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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Penck - Penrhyn
gegen ist die Erkennung künstlicher P. sehr leicht, weil diese, selbst wenn eine .Haardecke vorhanden ist, am Grunde die regelrechte Bindung von Fäden Zu einem Gewebe erkennen lassen. A f f e'n felle werden durch langhaarige schwarze Ziegenfelle gefälscht; man erkennt diese an dem geringern Glanz der Haare und an dem Vorhandensein von Grundwolle. Auch für schwarze Bärenfelle müssen langhaarige russische Ziegenfelle eintreten, die aber weniger feine und künstlich schwarz gefärbte Behaarung haben. Biber wird am häufigsten durch Plüsch imitiert. Es werden auch geschorene Biberfelle schwarz gefärbt und mit eingesetzten weißen Haaren versehen. Solchem Fabrikat entspricht kein natürliches Pelzwerk., Hellere Bisamfelle werden geblendet. Um die bei echten Fellen auftretende dunklere Rückenfläche zu erhalten, wird bei der Blendung der Hellern Pelze auf dem Rücken die Farbe öfters aufgetragen. Dadurch entsteht meist ein sehr auffallend dunkler, breiter, gleichmäßiger Streifen, während die echte Ware ein allmähliches Übergehen von den Hellern zu den dunklern Stellen zeigt. Fahlfarbige Bisame werden durch Scheren und Färben dem Sealskin ähnlich gemacht. Neben dem echten Chinchilla kommt auch Vastardchinchilla vor, der in Farbe dem echten Fell gleicht, aber viel kürzeres Haar besitzt. Feh wird nicht imitiert, wohl aber werden Fehwammen durch in Streifen geschnittene und passend zusammengenähte weiße und graue Kaninchenfelle ersetzt. Diese haben rauheres, stumpferes Haar, und vor allem erkennt man die Imitation an den vielen Nähten, welche dem Farbenwechsel entsprechen.
Silberfüchse werden durch braun gefärbte Weißfüchse in der Art imitiert, daß man die Spitzen der braun gefärbten Grannenhaare wieder bleicht. In derselben Weise werden Hasen und geschorene Kaninchenfelle silberspitzig gemacht. Die^Fabrikate zeigen aber eine gewisse Filzigkeit, weil die Haare durch das Färben und Entfärben ihre Geschmeidigkeit verlieren.
Zur Fälschungvon Hermelin dienenweiße Kaninchenfelle, die sich aber durch die reinweiße Farbe, die rauhe Beschaffenheit der Haare und die schwunglose Form der imitierten Hermelinschweife erkennen lassen.
Iltisfelle werden durch gelb gefärbte Opossumfelle nachgeahmt, doch fehlt diesen die natürliche Schattierung, und die Haare sind auffallend gröber. Lammfelle, Astrachan, Krimmer, Persianer:c. werden ganz allgemein durch Plüsch surrogiert. Marder. Edelmarderpelze werden nicht häufig surrogiert, lichtere Vaummarderpelze werden geblendet, was an dem plötzlichen Hellerwerden der Grundwolle kenntlich ist.
Die Hellern Sorten der Nörzfelle werden dunkel gefärbt. Man benutzt Nörzfelle zur Imitation von Sealskin, indem man sie rupft und färbt; Größe des Felles und stumpfere Grundwolle lassen diese Imitation erkennen. Außerdem wird Sealskin mit Bisam, Kaninchen und Otter surrogiert. Zur sichern Unterscheidung muß man die Haare mikroskopisch untersuchen. Imitation mit Plüsch ist ohne weiteres erkennbar. Schuppen werden durch schwarz gefärbte Opossum ersetzt, die aber weniger straffe Haare haben und weniger fest sind. Noch häufiger benutzt man schwarz gefärbte Hasenfelle, deren Haare mikroskopisch leicht von Schuppen zu unterscheiden sind. Braune oder rötliche, minder wertvolle Skunks werden schwarz gefärbt, wobei auch der Grund gefärbt wird, ivährend er bei dem ungefärbten Fell weiß ist. Außerdem sind die gefärbten Felle abweichend von den natürlichen tiefschwarz. Gelegentlich wird Waschbär für Skunks genommen, häufiger dient Plüsch als Surrogat. Zobel werden durch Aufhängen in Rauch fängen geschwärzt, auch wird der kanadische Zobel gefärbt und als Surrogat des sibirischen benutzt.
