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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Schönborn - Schulmuseum
Schönboru, Graf Franz, Fürsterzbischof von Prag, ward 1889 zum Kardinal ernannt.
* Schönburg-ßartenfiein, Alexander, Fürst von, österreich. Staatsmann, geb. 5. März 1826 zu Wien, trat in den diplomatischen Dienst, ward 1847 österreichischer Gesandtschaftsattache im Haag, 1849 in London, 1850 in Berlin, 1852 Legationssekretär in Paris und 1855 Gesandter in Karlsruhe, 1859 in München. 1864 in Disponibilität versetzt, erhielt er 1869 die Geheimratswürde und wurde 16. Nov. 1872 durch den Tod seines Vaters, des Fürsten Eduard, Chef der böhmischen Linie des fürstlichen Hauses Schönburg und Besitzer des Majorats derselben in Böhmen. "" Wiederholt war er Vertreter des verfassungstreuen Grundbesitzes im böhmischen Landtag, seit 1878 auch erbliches Mitglied des Herrenhauses. 1879 ward er zum ersten Vizepräsidenten desselben ernannt. Er erwarb sich als Führer der deutsch gesinnten verfassungstreuenGroßgrundbesitzer 1889-90 hervorragende Verdienste um das Zustandekommen des deutsch-tschechischen Ausgleichs, welcher den Frieden in Böhmen herstellte.
Schorlemer-Nlft, Burghard, Freiherr von, legte im Oktober 1889 auch sein Mandat als Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses nieder, weil er mit Windthorsts Leitung der Zentrumspartei nicht einverstanden war. 1890 wurde er wieder in den Reichstag gewählt.
^Schöyen, Elisabeth, norweg. Romanschriftstellerin, geb. 1852 zu Christiania als Tochter eines königlichen Kammerherrn, machte ihre Studien in Kopenhagen, Rom, später in Paris, wo sie sich seit 1875 meist aufhält. Ihre ersten Veröffentlichungen< die Novellen: Xamiii^« und »It^nvl M«, 1873; das Schauspiel .laue <^i3^<) erschienen unter dem Pseudonym Paul Agathon. Es folgten unter ihrem wahren Namen oer Roman ^vanuilä« (1876), von dem sofort eine französische Übersetzung in Paris crschien(»I^6 dond6ur Mi'1'uilionr«), infolgedessen sie zum Mitglied der 8oei6t6 ä68 F6n^ ä6 lettres ä6 I^ri« ernannt wurde; ferner die Novelle > Nn Not6«ka.d« (>Eine Ehe«, 1876), der Roman »Olat' (1881) als Anfang einer Reihe von Romanen im Geiste der modernen französischen Sittenmalerei, die sie erfolgreich studiert hat, und ein Band Novellen (1886).
"Schröder, 5) Wilhelm, plattdeutscher Dichter, geb. 23. Juli 1808 zu Oldendorf bei Stade, studierte in Leipzig, wo er dann noch einige Jahre litterarisch thätig lebte, ging 1837 nach Hannover, gründete daselbst l840 das »Hannö'versche Volksblatt« und erwarb sich als Humorist und Redner eine gewisse Volkstümlichkeit, die aber nach 1866, wo er sich als 'Anhänger der preußischen Besitznahme des Landes bekannte, derart zusammenschwand, daß er sein Blatt verkaufen, 1868 nach Berlin, später nach Leipzig übersiedeln mutzte, und starb hier in kümmerlichen Verhältnissen l. Okt. 1878. Sein Ruf gründete sich vor allein auf die hübsche Geschichte > Dat Wettloopen twischen den Swinegel un den Hasen« (Hannov. 1868). Außerdem schrieb er: ^Swinegels Lebensloop un Enne < (Hannov. 1867), > Heidsnucken«, plattdeutsche Gedichte und Geschichten (Berl.1869), »Haideland und Waterkant«, Erzählungen, Märchen, Gedichte (das. 1872,5 Bde.), »Humoresken« (gemeinschaftlich mit Arnold
wörderschatz« (das. 1874), »Plattdütsche Leeder un Döntjes« (das. 1877), >^De plattdütsche Vismarck< (das. 1878); ferner die Schauspiele: »Studenten und Lützower« (das. 1874) und »Deutsche Freiheitskämpfer und eine Tochter Hamburgs« (das. 1878).
