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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Nizvoro - Nordenberg
kung hat in der Richtung des Meridians eine viel klei. nere Amplitude als diejenige des Parallels. Die Epochen der Maximader Senkung u. Hebung der Südseite fallen selten mit denen der Ostseite zusammen. Auf^ fallend ist, daß die Maxima für die Südseite fast ständig einige Tage nach dem Minimum und Maximum der ^ Mitteltemperatur der letzten 24 Stunden eintreten, und daß das Maximum der Senkung durch ein plötz- ^ liches Steigen der Mitteltemperatur, das Maximum ! der Hebung durch ein ebensolches Fallen hervorge ^ rufen wird. Diese Thatsache steht in Beziehung zu ! der Anomalie, daß ein plötzliches Steigen der Temperatur eine Senkung des Südens, ein plötzliches Fallen der Temperatur dagegen eine Hebung ! bedingt, während sonst umgekehrt im Lauf des Jahrs der Süden im Winter sich senkt, im Sommer sich hebt.
Neben diesen periodischen Bodenschwankungen kommen auch solche vor, die ganz plötzlich auftreten. So bemerkte M. Nnren, während er auf der Sternwarte zu Pulkowa die Achse eines Teleskops nivellierte, eine plötzliche Oszillation der Luftblase in der Libelle;! die Periode betrug etwa 20 Sekunden, die Amplitude 1,5-2". George Darwin führt derartige Schwankungen der Erdrinde auf Luftdruckdifferenzen zurück. Druckdifferenzen von 5 cmi Quecksilber bringen auf 2300 km Entfernung eine Zusammen- > pressung der elastischen Erdoberfläche hervor, die, ! selbst wenn die Erdrinde die Elastizität des Glases ! hätte, eine Abweichung der Vertikalen um 0,,»i4ti" ! von ihrer Lage bei ganz gleichförmigem Luftdruck bedingen würde. Eine gleiche Wirkung üben die Gezeiten in der Nähe der Küste auf ein Pendel auö; bei! einer ^lutamplitude von 40 ciu über und unter Mit-! telwasser entstehen durch den veränderten Wasser- z druck Verbiegungen der Erdoberfläche, die das Pen-! del in 100 km Entfernung noch um 0,"25" ablenken.
I. Milne bält dafür, daß gleichzeitig mit der Ab- ! nähme des äußern Druckes die im Erdinnern einge-! schlossenen Gase einen vermehrten Druck gegen die ^ Erdrinde ausüben und eine Hebung derselben ver-! anlassen. Erdbeben und N. stehen danach in ursächlicher Wechselbeziehung. Vgl. Milne, l^rtliHUlU<68 Hilä otlier el U'td inovßmtiiits (Lond. 1886). - Über die Niveaudifferenzen der Meere s. Meer (Hd. 17). z Nizvoro, Hauptort des Bezirks Mademochoria « ls.-d., Bd.17) aufderHalbinselChaltidike,390mü.M. und 12 km vom Meer am Südfuß dcv gleichnamigen Bergs gelegen, mit 2000 griech. Einwohnern und ! guten Schulen. Der griechische Vorsteher des Bezirks und der türkische Mudir haben in N. ihren Sitz. !
Moathali, Distrikt der Division Tschittagong in ' Hengal Proper der britisch-ind. Provinz Be'naalen, 1250 qkm (47 QM.) groß mit li88i) 820,772 Einw., ! davon 74,l Proz. Mohammedaner und 25,6 Proz.
Hindu. Der durchaus ebene Distrikt wird von der Reghna und zahllosen andern Wasserläufen durchzogen, .auf welchen die Produkte des Landes (Reis, ^ ferner Ölsaaten, Kokosnüsse, Arekanüsse u. a.) verfrachtet werden. Doch leidet die Bevölkerung periodisch gewaltig unter Cyklonen, Sturmfluten und Krankheiten. Die gleichnamige Hauptstadt, auch Sudharam genannt, hat eine katholische Kapelle und 5! 24 Einw.
"Noble, John Willock, amerikan. Politiker, geb.
26. Okt. l831 zu Lancaster (Obio), studierte am Jale College die Rechte, wurde 1859 Anwalt in Keokua (Iowa^, nahm am Bürgerkrieg teil und ward Brigadegeneral bei den Freiwilligen. Seit 1867 wieder! Advokat in St. Louis, war er ein eifriger tepuoli- ! kaner und wurde nach der Wahl Harrisons zum Prä-!
sidenten von diesem im März 1889 zum Sekretär (Minister) des Innern ernannt.
