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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Schmirgelscheiben - Schnee
ger zu verdrängen hat. Die Höhe der Röhrchen beträgt 60 min, es wird daher an jedem Tag ein um 10 mm Ölsäule höherer Druck als am vorhergehenden Tag in der Luftleitung zu erzeugen sein, und da jeder Tag einem besondern Luftdruck entspricht, so wird der Wärter in der Maschinenstube an einem Druckanzeiger genau kontrollieren können, ob so viel Material aus den Schmiergefäßen verdrängt wird, wie nötig ist.
Schmirgelscheiben, Schutzvorrichtungen, s. Metallbearbeitung (Bd. 17).'
Schmitt, 2) Friedrich, Tenorist und Gesanglehrer, geb. 18. Sept. 1812 zu Frankfurt a. M., im Gesang nach Nägelis Methode gebildet, später in Klavierspiel und Komposition Schüler von Aloys Schmitt, im Gesang von Stanz in München, wirkte als Konzert- und Opernsänger abwechselnd in Darmstadt, Magdeburg, Dresden und Leipzig, bis er durch übertriebene Gesangstudien den Glanz seiner Stimme verlor. Infolgedessen bethätigte sich S. nur noch als Gesanglehrer, zunächst in Leipzig, sodann (auf Richard Wagners Veranlassung) in München; 1868 siedelte er nach Wien und 1870 nach Berlin über. Sine von ihm veröffentlichte Gesangschule (2. Aufl., Leipz. 1864) yat seinen Namen in weiten Kreisen bekannt gemacht.
^3) (Szmitt) Heinrich, poln. Historiker, geb. lsI7 zu Lemberg, erwarb sich unter großen Entbehrungen eine gelehrte Bildung, war d'ann litterarisch thätig, beteiligte sich an der politisch-patriotischen Bewegung, wurde deshalb 1846 zum Tod verurteilt, aber zu strenger Haft auf dem Spielberg begnadigt und erst 1848 amnestiert. Er wurde nun Kustos der Bibliothek Pawlikowski in Lemberg und widmete sich seitdem historischen Studien. Auch ist er Mitglied des galizischen Schulrats. Seine zahlreichen Werke über polnische Geschichte betrachten dieselbe vom demokratischen Standpunkt aus. Bemerkenswert sind: »Abriß der polnischen Geschichte von den ältesten Zeiten bis 1763« (Lemb. 1854, 3 Bde.); Materialien für die Geschichte des Interregnums nach dem Tod Augusts III.« (das. 1857, 2Äde.); »Geschichte des polnischen Volkes« (das. 1858,3 Bde.); Geschichte Polens im 18. und 19. Jahrhundert« l Krak. 1866, 3 Bde.); »Die Regierung Stanislaus Augusts« (Lemb. 1870, 2 Bde.) u. a.
"4) Hans, Klavierpädagog, geb. 14. Jan. 1835 zu Kohen in Böhmen, trat, nachdem er jahrelang als Oboist thätig gewesen war, 1862 als Klavierschüler in das Wiener Konservatorium, an dem er später als Lehrer angestellt wurde. Seit 1875 leitet er Klavierausbildungsklassen. Außer geschätzten Studienwert'en (»Etüden«, »Vademekum«, »Fundamente der Klaviertechnik«, »Zirkelübungen«, - Repertoirestudien« :c.) und andern Klaviersachen, einer instruktiven Ausgabe von Clementis »(^racing 9.(1 ^lii'ng.8:<, einer Elementargesangschule, Liedern, einem
Konzertstück für Violine schrieb er die verdienstliche Monographie »Das PedaldesKlaviers«(Wien1875). Eine Oper: »Bruna« (Text nach Baumbachs »Zlatorog« von S.), ist noch nicht aufgeführt.
^Schmittenhöhe, Berg der Salzburger Alpen, westlich von Zell am See 1956 m ü.M. gelegen, mit Gasthaus und berühmter Aussicht auf die Tauernkette.
Am dritten Sonntag des August findet hier jährlich ein Ringfest (Rangglfest) dermännlichen Jugend statt.
