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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Sanchez - Sandwichhafen
den letzten Unruhen ca. 2000 Arbeiter beschäftigten.
Im I. 1888 liefen für deutsche Rechnung in Apia oin: 228 deutsche Schiffe von 27,571 Ton. und 20 fremde von 3923 T., aus: 226 deutsche Schiffe von 25,754 T. und 18 fremde von 3331T. Die deutsche Einfuhr betrug 268,019 Dollar, davon 143,531 Doll. aus Deutschland, die Ausfuhr bestand in 9830 T.
F<5^<5, ^53,750 kx Baumwolle, 24,4701^- Kaffee, außerdem in Bananen, Apfelsinen, Ananas, Kokosnüssen, Väuten, Schildpatt, Perlmutter u. a. biegen diese Ziffern verschwindet der englische und amerika-, nische Handel bis zur Unbedentenoheit, dennoch haben die Engländer hier schon seit vielen Jahren Boden gefaßt, denn unter der 1875 durch den Zensus ermittelten Bevölkerung von 34,265 Seelen waren 26,493 Bekehrte der Londoner Missionsgesellschaft, 4794 der Wesleyanischen Missionsgesellschaft und 2852 der französischen römisch-katholischen Mission.
Sanch ez (Sanctiu s >, 2) F r a n z, slept. Philosoph, geb. 1562 zu Bracara in Portugal, gest. 1632 zu Toulouse als Lehrer der Philosophie. In seiner Schrift 'Iractatus d6 multum nobili et ^iiia^ uilivoi^aii 50i6ntia, yuoä nidil ^eiwr < (Lyon 1581, Franks. 1618) hat er den Skeptizismus so weit getrieben, daß er nicht nur alles Wissen, sondern auch den Satz, daß nichts gewußt werde, für ungewiß erklärte und daher eine Mffenfchaft verhieß, in welcher eine feste Grundlage des Wissens geschaffen und die Frage, was gewußt werden könne, entschieden werden solle, die aber niemals zum Vorschein gekommen ist. Seine Schriften erschienen Rotterdam 1649. Vgl. Gerkrath, Franz S. (Wien 1860).
Sand, Maurice (Sohn der George S.), Schriftsteller, starb 4. Sept. 1889 in Nohant. Er gab auch einen Katalog der Schmetterlingsfauna Mittelfrankreichs (1880s heraus.
Sandhorft, Dorf im preuß. Regierungsbezirk und >ueis Aurich, hat drei Privatirrenanstalten und (1885.) 790 Einw.
'Sand, klingender. Das Hervortreten musikalischer Töne aus einem in Bewegung gesetzten Sand hat sehr früh die Aufmerksamkeit des Volkes sowie der Reisenden und Naturforscher erregt. Schon altchinesische Märchen und die Erzählungen der Gcheherezade sprechen davon, Marco Polo gedenkt desselben, besonders berühmt aber wurde ein Bergabhang am Dschebel Nagus wenige Stunden von Tor am Roten Meer, den die Sinaireisenden regelmäßig aufsuchten, weil der lose in Bewegung gesetzte Quarzsand einer 150 Fuß hohen und unter 50" geneigten Rutschfläche dort orgelartige, durchdringend starke Töne hervorruft, wenn Zeit und Wetterverhältnisse günstig sind.
Die Beduinen vergleichen den dadurch erzeugten Ton demjenigen der in den Sinaiklöstern statt der Glocke angewendeten Metalltrommel (Nagus, woher der z Name des Bergs), einer Metallplatte, die beim An- ! schlagen mit einem Holzhammer einen sehr starken Ton gibt, und meinen, im Felsenberg sei ein verzaubertes Kloster, aus dem die Töne empordringen.
Schon der Reisende Seetzen und besonders Ehrenberg (1823) haben die physikalischen Bedingungen der Tonerzeugung untersucht, und der erstere verglich die rutschende Sandlage einen: riesigen Violinbogen; beide aber stellten fest, daß das an dem einen Tag donnerartige Getön am andern sehr schwach ausfiel und deshalb von meteorischen Bedingungen beeinflußt schien. Dasselbe bestätigten viele spätere Reisende, wie Gray, Palme, Julien, Bolton u. a.
