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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Opie - Orgel
Aushöhlungen sind die im zerklüfteten Gestein mit härterer Nntei läge oder die unter verlängerten Moostraufen, durch welche einfache flache, muldenförmige Becken erzeugt werden. Val. Grüner, Opfersteine Deutschlands (Leipz. 1881)"
"Opie (wr. ohpi), John, engl. Maler, geboren im Mai 1761 zu St. Agnes in Cornwallis, zeigte früh Talent zum Zeichnen und kam durch Vermittelung des Dichters Peter Pindar (Wolcot) um 1780 nach London, wo er von jenem als das »cornische Wunder« eingeführt wurde. Seit 1782 stellte er Historienbilder aus und wurde 1788 ordentliches Mitglied und 1805 Professor der Akademie. Er starb 9. April 1807 zu London. Unter seinen Werken sind hervorzuheben: Mord des Königs Jakob I. von Schottland und Mord Rizzios. Für Boydells Shakespeare-Galerie« und für Macklins Prachtbibel zeichnete O. verschiedene Darstellungen. Auch malte er viele Bildnisse und war als Schriftsteller thätig. Eine glückliche Komposition und Energie der Darstellung bildeten die Vorzüge feiner Gemälde. - Seine zweite Frau, Amalie Alderson, geb. 1771, trat als Dichterin auf und starb 2. Jan. 1854 in Norwich.
"Oppcnhoff, Friedrich Christian, Kriminalist, geb. 28. Dez. 1811 zu Recklinghausen, studierte in Göttingen, Bonn und Berlin, ward 1841 als Assessor in Aachen, dann als Staatsprokurator daselbst angestellt, 1853 zum Oberstaatsanwalt am Obertribunal in Berlin und 1865zumMitgliedderIustizvrüfungskommission ernannt; starb 14. Dez. 1875. O. war auch vorübergehend im I. 1870 Mitglied des deutschen Reichstags und gehörte der nach Versailles entsendeten Deputation desselben an. Bleibendes Verdienst als Jurist hat sich O. sowohl durch seine Teilnahme an wichtigen Gesetzgebungsarbeiten (Entwurf zur hannöverschen Strafprozeßordnung 1850, desgleichen zur hannöverschen Zivilprozeßordnung) als durch seine Schriften, oesondrs durch seinen ge schätzten und vielbenutzten Kommentar zum deutschen Strafgesetzbuch (Berl. 1871; 11. Aufl., besorgt vom Landgerichtspräsidenten Th eo d or O ,, 1888), erworben. Sonstige Schriften Oppenhoffs sind: > Kommentar zum preußischen Strafgesetzbuch« (Berl.
1856, 6. Aufl. 1869); > Die preußischen Gesetze über 5.2s mündliche und öffentliche Verfahren in Strafsachen« (das. 1860). Die Universität Bonn promovierte O. 1868 zum Ehrendoktor.
"Opprrmann, 2) Andreas, Reiseschilderer und Nunstschriftsteller, geb. 17. Jan. 1827 zu Regensburg, studierte in Erlangen, München und Leipzig die Rechte, unterbrach diese Studien, um 1852 seinen Schwager, den Bildhauer Ernst Rietschel, nach Ita lien zu begleiten, wurde 1858 Assessor und 1863 Rechtsanwalt zu Zittau. Er schrieb: »Aus dem Bregenzer Wald^ (Bresl. 1859) und .Palermo^ (das.
1860), frische, geistvolle Reisestudien. Als Kunstschriftsteller veröffentlichte er neben zahlreichen Abhandlungen und Vorträgen in Zeitschriften: »Das Leben der Maler« (mit Äd. Stern, Leipz. 1861-63,2 Bde.) und die Biographie »Ernst Rietschel« (das.
1863, 2. Aufl. 1873; auch ins Englische übertragen).
"Opplcr, Edwin, Architekt, geb. 1831 zu Öls in Schlesien, erhielt seine Ausbildung an der polytechnischen Schule zu Hannover unter Hase und studierte dann in Belgien und Frankreich. Ein Anhänger der mittelalterlichen Baukunst, suchte er dieselbe den Bedürfnissen der Neuzeit anzupassen. Unter seinen Bauten sind zu nennen: das Palais des Prinzen Solms-Braunfels in Hannover, die Villa Plittersdorf bei Bonn, die Synagogen von Hannover und
Vreslau. Auch bat er zahlreiche Entwürfe für o:o.