^Schwitz, 2) Bruno, Architekt, geb. 1859 zu Düsseldorf, bildete sich auf der dortigen Kunstakademie dei Lotz und später bei Riffarth, welcher ihn bei dem Neubau der Kunstakademie beschäftigte, und machte dann mehrere Reisen. 1881 erhielt er in der Kon kurrenz um das Viktor Emanuel-Denkmal in Rom eine silberne Medaille und in dem engern Wettbewerb einen ersten Preis. Seitdem beteiligte er sich an allen größern Konkurrenzen in und außerhalb Deutschlands und erhielt erste Preisefürdie Entwürfe zu einem Bankgebäude in St. Gallen, zu einem Wetterhäuschen in Berlin, zu dem Kriegerdenkmal in Indianapolis in Nordamerika, dessen Ausführung ihm auch übertragen wurde, und zu dem National denkmal für Kaiser Wilhelm I. In diesen Entwürfen verbindet S. eine ungewöhnliche Originalität der Erfindung und einen großen Reichtum der Phantasie mit einem glänzenden Darstellungstalent. Nachdem er eine Zeitlang in Leipzig thätig gewesen, nahm S. 1886 seinen Wohnsitz in Berlin.
"Schnäbele, franz. Polizeikommissar in Pagm> a. d. Mosel, aus dem Elsaß gebürtig, betrieb von seinem an der deutschen Grenze gelegenen Posten aus mit besonderm Eifer die Spionage in Elsaß-Lothringen und gewann durch Bestechung mehrere deutsche Unterthanen, auch Beamte, dafür, ihm wichtige Nachrichten zu überbringen und amtliche Schriftstücke zu überliefern, die er dem militärischen Nachrichtenbüreau in Paris übermittelte. Dies wurde in den Landesverratsprozessen vor dem Reichsgericht in Leipzig gerichtlich festgestellt und daher 1887 ein Verhaftsbefehl vom Reichsgericht gegen S- erlassen. Als derselbe 20. April 1887 auf Einladung des deutschen Polizeikommissars Gautsch in Metz sich zu einer amtlichen Besprechung nach Noveant begeben wollte, wurde er, kaum auf deutschem Gebiet angekommen, von deutschen Polizeibeamten auf Grund jenes gerichtlichen Verhaftsbefehls ergriffen und nach Metz gebracht.
Obwohl S. seine Spionage eingestand, ward er dennoch 30.April von der deutschen Reichsregierung freigelassen, weil dieselbe annahm, daß die amtliche Einladung ihm zugleich freies Geleit zugesichert habe.
In Frankreich erregte Schnäbeles Verhaftung großes Aufsehen, und ein Teil der Minister wollte sofort ein schroffes Ultimatum an Deutschland lichten und im Fall der Ablehnung den Krieg erklären. Die radikale Presse eröffnete eine Sammlung zur Beschaffung eines mit Diamanten besetzten Kreuzes der Ehrenlegion für den großen Patrioten, welche auf dessen eignes Ersuchen "eingestellt wurde. S. wurde von der Grenze wegversetzt."- Im Sept. 1887 wurde der 16jährige Sohn Schnäbeles in Cheminot auf deutschem Gebiet verhaftet, weil er nebst zwei andern Burschen ein mit den französischen Farben bemaltes aufrührerisches Plakat angeheftet hatte. Er wurde zu drei Wochen Gefängnis verurteilt, aber in Freiheit gesetzt.
Schnee. Den Begriff der Schneegrenze definiert man gewöhnlich als die untere Grenze der dauern den Schneebedeckung in den Gebirgen oder als die durchschnittliche äußerste Meereshöhe, bis zu welcher im Sommer die zusammenhängende Schneedecke zurückreicht; über der Schneegrenze ist Überschuß von Schneefall, unter derselben Überschuß von Schmelzwärme (Heim, Gletscherkunde, und Hann, Klimatologie). Damit in Übereinstimmung befindet sich E. Richter, der die Schneegrenze als jene Höhenlinie im Gebirge bezeichnet, oberhalb welcher die sommerliche Wärme nicht mehr ausreicht, den im Verlauf des Jahrs gefallenen Schnee wegzuschmelzen. Fr. Ratzet führt dagegen den Begriff der orographischen Begünstigung ein und oesiniert die klimatische Schneegrenze als die Verbindungslinie jener Punkte, oberhalb wel cher der Firn vermöge der niedrigen Lufttemperatur und seiner Masse auch ohne den Schutz orographischei und geologischer Begünstigung nicht mehr wegschmilzt.