Ahnliche Erscheinungen beobachteten aber die Reisenden auch in vielen andern Ländern. Darwin er wähnt einen El Bramador (der > Schreier^) genant ten Berg im nördlichen Chile und gedenkt zugleich des eigentümlich zirpenden Geräusches, welches der Schritt der Pferde in dein Sande daselbst hervorruft, O. Lenz vernahm dumpfe, trompetenähnliche Töne aus Sanddünen des südlichen Marokko, Meyen berichtete über die schrillenden Töne, welche das Einherschreiten im groben Iuraquarzsand der Insel Bornholm erzeugt, und schließlich bemerkte man die Erscheinung im 'Strandsand vieler Lrtlichkoiten der englischen und deutschen Küsten, z. B. am Strand von Kolberg, an der Kurischen und Frischen Nehrung u. a. O. Aber auch hier zeigte sich die Eigentümlichkeit, daß der Sand unter den Sohlen der Strandwanderer bald laurer, bald leiser und manchmal fast gar nicht klingt. An derselben Stelle, wo am vorhergegangenen Tag der schrille Ton mit Leichtigkeit derart zu steigern war, daß manche Vorübergehende sich die Ohren zuhielten und selbst das Tosen der Brandung das pfeifende Knirschen nicht ganz zu übertönen vermochte, gelang es in den folgenden Tagen trotz aller Bemühungen nicht, auch nur das leiseste derartige Tönen hervorzurufen. Am ehesten ließ sich dasselbe erwarten, wenn bei nachlassendem Wind oder zurücktretender See der Strand frisch entblößt und im Sonnenschein schnell getrocknet war, so daß also der eigentliche Grund der Älangfähigkeit nicht einzig in der Beschaffenheit des Sandes selbst, sondern noch mehr in gewissen veränderlichen Bedingungen des Trockenzustandes zu suchen war. Um diesen Bedingungen genauer auf die Spur zu kommen, hat sich nun Professor Carrington Bolton in Washington durch eigne Besuche oder fremde Vermittelung tönenden Sand aus allen Neltgegenden verschafft und unter Mithilfe von A. Julien untersucht. Ihrem 1887 der dortigen ^mithwnian Institution eingereichten Bericht zufolge zeichnen sich alle diese Sande durch Sauberkeit aus, sofern sie aus kantigen oder runden Körnern von 0,^-0,5 mm b> stehen und keinen Staub oder feinen Triebsand enthalten. Das Material konnte rein kieseliger oder auch kalkiger Natur sein, mit der einzigen Bedingung, daß sein spezifisches Gewicht nicht zü hoch steigt. Wenn diese Sande durch Tau, Regen oder Flutwellen befeuchtet werden und die Feuchtigkeit verdunstet, so legt sich eine Hülle verdichteter Luft auf die Overfläche jedes Körnchens, welche wie ein elastisches Polster wirkt und den Sand befähigt, beim Aneinanderstoßen der Körnchen zu klingen. In Sanden, die mit Staub oder Thonschntt gemischtsind, verhindern diese die Bildung zusammenhängender Luftpolster, und deshalb klingen solche Sande nicht. Aber auch der tönende Sand, der u nler Umständen diese Eigenschaft jahrelang behalten kann, wird stumm, wenn man durch Erhitzen, Reiben oder Schütteln dieses Lufthäutchen entfernt. Den kräftigsten Ton, den ein be^ stimmter Sand hervorbringt, erhielten sie, wenn sie ein Litermaß voll oder etwas mehr in einen Sack schütteten und dann kräftig schüttelten. Dadurch entsteht ein kreischender Ton, der sich 50 - 70 in, auf freiem Feld sogar 150 m weit deutlich unterscheiden läßt, aber allmählich an Stärke abnimmt. Beim Rutschen auf freien Abhängen ist aber der Klang musikalischer, vielleicht weil die Unterlage in Mitschwingungen gerät, und die genannten Forscher haben im Frühjahr 1889 im Wadi Werdau einen neuen ^Nagus entdeckt, der von Suez schon in IV2 Tag mit Dromedar zu erreichen ist.
"Sandwichhafeu, s. Deutsch-Südwestafrika (Bd. 17, S. 248). ,, ,, , .,. ...........