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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Pape - Papier
zelnen Geschützes außerordentlich gewonnen hat. Die für das Gefecht bestimmten Geschütze kleinern Kalibers (3,7 und 5,3 cm) liegen in fahrbaren P. (Fig. 1) und sollen im Vorgelände von Festungswerken, in der Brustwehr von Schützengräben etc. bis zur Panzerkuppel eingegraben werden, nachdem der Panzerstand von den Trageschienen des zweiräderigen Transportwagens heruntergefahren ist. Die fahrbaren 3,7 cm P. wiegen 20, die 5,3 cm 52 Ztr. mit Geschütz und können in der Minute 40 Schüsse abgeben. Die für den eigentlichen Artilleriekampf bestimmten Geschütze größern Kalibers, 5,3 und 12 cm Kanone und 12 cm Schnellfeuerhaubitze, liegen in P. mit versenkbarer Panzerdecke, versenkbare P. genannt. Durch eine Hebevorrichtung wird die Panzerdecke zum Schuß gehoben und nach dem Schusse sofort so weit versenkt, daß der Rand der Panzerdecke sich auf den Rand des Verpanzerringes legt. Da vom Augenblick des Schusses bis zum beendeten Versenken nur etwa 3 Sekunden Zeit vergehen, so ist das beabsichtigte Treffen des Geschützes ausgeschlossen. Die Kuppeln der fahrbaren P., der sogen. Schützengrabenpanzer, leisten Widerstand gegen alle Geschosse der Feldartillerie j und gewöhnliche 15 cm Granaten, die der versenk baren P. auch gegen 15 cm Brisanzgeschosse. Die Panzer mors er sind im mittlern Teil des Rohrs kugelförmig, so daß sie die Öffnung der flachen Panzerdecke, durch welche die Mündung des Mörsers hinausragt (Fig. 2), vollständig schließen. Der Mörser wird mit seinem Schildzapfenlager von einem Pivotständer getragen, in welchem er um einen Zapfen drehbar ist. Der Panzerstand für 21 cm Mörser ist eine Hartgußkuppel, deren Scheitelöffnung vom Mörser geschlossen wird. Die Kuppel ist bis in die Nähe des höchsten Punktes mit Beton bedeckt. Die versenkbaren P. und Mörserpanzerstände bedürfen eines Fundamentbaues aus Mauerwerk und Beton. Alle P. sind im Innern zur Aufnahme von Munition (100 bis 600 Schüsse) eingerichtet. Bei den Befestigungsneubauten in Belgien und um Bukarest kommen P. verschiedener Kaliber in großer Zahl zur Verwendung. Vgl. Schumann, Die P. und ihre fernere Entwickelung (in der Internationalen Revuen Juni 1886, Hannov.); Scheibert. Die Befestigungskunst und die Lehre vom Kampfe (4. Teil, Berl. 1888).
Fig. 1. Fahrbare Panzerlafette für 3,7 und 5,3 cm Schnellfeuerkanonen.
Fig. 2. Panzerstand für 12 cm Mörser.
Pape, 2) Alexander August Wilhelm von, preuß. General, wurde nach den großen Manövern 19. Sept. 1888 seiner Stelung^[korrekt: Stellung] als kommandierender General des Gardekorps enthoben und zum Generalobersten der Infanterie, Kommandierenden in den Marken und Gouverneur in Berlin ernannt.
3) Heinrich Eduard, Jurist, starb 11. Sept. 1888 in Berlin.
*Papeleu (spr. pap'lö), Victor, belg. Maler, geb. 10. Jan. 1810 zu Gent, studierte zuerst Jura, machte dann lange Reisen durch ganz Europa, brachte mehrere Jahre im Orient u. in Italien zu u. widmete sich erst nach seiner Rückkehr in den Ateliers von Dupre und Benouville zu Paris, wo er sich meist aufhielt, gänzlich der Kunst. 1857 sandte er zum Pariser Salon: die Landes in der Umgegend von Mont de Morsan, das Plateau von Bellecroix, Wald von Fontainebleau und ein Weg in den Landes. Seitdem folgte eine lange Reihe von Landschaftsbildern, welche sich durch zarte Ausführung und poetische Auffassung auszeichnen. Die Motive derselben waren meistens Frankreich, besonders St.-Raphael im Var-Departement, zum Teil auch Holland und Italien entnommen. Er starb 1881 zu Gent.
Papier (Herstellung). Obwohl die Untersuchungen über die Eigenschaften des Handpapiers gegenüber dem Maschinenpapier ergeben haben, daß letzteres in den wertbestimmenden Eigenschaften dem erstern keineswegs nachsteht, so ist doch die Nachfrage nach Handpapier so stark geworden, daß die Bestrebungen, P. mit Maschinen bogenweise zu schöpfen, lebhaft hervortreten. Zum Teil erreicht man den Zweck mit der Cylinderformmaschine; am nächsten aber kommt man dem Ziel, wenn man die Arbeit des Handschöpfens mit der Rüttelung direkt durch mechanische Vorrichtungen verrichtet, welche mit der Hand- oder Rahmenform versehen sind. 1862 erhielt Dumas eine solche Maschine zur Anfertigung runder Papiorfiltriorblätter patentiert. Ihm folgten Ermel in