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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Rümann - Russisches Reich
Kammer abgelehnt, ferner auch noch das Budget erledigt und die Einführung der Goldwährung beschlossen, die übrigen versprochenen Reformgesetze lwie die Reform der Verwaltung) kamen aber in dieser Session nicht mehr zustande. - Zur Litteratur: »1^! ^no <6s8i0n au trono 60 Itoumiiiiic;'> (Buk. 1889); -1^
<^U68ti0N ä)'N^>it,i^U6 611 Noum^nik I^lli' U11 ^3,V8^N
lln Oanudk l (Par. 1889).
Mümann, Wilhelm, Bildhauer, geb. 11. Nov.
18.50 zu Hannover, bildete sich 1872-74 auf der Kunstakademie zu München und dann bis 1889 im 'Atelier des Professors Wagmüller, an dessen Stilrichtung er sich anschloß, und nach dessen Modell er auch die Statue für das Liebigdentmal in München ausführte, zu welchen: er das Sockelrelief selbst komponierte. 1882 ging er als Sieger aus einer Konkurrenz um einen monumentalen Brunnen für die Stadt Lindau hervor, dessen Ausführung ihm übertragen wurde. Seine nächste größere Arbeit war die durch Kraft der Charakteristik und Tiefe der Empfindung ausgezeichnete Gruppe für das 1889 enthüllte bayrische Landesdenkmal auf dem Schlachtfeld von Wörth: cine Siegesgöttin, welche den Lorbeerkranz über einem sterbenden Soldaten erhebt. Für Schweinfurt schuf 'lt. ein Denkmal Rückerts und für Heilbronn ein Denkmal des Naturforschers Robert v. Mayer. Er hat auch mehrere Grabdenkmäler und Porträtbüsten, unter andern die des Prinz-Regenten Luitpold für die Universität Erlangen und des Fürsten Bismarck und der Prinzessin Therese von Bayern, ausgeführt.
Seit 1887 ist R. Professor der Bildhauerkunst an der Münchener Akademie.
Rümclin, Gustav, Schriftsteller und Staatsmann, starb 28. Okt. 1889 in Tübingen.
Rumford, Benjamin Thompson, Graf von.
Vgl. noch Bauernfeind, B. T. Gros v. R. (Münch.
1889).
Rundreisehefte, s. Eisenbahn - Pers 0 nengeld tarife (Bd. 17, S. 280).
Rurutu, Insel, s. Rimitara (Bd. 17).
Musl, Jeremiah Mac Lain, amerikan. Politiker, geb. 17. Juni 1830 in Morgan County (Obio), widmete sich der Landwirtschaft, trat beim Ausbruch des Bürgerkriegs in das Heer der Nordstaaten und diente als Oberstleutnant in einem Wisconsinregi..ient unter Sherman bis zum Ende des Kriegs.
Als Brigadegeneral der Freiwilligen 1865 verabscyiedet, ward er 1866 Bankkontrolleur von Wisconsin, 1870 als Republikaner in den Kongreß gewählt, wo er sich besonders an der Ausarbeitung der Pensions^esetze beteiligte, und 1882 Gouverneur von Wisconsin.
Mit Energie schritt er 1886 in Milwaukee gegen den meuterischen Pöbel ein. Präsident.harrison ernannte ihn im März 1889 zum Sekretär des Departements sür Landwirtschaft.
Muß, 3) Robert, Maler. geb. 7. Juni 1847 zu Wien, bildete sich aufderdortigen Akademie, befonders unter der Leitung Albert Zinnnermanns, zum Landschaftsmaler aus^ schloß sich aber nicht an die stilisierende Richtung seines Lehrers an, sondern behandelte die Motive seiner Bilder, welche er zunächst in der Umgebung Wiens suchte, in realistischem Sinn mit starker Betonung des Stimmungselcments. 1870 machte er die ersten Studien in Tirol, 1872 bereiste er Deutschland und .Holland und nahm dann einen längern Aufenthalt in Venedig, und 1874 ging er nach Rom. Später fesselte ihn zumeist das südliche Tirol, welches ihm eine Reihe dankbarer Stoffe geboten hat.
