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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Nikutowski - Niveauschwankungen
wurden in Rußland erzogen und die älteste, Prinzessin Zorka, 1883 mit dem Prinzen Peter Karageorgiewitsch, dem von Rußland begünstigten Prätendenten von Serbien, vermählt; sie starb 17. März 1390 in Cettinje. 1889 verlobte sich der Großfürst Peter N ikolajewitsch von Rußland (geb. 22. Jan. 1864) mit seiner zweiten Tochter, Prinzessin Militza, und als 9t. zu der Vermählungsfeier nach Ruhland kam, wurde er von der Bevölkerung warm begrüßt und vom Zaren in einem Trinkspruch als der »einzige aufrichtige und treue Freund Rußlands« gefeiert. Die dritte Tochter, Anastasia, verheiratete sich mit dem Herzog Georg von Leuchtenberg. N. war zum Zaren des künftigen großserbischcn Reichs ausersehen, das als Gegengewicht gegen Österreich errichtet werden sollte. Man sprach sogar von einer Vermählung des Großfürsten-Thronfolgers mit einer Toch'er des Fürsten N.
10) N. Nikolajewitsch, Großfürst von Rußland, wurde seines ungeordneten Lebenswandels wegen 1890 aus Rußland verbannt.
Mitutowsti, Arthur, Maler, geb. 9. Jan. 1830 zu Salwarschienen im Regierungsbezirk Königsbevg, bildete sich auf der Königsberger Akademie und ging oann nach Düsseldorf/wo er Schüler von Lessing wurde und sich vornehmlich der Genremalerei widmete, mit Bevorzugung des Soldaten- und, Schlachtenlebens. Sein erstes Bild dieser Art: der Übergang über die Beresina (1858, Kunsthalle zu Karlsruhe), fcmd wegen seiner Lebenswahrheit großen Beifall, ebenso (1861) russische Grenzwächter auf der Verfolgung von polnischen Schmugglern. Noch eindruckst voller war das Ende der Schlacht bei Leipzig, das die Flucht der französischen Kolonnen über die Elster darstellt (186:y. Es folgten: die Heni'kehr der Krieger; eine Episode aus dem polnischen Aufstand; der Abschied des Landwehrossiziers; Landleute, die ihr Kind begraben (187"); Begräbnis eines polnischen Freiheitskämpfers (1872); der Dorfbrand im Winter l1877); Gebet vor dem Kampf (1881) und einige Städtebilder und Landschaften. Er war Lehrer der Perspektive an der Akademie und starb 14. Febr. 1888.
Milus, 1) der ältere (der Heilige), geboren zu Konstantinipel aus vornehmem Geschlecht, gab seine glänzende Stellung als Exarch von Konstantinopel lmd das Glück seiner Ehe auf, um sich 420 mit seinem Sohn Theoduls zu den Einsiedlern des Bergs Sinai zurückzuziehen; er starb um 450. Seine zahlreichen asketischen Werke wurden zuletzt herausgegeben unter dem Titel: »1^11. addatis optik« in Manes ^atiolo^is xi^ns«, Vd. 79 (Par. 1860).
2) N. der jüngere, auch Rossanensis (nach sei' nem Geburtsort Rossano), Einsiedler in Süditalien, zog sich, nachdem er in der Ehe gelebt, in das Kloster des heil. Mercurius zurück, wechselte später seinen Aufenthalt mehrmals und starb in einem Kloster bei Frascmi 1005.
Mimmo, I oseph, nordamerikan. Statistiker, geb.
163? zu New Jork, wo er sich für seinen Beruf als Ingenieur vorbereitete. Nachdem er den Bau mehrerer Eisenbahnen geleitet hatte, wurde ihm die mathematische Professur des Cooper Institute in New Zork übertragen, welche er 1865 aufgab, um in den Dienst der Regierung einzutreten. In dieser Stellung führte er ein neueres Verfahren zur Schiffsr!?rmessung ein und verfaßte wichtige Berichte über die maritimen Interessen der Vereinigten Staaten und den Verfall ihrer Flotte sowie über die Wirkungen von Schiffahrtsverträgen. 1873 wurde er Generalinspektor der Dampfschiffe, 1874 Chef der Abteilung für den Binnenhandel und 1878 Vorstand
des Statistischen Bureaus, als welcher er zahlreiche Arbeiten, insbesondere über Handel und Verkehrswesen, lieferte.
