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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Saucken - Schaugebilde
Partei an, zu dcrcn hervorragendsten Mitgliedern er sich durch eifrige Thätigkeit und wirksame Beredsamkeit aufschwang. Als er 1888 wegen seiner Beförderung seine Mandate niederlegen mußte, wurde cr inöannover in den Landtag wieder gewählt, unterlag aber in der Reichstagswahl im Wahlkreis Melle' (5ieL/?F/5 dem welfischen Kandidaten, für den die Deutschfreisinnigen stimmten, und wurde auch 1899 nicht wieder gewählt.
Saucken,1)KurtvonS.-Tarputschen, Reichstagsabgeordneter, starb 1. März 1890 in Berlin.
^Saürel (spr. ssorell), E m m a, ital.Sängerin, geboren im Dez. 1850 zu Palermo von französischen Eltern, debütierte unter Romanis Führung zu Pisa in Verdis Maskenball« mit glänzendem Erfolg, sang späterm Ancona, Trieft, Mailand, Florenz und im Della Pergola- wie San Carlotheater zu Neapel, nahm 1871 in Buenos Ayres Engagement und durchreiste, im Verein mit Tamberlick Gastrollen gebend, Mexiko, besuchte die größern Städte der Vereinigten Staaten, um dann, nach Europa Zurückkehrend, im Theatro de Sao Carlos in Lissabon zu gastieren. Nach vorübergehendem Aufenthalt in Italien wirkte sie längere Zeit an den kaiserlichen Theatern zu Petersburg u'nd Moskau. Im März 1878 gastierte sie im Krollschen Theater ,;u Berlin, wohin sie auch 1879 und später zurückt'ehrte. Seitdem war sie beständig auf Gastspielreisen.
Mit ihrer musikalischen Begabung verbindet sie die Kunst lebensvoller dramatischer Darstellung.
'Schabfteine, s. Poliersteine (Bd. 17).
Schachspiel. Sine neue Zeitschrift: »Deutsches Wochenschach«, geben Schallopp, Lende und Hülsen heraus (6. Jahrg., Braunschw. 1890).
H33Nlußl^°r°bau(Nd,I7.S.117,118),
Schall, Adolf Friedrich, Graf von, veröffentlichte eine »Geschichte der Normannen in Sizilien« (Stuttg. 1889, 2 Bde.).
-Schäfer, 3) Dietrich, Geschichtsforscher, geb.
16. Mai 1845 zu Bremen, studierte Geschichte in Jena und Göttingen, ward sodann bei der Herausgabe der »Hansarezesse« beschäftigt, 1871 an die Universität Jena als außerordentlicher Professor der Geschichte berufen, 1883 ordentlicher Professor da, 'elbft, 1884 in Breslau und 1888 in Tübingen. Er schrieb: »Dänische Annalen und Chroniken von der Mitte des 13. bis zum Ende des 15. Jahrhunderts« (tzannov. 1872); »Die Hansastädte und König Waldemar von Dänemark« (Jena 1879). In den »Hansarezessen« gab er die 3. Abteilung von 1487 bis 1530 lLeipz. 1881-90, Bd. 1-4), außerdem »Das Buch des lübeckischen Vogts auf Schonen« (Bd. 4 der »Hansischen Geschichtsquellen«, Halle 1887) heraus.
Schaffgotsch, Johann Ulrich, Graf von (1595 bis 1635). Vgl. Krebs, Hans Ulrich, Freiherr u. S.
^Bresl. 1889).
Schaffhausen, Kanton, (1888) 37,876 Eimv.; Stadt, (,888) 18,648 Einw.
Schafhiiutl, Karl Emil von, Geolog, starb 25. Febr. 1890 in München.
Schahjehanpur, Hauptstadt des gleichnamigen Distrikts in der britisch-ind. Provinz Nordwestprovinzen und Audh (4521 ykin groß mit 856,946 Einw.), am linken Ufer des Darhaflusses und an der Audh- und Rohilkand-Eisenbahn, mit (i88i) 77,936 Einw.
Sitz der englischen Behörden, hat eine höhere Schule, Gefängnis, eine Besatzung englischer und indischer Truppen und eine amerikanische protestantische Mission mit mehreren Schulen und einem Waisenhaus.