Kunstindustrie im romanischen und gotischen Stil geliefert und ist als Schriftsteller für seine Ziele eingetreten. Er starb 5. Sept. 1880 in Hannover.
*Oranienftcin, Kadettenanstalt, s. Dietz (Bd. 4).
"Orblin, Blasius, Baron, ungar. Historiker, geb. 3. Febr. 1830 zu Lengyelfalva im Udvarheli M Stuhl (Siebenbürgen), absolvierte seine Studien a:n reformierten Kollegium in Udvarhely und begab sich mit seinen Eltern 18^l6 in einer Erb^chaftsangelegenheit nach Konstantinopel. Während jene mit der Familienangelegenheit beschäftigt waren, bereiste er Arabien, Syrien, Palästina, Ägypten und die gric^ chischen Inseln. Nach Konstantinopel zurückgekehrt, wollte er an dem mittlerweile ausgebrochenen un garischen Nevolutionstrieq teilnehmen, kam aber zn spät, wandte sich mit den Flüchtigen, denen er beaeg nete, nach Konstantinopel zurück und nahm dann m Konstantinopel, London, auf Jersey und Guernsey an den Schicksalen der ungarischen Emigration bis 18.',.'» teil. Darauf ging er wieder nach Konstantinopel, und 1861 kehrte er mit seinen Eltern in die Heimat zurück. Seine Hauptwerke sind eine Beschreibung seiner großen Orientreise in 6 Bänden und eine um fassende und gründliche Beschreibung des Szekler landes, gleichfalls in 6 Bänden. O. ist seit 1871 wü' derholt zum Landtagsdeputierten gewählt worden und gehört als solcher zur Opposition.
Orbr, <i88») 1947 Einw.
Orchestnou, s. Musikwerke (Bd. 17).
"Orelli, 2) Konrad von, protest. Theolog, geb. 25. Jan. 1846 zu Zürich, studierte in Lausanne, Zürich, Erlangen, Tübingen Theologie, darauf orientalisch«' Sprache Zu Leipzig, wurde 18^9 Waisenhausprediger in Zürich, habilitierte sich 1871 an der theologischen Fakultät daselbst und erhielt 1873 einen Ruf als außer ordentlicher Professor der Theologie nach Bmel, wo er 1881 zum ordentlichen Professor ernannt wurde.
Unter seinen Schriften sind Zu nennen: »Die h<.bräischen Synonyma der Zeit und Ewigkeit^ (^eipz.
1871); .Durchs Heilige Land«, Tagebuchblätter (3. Aufl., Basel 1884); »Die alttestamentliche Weis sagung von der Vollendung des Gottesreichs« (Wien 1882) und die Kommentare zu den Propheten Jesaia und Jeremia (Nördling 1886), Hesekiel und dic zwölf kleinen Propheten (das. 1888/.
"OrcsliS (jetzt Koresta), makedon. Landschaft um den heutigen See von Kastoria, durchflossen vom Haliakmon, begrenzt von Elimca, Eordäa und Lyw testis. Vor Philipp 11. hatte O. eigne Könige, angeblich vom Stamm des Orestes, des Sohn5 Ägamemnons. Hauptstadt war Keletron (heute
Kastoria).
Orgel. Einen »Führer durch die gesamte Orgel litteratur« gaben Kothe und Forchhammer heraus (Leipz. 1890).
"Orgcs, Hermann, Ritter von, namhafter Publizist, geb. 12. April 1821 zu Braunschweig, trat nach Absolvierung des dortigen Gymnasiums in dic preußische Artillerie ein und wurde Offizier, verliest 1848 den Militärdienst und machte auf einem russi schen Schiff eine Reise um die Welt, während welcher er der Augoburger »Allgemeinen Zeitung Korrespondenzartikel lieferte. Zurückgekehrt, ward er 1851 von dieser Zeitung nach Paris, 1853 nach dem Orient geschickt und trat 1854 in die Redaktion selbst ein, der er bis 1864 angehörte. Er vertrat in derselben mit großem Eifer und nicht ohne Geschick den ^roßdeutschen Standpunkt und die österreichischen Interessen; namentlich 1859 suchte er mit wahrer Leiden-