Mo'el (svr. -ähl), Jules, franz. Maler, geb. 1818 zu Quimper, wurde ein Schüler des Malers Charion in Brest, bildete sich dann in Paris in der Marinemalerei weiter aus und machte 1843-45 Reisen im Orient. Im letztern Jahr nahm ilm der Herzog von Nemours auf seine Reise nach der Bretagne mit und veranlaßte ihn dann, nach Paris zu ziehen.
Dieser Protektion verdankte er Aufträge seitens de^ Ministeriums der schönen Künste und den Posten eines Lehrers der Zeichenkunst am College Henri IV, den er mehr als 30 Jahre innehatte. N. hat vornehmlich die Motive zu seinen Seestücken der Küsto der Bretagne entlehnt; am bekanntesten sind gewor den: der Hafen von Brest, Cherbourg (zur Zeit des Besuchs der Königin von England), die Reede von Brest, bretonischer Tanz, Hochzeit in der Bretagne, Fischerboote zwischen den Klippen, ferner Erinnerung an Rhodos, an Konstantinopel, die Schiffbrüchigen, Ankunft der Diligence, Umgebung von Calais, Antwerpen, Daten von Hennebon. Der Reiz seiner Bilder besteht vornehmlich in der Komposition, während die Farbe etwas zu bunt ist. Er war auch Aquarellist und zeichnete für illustrierte Journale. N. starb 25. März 1881 in Algier.
Noire, Ludwig, philosophischer Schriftsteller, starb 27. März 1889 in Mainz.
Möllnrr, Friedrich, namhafter Ncchtsgelehrtei. geb. 16. Juni 1806 zu Darmstadt, seit 1859 Ober avpellat'ons- und Kassationsgerichtsrat daselbst, Hai sich namentlich durch seine Bemühungen für eine dic Kluft zwischen Theorie und Praxis ausgleichende Reform der deutschen Gesetzgebung und zwar auf nationalem, einheitlichem Boden bekannt gemacht.
Er starb 7. Aug. 1870. Von seinen Schriften sind hervorzuheben: -> Die deutschen Juristen und die deutsche Gesetzgebung seit 18^8< (2. Aufl., Kassel 1855); > Das monarchische Prinzip und die deutschen Staatsveriassungen (Braunschw. 1856); Die deut^ schen Einheitsbestrebungen« (Leipz. 1857); »Krimi« nal-psychologische Denkwürdigkeiten < (Stuttg. 1858), .Preußen als Großmacht« (Darmst. 1859).
Mordberg, Göran (d. h. Georg), schwed. Theolog und Geschichtschreiber, geb. 3. Sept. 1677 zu Stocke Holm, wurde 1703 als Feldprediger bei der Artillerie angestellt und begleitete die Armee des Königs Karl XII. auf allen ihren Zügen, ward 1709 bei Poltawa gefangen, 1715 ausgelöst, 1717 Pastor an der St. Klarakirche in Stockholm, nahm während der sogen. Ireiheitszeit thätigen Anteil an allen Reichs tagen und starb 23. März 1744. Seine »Geschichte Karls XII. (Stockh. 1740), die er, vom Reichstem 1731 aufgefordert, abfaßte und die in mehrere Sora chen übersetzt worden ist (deutsch. L>amb. 1745-61,3 Bde.; nebst Anmerkungen, das. 1755), ist trotz man^ cher Mängel hinnchtlich des Stils und der geschicht lichen Genauigkeit eine der .Hauptquellender Geschichtc Karls XII.
'Nordcnberg, B e n g t, schwed. Maler, geb. 22. April 1822 zu Kompinkulla (Blekmge), mußte in seiner Jugend mit Spinnen und mit Hüten des Viehs sein Brot verdienen, bis er 1835 zu einem Zimmermaler kam, bei dem er sieben Jahre arbeitete. Dann ging er nach Stockholm, mußte noch drei Jahre sein Handwerk betreiben, besuchte die dortige Akademie und wanderte 1851 nach Düsseldorf, wo er sich unter Th.
Hildebrandt weiter ausbildete und nach einigen Reisen 1860 seinen Aufenthalt nahm. Seine fast ganz auf das schwedische Volksleben beschränkten
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