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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Philippovich - Phosphoreszenz
20) P. V., König von Spanien. Vgl. Baudrillart, kbilippe Vet 1a. cour äs Granes, 1700-1715 (Par. 1890).
Philippovich, Joseph, Freiherr von Philip p s o e r g, Österreich. Feldzeugmeister, starb 5. Aug.
1889 in Prag; er wurde wegen seiner militärischen Strenge der österreichische Steinmetz genannt.
Philippson, 1) Ludwig, jüd. Gelehrter, starb ^9. Dez. 1889 in Bonn.
^Phoneioostop (griech.), Vorrichtung, durch welche man mittels der Resonanz Tonsiguren auf Seifenwasserhäutchen hervorrufen kann. Letztere erhält man am einfachsten durch Eintauchen eines Drahträhmchens in Seifenwasser; sie geben für jeden Ton, auch sür verschiedene Klänge derselben Tonhöhe und für verschiedene Vokale bestimmte symmetrische, farbige, gerad-und krummlinige Resonanzfiguren. Diese Erscheinungen sind besonders von Taylor untersucht
worden.
*PhonischeS Rad, von La Cour 1875 erfundener Elektromotor, besteht aus einem eisernen Zahnrad, welches vor einem Elektromagnet um eine vertikale Achse in der Art leicht drehbar ist, daß die Zähne des Rades dem Magnetpol sehr nahe liegen, ohne ihn zu berühren. Auf dem Zahnrad liegt eine als Schwungrad wirkende hölzerne Dose, in deren innerer ringförmiger Höhlung sich Quecksilber befindet.
Leitet man durch den Elektromagnet einen intermittierenden elektrischen Strom, so gerät das Rad infolge der sich schnell wiederholenden Anziehung seiner Zähne in Rotation, welche überaus gleichförmig ist, wenn die Unterbrechungen des Stroms regelmäßig erfolgen. Dies geschieht nun nach Art des Neefschen Hammers durch eine Stimmgabel, deren beide Zinken zwischen den Polen eines hufeisenförmigen Elektromagnets liegen. Zieht letzterer die Gabelenden an, so wird der Strom unterbrochen, die Anziehung hört auf, die Gabelenden schwingen zurück, schließen dabei wieder den Strom, die Gabelonden werden wieder angezogen:c. Diese Selbstunterbrechung des Stroms ist abhängig von der Ton-höhe der Stimmgabel; je mehr Schwingungen dieselbe ln einer Sekunde macht, desto schneller rotiert das phonische Rad, dessen Zähnezahl zu dem entsprechenden phonelektrischen Strom passen muß. Möglichst gleiche phonische Räder besitzen, in einen und denselben phonelektrischen Strom eingeschaltet, gleiche Geschwindigkeit, und man kann sie daher benutzen zur Herstellung eines sehr genauen Isochronismus und Synchronismus. Das phonische Rad eignet sich speziell zur Markierung verschiedener Beobachtungen (astronomische, ballistische, physikalische) oder zur graphischen Aufzeichnung kontinuierlicher Kurven, als Tachymeter zum Zählen sehr schneller Bewegungen einer Stimmgabel (Schwingungszahl eines Tons) oder rotierender Achsen (bei Maschinen), als Tachytostop, um die Größe der Geschwindigkeit in jedem Augenblick unmittelbar zu ersehen, zur Erlangung der genauesten Übereinstimmung des Ganges zweier oder mehrerer voneinander weit entfernter Uhren oder andrer Mechanismen. Namentlich eignet sich das phonische Rad auch als Grundlage für Pantelegraphie, Multivlex- und Tyvotelegravhie. Vgl. die Schrift des Erfinders La Cour, I.H raus Moiiigus (Kopenh. 1878; deutsch von Kareis, Leipz. 1880).
*Phonometer (griech.), von Lucae angegebener Apparat zur genauern Bestimmung der Sprachintensität, d. h. des beim Sprechen angewandten Ausatmungsdruckes. Die von Baas angegebene Phonometrie besteht darin, daß man auf den Vrust-MeyerZ Konv.'Uenlon. 4. Aufl.. XVII. Po korb den Stiel einer angeschlagenen Stimmgabel setzt. Über lufthaltigen Stellen hört man diese laut erklingen, über Stellen mit vermindertem oder fehlendem Luftgehalt jedoch abgeschwächt.