Seme durch eine gewandte, flüssige Technik ausgezeichneten Hauptwerke sind.- Motiv auo Eisenerz und
Motiv aus Mals in Tirol (1870, beide in der akademischen Galerie zu Wien), der Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses (1872), die Fürstenburg bei Burgeis, Ansicht von Rotterdam (1873), Partie aus dem Wiener Prater, Helgoland, holländischer Kanal, Gewittcrlandschaft aus Südtirol, Abendstimmung bei Meran, Vorfrühling in der Penziger Au (1887, in der akademischen Galerie zu Wien), Mühle in Südtirol und Gewittersturm im Hochgebirge (1889). R. hat sich auch auf dem Gebiet der dekorativen Malerei durch zwölf Lünetten für die Büffette im Wiener Hofburgtheater, musizierende Genien und Vögel in Pflanzenwerk darstellend, ausgezeichnet. Er besitzt die kleine goldene Medaille der Berliner Kunstausstellung.
Russisches Reich, Geschichte. Der Besuch des deutschen Kaisers Wilhelm II. am russischen Hof im Juli 1888, der erste der Besuche, welche der Kaiser seinen Nachbarn und Verbündeten abstattete, machte einen vortrefflichen Eindruck in Rußland und ließ die gehässigen Hetzereien gegen das undankbare, hinterlistige Deutschland, die besonders seit der Veröffentlichung des deutsch-österreichischen Bündnisses in den Zeitungen losgelassen worden waren, für einige Zeit verstummen. ^Indes dauerte dies nicht lange. Die slawophile Partei wühlte im geheimen weiter, und der Zar hatte sich sowohl in der innern wie der auswärtigen Politik schon zu sehr in ihre Hand gegeben, als daß er, selbst wenn er gewollt hätte, sich von ihr hätte lossagen können. Einsam auf feinem Schloß Gatschina residierend, fast nur umgeben von Slawophilen und Chauvinisten, die Leitung der auswärtigen Politik sich ausschließlich vorbehaltend, vermochte er sich aus dem engen Bannkreis nationalrussischer Anschauungen nicht zu befreien. Als er im Herbst eine Reise nach dem Kaukasus antrat, wurde der Zug. in welchem die kaiserliche Familie fuhr, auf der Rückfahrt 29. Okt. 1888 bei Borki von einem schweren Eisenbahnunfall betroffen, aus dem der Kaiser und die Seinigen auf wunderbare Weise errettet wurden.
Das Ereignis und der herzliche Empfang, den ihm die Bevölkerung in Moskau und Petersburg bereitete, machten auf den Zaren einen tiefen Eindruck. In dem Manifest, welches er 4. Nov. erließ, sagte er am Schluß: Die Vorsehung Gottes, welche Unser dein Wohl des Vaterlandes geweihtes Leben beschützt hat, möge Uns auch die Kraft verleihen, die großen Pflichten, zu welchen Wir durch ihren Willen berufen sind, treu bis aus Ende zu erfüllen!« Als eine Hauptpflicht wußte ihn: aber seine Umgebung, besonders Pobedonoszew, den Schutz der orthodoxen Kirche gegen das verderbliche Gift der westlichen Sekten darzustellen und die Sache des Slawentums sehr geschickt mit der der orthodoxen Kirche zu verbinden, wie es bei der Feier in Kiew zu Tage trat, welche 27. Juli 1888 zur Erinnerung an die vor 900 Iah.-ren erfolgte Einführung des Christentums in Rußland stattfand. Slawische Gäste aus Serbien, Bulgarien und Österreich richteten eine Huldigungsadresse an den Zaren, in der sie ilm als die Hoffnung und den Hort des Slawentums und der ganzen orthodoxen Welt begrüßten und Gott anriefen, er möge des Zaren Feinde niederwerfen, Deinem mächtigen Rußland und uns, den Verlassenen, zur Freude«.
Die Bekämpfung der katholischen und der lutherischen Kirche ging daher mit der Russifizierung der westlichen Provinzen (s. Livland, Bd. 17) Hand in Hand.
Einer der schärfsten Slawophilen, der General Bogdanowitsch, welcher 1887 entlassen worden war, weil er die Überreichung eines Kosakensäbels mit der Auf-