Die einzigen nennenswerten Industrien sind die Zucker- und die Numfabrikation.
Scha Uopp, Emil, Schachspieler, geb. 1.Aug. 1843 zu Friesack, bekleidet seit 1872 den Posten eines Vorstehers des stenographischen Bureaus des deutschen Reichstags. Er zeichnete sich nach mancherlei Er. folgen in deutschen Turnieren dadurch besonders aus, daß er 1885 auf dem Turnier in Hereford (England) an die zweite Stelle in der Preisträgerliste kam, seit Anderssens und L. Paulsens Siegen in den ersten 60er Jahren das erste Mal, daß ein nichtprofessioneller deutscher Spieler einen englischen Meisterpreis gewann. Er ist Mitherausgeber des deutschen Wochenschach .
'Schanz, 2) Martin, Philolog, geb. 12. Juni 1842 zu Üchtelhausen bei Schweinfurt, studierte in München, Würzburg, Bonn und Göttingen, habilitierte sich 1867 in Würzburg, wurde 1870 außerordentlicher Professor, 1883' ordentlicher Professor der klassischen Philologie daselbst. S. hat sich besonders um Platon verdient geinacht; von seinen Schrif. ten gehören hierher: »Hpsoiineii ciitioum kä ?1atoue'in 6t 06N80iinuui p6i'ti,i6U8« (Götting. 1867); »Studien zur Geschichte des Platonischen Textes^ (Würzb. 1874); »über den Platokodex der Markusbibliothek in Venedig« (Leipz. 1877); eine große kritische Ausgabe (das., seit 1875), eine kleine kritische Ausgabe ausgewählter Dialoge (das., seit 1887); eine Ausgabe ausgewählter Dialoge mit deutschem Kommentar (bis 'jetzt 2 Bdchn., das. 1887 - 88). Außerdem schrieb er: »Beiträge zur vorsokratischen Philosophie der Sophisten (Götting. 1867); »Römische Litteraturgeschichte« (Nördling. 1889).
Scharnhorst, Gerhard Johann David von, preuß. General. Ihm zu Ehren wurde 1889 da5 1. hannöversche Feldartillerieregiment Nr. 10 Feldartillerieregiment v. S. genannt.
' Schaugeliilde (Schauapparate) der Pflanzen.
Sofern eine große Anzahl von Pflanzen für ihre Befruchtung sowohl als für die Verbreitung ihrer Samen auf die Mitwirkung von Tieren, namentlich von Insekten, Vögeln und Säugern, angewiesen ist, haben sich bei ihnen Einrichtungen entwickelt, die lediglich darauf abzielen, die Aufmerksamkeit der erwünschten Gäste schon aus einiger Entfernung zu erregen und die Auffindung der Blüten oder Früchte im dunkeln Laub zu erleichtern. Natürlich spielt dabei die Farbe eine Hauptrolle und bei einer gro ßen Klasse der hier zu besprechenden Erscheinungen namentlich die rote Farbe, weil sie am besten von dem grünen Laub absticht. Wir haben dabei drei Hauptfälle zu unterscheiden, nämlich siorale S., extraflorale S. und Fruchtfchaugebilde.
Die floralen S. stellen im allgemeinen das dar, was die deutsche Sprache in feiner Unterscheidung von dem bloßen Blütenbegriff als Blume bezeich, net, denn nur die größern und auffälligern Blüten nennen wir so. Die Blume ist ein S. an sich, aber es sind dabei sehr verschiedene Fälle zu unterscheiden, je nachdem der äußerste Blattwirtel der Blüte, d. h. der Kelch, oder die eigentliche Blumenkrone oder die Staubfäden oder gar Fruchtknoten mit Narbe das Hauptschaugebilde darstellen. Fälle, in denen der Kelch, also der äußerste Vlattwirtel, als solcher wirkt, finden wir bei vielen unsrer bekanntesten Feld- und
Hkliedoru Z-, ^ymik^ia- und Oel Mniuiu-Arten, bei denen die Blumenblätter nur unscheinbare Gebilde darstellen, der Kelch aber schön gefärbt entwickelt ist. Bei vielen Pflanzen, namentlich aus der