Mifard, Charles, franz. Litterarhistoriker, starb Mitte Juli 1889 in Paris.
Mishnk-Udinst, Bezirksstadt im sibir. Gouvernement Irkutsk, an der Uda, mit 3 Kirchen, 6 Kapellen und li-?5) 3605 Einw.
Mitti S, Giuseppe de, ital. Maler, geb. 1846 zu Barletta (Provinz Neapel), bildete sich auf der Kunst schule in Neapel und besonders durch Studien nach der Natur und stellte als erste Frucht derselben cinc Reihe von Landschaften in Neapel aus. 1868 ging er nach Paris, wo er in den Ateliers vsa E. Brandon, Geröme und Meissonier sein Talent zur Entwickelung brachte. 1869 stellte er einen Besuch beim Antiquar und einen Übergang über die Eisenbahn im Salon aus, 1870 den intimen Empfang und die Frau mit dem Papagei, 1872 den Weg von Neapel nach Briw disi, 1873 den Abstieg vom Vesuv. 1875 eine Ansicht der Place de la Concorde in Paris und 1876 eine solche des Pyramidenplatzes. Damit hatte er das Gebiet gefunden, auf welchem sich ^ewe eigentümliche Begabung, die Schärfe und Feinheit seiner Beobachtung, die Eleganz seiner Zeichnung und außer ordentliche Flüssigkeit und Durchsichtigkeit seiner Färbung voll entfalten konnten. 1877 stellte er eine Ansicht von Paris vom Pont Royal und zwei Aqua^ relle (Boulevard Hauhmann und Place St.-Augu stin) aus, und 1878 erhielt er für die Ansicht einer Vouleoardecke, ein Aquarell (Triumphbogen) und eine Pastellmalerei (im Vois de Boulogne) eine Me daille erster Klasse. Zu gleicher Zeit war er auf der Weltausstellung mit zwölf Ansichten von Paris und London erschienen. Er hatte sich bei seinen unablä^ sigen Studien im Freien allmählich daran gewöhnt, die Menjchen und idre Umgebung als eine koloristische Einheit anzusehen und aujzufassen, und begegn nete sich darin mit den Impressionisten, deren rich tige Bestrebungen er zu den seinigen machte, ohne sich in ihre Formlosigkeit und in ihre Übertreibungen zu verlieren. In der Absicht, der Lichtfülle und der Helligkeit des Tons, welche die wirkliche Natur charakterisieren, möglichst nahezukommen, kultivierte er seit 1879 mit b'esonderm Eifer die Pastellmalerei auf Leinwand. Im großen Maßstab schilderte ei das Leben der eleganten Welt auf Spazierfahrten und Spazierritten, auf den Promenaden und Wettrennen, im Seebad und auf dem Land, wobei die Virtuosität seiner Zeichnung in ein glänzendes Licht trat. Er starb 22. Aug. 1884 in Paris.
Mivraulchwantungen. Durch genaue Beobachtung von äußerst empfindlichen Instrumenten ist festge stellt worden, daß die Erdrinde außer denplötzlichen Erschütterungen durch Erdbeben noch zwei andern Bewegungen unterliegt, den Erderzitterungen, die durch mikroseismische Instrumente entdeckt wurden, und Erdvulsierungen, die sich durch leise Bewegun. gen der Libelle verraten. Erstere besitzen eine sehr kleine Amplitude, letztere eine große Länge der Periode ihrer Bewegung. Über die^e Art der Bewegung hat sc^t 1878 PH. Plantamour zu Secheron am Genfer See die sorgfältigsten Beobachtungen angestellt. Er benutzt zwei Niveaus, von denen das eine Nordsüd, das andre Ostwest orientiert ist, beide sind auf fester Unterlage aufgestellt und gegen Temperatureinflüsse geschützt. Die tägliche Bewegung erreicht ihr Maximum und Minimum zwischen 6 Ühr und7 Uhr 45 Min. vormittags u. nachmittags, die Aniplitude beträgt 4,h:>Bogensetunden. Diejä'hrliche Bodenschwan-