3 litsl-atur^ polskie^« (das. 1866 u. öfter); »I'sg.it.^i'ü ^iorig<n6!t8i« liarwm Polonium 6'liäit 5?.« (das. 1883); »Lruä^n. litkr^kik» (das. 1884); »Altpolnische Svrachdenkmalere (Berl. 1886). Auch gab er eine Neubearbeitung von Poplinvkis »Grammatik der polnischen Sprache« (Thorn 1881) heraus.
Neipperg. Prinzessin Marie Friederike Charlotte von Württemberg, Schwester des Königs Karl, geb. 30. Okt. 1816, seit 186.) Witwe des Grafen Alfred August Karl Franz Kamillus von N., starb 4. Jan. 1887 in Stuttgart. - Der Sohn des Standesherrn Grafen Erwin von N., der Erbgraf Reinhard, geb. 30. Juli 1856 zu Horin in Böhmen, war 1881-90 ultramontanes Mitglied des deutschen
Reichstags.
"Ne Uemann, Johannes, dän. Minister, geb. 1. Nov. 1831 zu Kopenhagen, studierte Rechtswissenschaften, wurde 18.>8 Lektor und 1859 ordentlicher Professor an der juristischen Fakultät der Hochschule zu Kopenhagen. Neben verschiedenen Ehrenposten, unter andern als außerordentlicher Rat des dänischen Obertribunnlgerichts, und außer seiner angestrengten akademischen Thätigkeit war N. auch noch ein fleißiger Schriftsteller, und auf praktischem Rechtsgebiet verdankt manches Gesetz, z. B. das Konkursgesetz vom ^5. März 1872, N. seine Entstehung. Als Mitglied des dänischen Herrenhauses (Landsthings) wurde er dieser Kammer durch seinen Fleiß, seine umfassenden Sachkenntnisse und die Geschmeidigkeit seines Auftretens bald unentbehrlich. Als geübter und schlagfertiger Redner war er häufig Berichterstatter verschiedener Ausschüsse. 1875 trat er in das Ministerium Estrup als Justizminister und Mmister für Island und bewährte auch hier seine fachmäninsche Tüchtigkeit und parlamentarische Gewandtheit.
Neljon, tzoratio, Viscount, brit. Seemann.
Vgl. noch Jeaffreson, 1^6 HU6611 ot'Kkpie» and 1.0lä X. (Lond. 1889, 2 Bde.).
Nematoden (Rundwürmer). Aus dieser Klasse der Würmer haben mehrere pflanzenbewohnende Arten die Aufmerksamkeit durch ihre Angriffe gegen Kulturgewächse auf sich gezogen So ist in Brasilien eine wahrjcheinlich zur Gattung Ilttwroäsi'a geyörige neue Art, ll. 6x1^113. 6iWi, als bedeutender Schädling der Kaffeekultur aufgetreten. Die Kaffcebäumchen vergilben plötzlich ohne vorausgegangene Trockenheit und äußerlichen Grund und sterben unaufhaltsam ab, oft schon in 8-14 Tagen. Das Seuchensssbiet umfatzt