Phosphor. (Hygienisches.) Beim Behandeln der Knochenasche mit Schwefelsäure entwickeln sich Kohlensäure, Schwefelwasserstoff, auch Chlor-, Fluor- und Arsenwasserstoff, beim Verdampfen und stärkern Erhitzen der Masse auch Kohlenoxyd, schweflige und Schwefelsäure. Man läßt die Gase vorteilhaft in Kammern treten, welche gebrannte Knochen enthalteil, und, was hier nicht absorbiert wird, durch hohe Schornsteine entweichen. Jedenfalls müssendie Arbeitsräume durch gute Ventilationseinrichtungenvon diesen Gasen frei erhalten werden. Beim Füllen und Entleeren der Retorten, aus denen der P. destilliert wird, haben die Arbeiter Schutzmasken mit verglasten Augenö'ffnun. gen zu tragen;die Respirationsorgane sind durch Nespi. ratoren oder vorgebundene Tücher zu schützen, außer ^ dem ist auch hier fürgute Ventilation Sorge zu tragen.
Die aus der Vorlage entweichenden Gase werden unter einem eisernen Trichter verbrannt und die Ver brennungsprodukte in einem mit nassem We' g locker gefüllten Rohr verdichtet. Die aus diesem Rohr entweichenden Gase leitet man unter den Rost einer Feuerung. Statt des Rohrs mit Werg benutzt man auch Kokstürme. Alle Arbeiten, bei denen die Arbeiter P. mit den Händen berühren müssen, sind unter kaltem Wasser auszuführen, und nach Beendigung der Arbeit sind die Hände, besonders Haut' falten und Nägel, sorgsam zu reinigen. Niemals darf in den Arbeitsräumen gegessen werden. Auch bei der Reinigung des Phosphors und bei der Darstellung des roten Phosphors treten Dämpfe aus, für deren gefahrlose Ableitung Sorge zu tragen ist.
Im allgemeinen ist der Gesundheitszustand der Ar^ beiter in Phosphorfabriken viel günstiger als in Zündholzfabriken; Phosvhorerkran'kungen, namentlich Phosphornekrose, treten mir selten und dann meist als Folge grober Unvorsichtigkeit auf. Die Abwässer der Phosphorfabriken verarbeitet man auf Phosphorsäure und Arsen oder verdampft sie im Fuchs eines gut ziehenden Schornsteins.
Phosphoreszenz. Die. zuerst von Pflüg er er. kannte Thatsache, daß es unter den Spaltpilzen eine Anzahl phosphoreszierender Arten gibt, die am Meeresleuchten beteiligt sind und namentlich die Erscheinung der sogen, milchigen See (milk? 86a) verursachen, ist durch B. Fischer weiter untersucht worden. Nachdem derselbe 1883 den stark leuchtenden, stäbchenförmigen ZgM1u8 pli08^twi'6806u.8 der Westindischen See entdeckt hatte, der am besten bei Temperaturen zwischen 20 und 30" C. gedeiht und schon bei 15" C. eingeyt, hat er in neuerer Zeit noch zwei verschiedene, mehr rundliche Leuchtbacillen der Ostsee entdeckt, die schon bei 5-10" C. gedeihen, Salzwasser leuchtend machen und tote Fische noch schneller als der westindische Leuchtbacillus mit einer grauweißen, im Finstern leuchtenden Masse überziehen. Obwohl diese Kulturen mcht ganz so stark leuchten wie erstere, gelang es dem Genannten in neuester Zeit doch, Kulturen aller drei Arten bei ihrem eignen Licht zu photographieren, so daß sich z. B. nach 36stündiger Exposition die leuchtenden Schuppen eines mit ihnen infizierten Fisches deutlich abbildeten; ja sogar selbst von ihnen beleuchtete Gegenstände, z. B. das Zifferblatt einer Taschenuhr, ließen sich photographieren. Ludwig glaubt, daß die Batterien der
i chfäulnis identisch sind mit der Bakterie des lichtfaulen Fleisches, die er H1icr0c0(nu8 ^iiu LZ'Oi'i ge
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