Ungefärbte oder gefärbte Baummarderpelze, welche häufig zur Fälschung von Zobel dienen, lassen sich mikroskopisch erkennen.
-Penck, Albrecht, Geograph, geb. 25. Sept. 1858 zu Leivüg, studierte daselbst seit 1875, wurde 1877 und 1K79 bei der geologischen Landesuntersuchung Sachsens im Hügelland beschäftigt, bereiste 1878 Norddeutschland und Skandinavien zum Studiuni> der Diluvialbildungen und veröffentlichte die Orgeönisse dieser Reife in einer Arbeit über die Geschiebe formation Norddeutschlands, in welcher auf wiederholte Vergletscherungen hingewiesen wurde. 1880 siedelte er nach München über und begann eine Un tersuchung der Gletscherspuren in den Deutschen Alpen, deren Ergebnisse (Fixierung der alten Gletschergrenzen, neue Beweise für Wiederholung der Ver gletscherung und für die Seebildung durch Gletscher) den Inhalt des preisgekrönten Werkes 'Die Ver gletscherung der Deutschen Alpen« (Leipz. 1882» bilden. 1881 und 1882 führte er geologische Unter suchungen auf dem Alpenvorland aus, 1883 habilitierte er sich als Privatdozent für Geographie an der Universität zu München und bereiste Schottland und die Pyrenäen, den Spuren der Eiszeit folgend; 1884 und 1885 bereiste er Deutschland zu Studien, welche die damalige Beschaffenheit des deutschen Bodens als Resultat der geologischen Entwickelung, die jetzigen anthropogeographischen Verhältnisse als Ergebnis der kulturgeschichtlichen Entwickelung betrafen.
1885 folgte er einem Ruf als Professor der physika^ lischen Geographie an der Universität zu Wien. Er schrieb noch: »Schwankungen des Meeresspiegels (Münch. 1882); »Die Eiszeit in den Pyrenäen« (Leipz.
1885); »DasDeutsche Reich^ (in Kirchhoffs »Länder künde«, Prag 1885-87); »Geographie der Niederlande und Belgiens« (ebenda 1889) und »Morpho logie der Erdoberfläche^ (Stuttg. 1890); auch grüw dete er 1886 ein wissenschaftliches geographisches Organ: »Geographische Abhandlungen« (Wien).
^Pendleton, George Hunt, amerikan. Politiker, geb. 25. Juli 1825 zu Cincinnati, Sohn des Bundessenators Nathanael Greene P., studierte die Rechte und wurde Advokat in Cincinnati. 1854 wurde er in den Senat des Staats Ohio und 1856 als Demokrat in den Bundessenat gewählt, dem er bis 1865, dann wieder seit 1878 angehörte. 1869 wurde er Präsident der Kentucky-Eisenbahn. Unter Haues betrieb er mit besonderm Eifer die Reform des Zivildienstes. Präsident Cleveland ernannte ihn 1885 zum amerikanischen Gesandten in Berlin, wo er bis 1889 blieb.
P. starb 26. Nov. 1889 in Brüssel.
^Pennacchi llpr. -näcki), Pier Maria, ital. Maler, geb. 1464 zu Treviso, war in Venedig Schüler von Giou. Bellini, bildete sich unter dem Einfluß des Carpaccio und des Palma Vecchio weiter und war in Venedig und Treviso thätig, wo er 1528 starb.
Seine Hauptwerke sind: eine Verkündigung in San Francesco della Vigna, eine Madonna mit Kind in Santa Maria della Salute in Venedig und eine Himmelfahrt im Dom zu Treviso.
^Penrhyn (spr. pimnin oder penrnm, Tongarewa), Insel in der Manahikigruppe des Stillen Ozeans, eine Laguneninsel von 8 ykm Größe, auf deren Riff 15 kleine Inseln liegen, die flach und mit guter Vegetation, besonders vielen Palmen, bedeckt sind. Die Lagune ist durch mehrere Pässe zugänglich und hat einen guten Hafen. Die Insel wurde 1888 von England in Besitz genommen.