Schrotmühle. Über die Excelsiormühlen genannten Schrotmühlen s. Mühle (Bd. 17).
Schtschedrin, N., Pseudon., s.Saltykow (Bd. 17).
*Schua, Name, mit welchem in Bornu und Bagirmi die seßhaften Araber bezeichnet werden. Sie wohnen, wie Denham und Elavperton zuerst uns mitteilten, an den Ufern des Tsadsees, vornehmlich am Südufer, und haben sich stets rein von der Vermischung mit den Nomadenstämmen von Wadai, Dar Fur und Nubien, noch mehr von einer solchen mit den Stämmen der Sahara erhalten. Ihre Zahl beträgt in Bornu gegen ^00,000 in zehn Stämmen, und sie liefern das stärkste Kontingent (15-20M) Mann) zum Heer des dortigen Sultans. Von den sie umgebenden Völkerschaften unterscheiden sie sich scharf durch ihren schlanken Wuchs und ihre schöne Gesichtsbildung, ihre Adlernase und hellkupferfarbenc Haut. Ihre Sprache ist das Arabische von Jemen mit einigen durch ihre Umgebung bewirkten Modifikationen.
"Schubert, 5) Georgine, Bühnensängerin, geb.
28. Okt. 1840 zu Dresden, erhielt Gesangunterricht bei Jenny Lind und 1857 - 59 bei Manuel Garcia in London, debütierte 1859 mit großem Erfolg abö Nachtwandlerin auf dem Hamburger Stadttheater und ging bald darauf mit der Ungher-Sabatier nach Florenz, wo sie an der Pergola auftrat. Später sang sie an der königlichen Oper in Berlin, darauf längere Zeit in Frankfurt a. M. und begab sich von da nach Paris, wo sie am l IMtrL I^ri^uo ein Engagement fand, nach dessen Abschluß sie zahlreiche Gastspiele auf deutschen Bühnen gab. 1865 wurde sie am Hos. theater zu Hannover, 1868 am Hoftheater Zu Strelitz angestellt. Allgemeine Bewunderung fand ihr Auftreten in dein großen Londoner Mozart-Konzert von 1875. Sie starb ^6. Dez. 1878 in Potsdam. Reich beanlagt, vollendet musikalisch durchgebildet und von sympathischer Tongebung, verstand sie auch in charakteristischer Weise dramatisch zu gestalten, wovon sowohl ihre Norma, Lucrezia, Valentine, Donna Anna als auch ihre Agathe, Elisabeth, Frau Fluth, Rosa Friquet Beweise lieferten. Vgl. Glümer, Georgine S., Erinnerungsblatt (Dresd. 1880).
Schubiger, A n se lm, verdienter Forscher auf dem Gebiet der mittelalterlichen Musikgeschichte, geb. 5. März 1815 zu Uznach (St. Gallen), erhielt seine Erziehung im Benediktinerkloster Einsiedeln, wo cr 1835 zum Priester geweiht wurde und noch heute lebt. Er schrieb: »Die Sängerschule St. Gallens^ (Einsiedeln 1858. ein sehr wertvolles Werk); >> Die Pflege des Kirchengesanges und der Kirchenmusik in der deutschen katholischen Schweiz, (das. 1873); ^Musikalische Spicilegien < (1876, enthaltend: »Da5 liturgische Drama des Mittelalters«, »Orgelbau und Orgelspiel im Mittelalter«, Die außerliturgischen Lieder', >> Zur mittelalterlichen Instrumentalmusik>' »Heinrich III. von Brandis, Abt zu Einsiedeln und Bischof zu Konstanz« (Freiburg 1879). Auch gab er mehrere Sammlungen, wie I^uäatö öonünum, Lobgesänge aus christlicher Vorzeit (4. Aufl., Sinsiedeln 1867), »Marienrosen < (11. Aufl., das. 1868), heraus und lieferte wertvolle Beiträge zu den ^Monatsheften zur Musikgeschichte«.
^Schulmuseum kann nach dem Wortsinn jede umfassendere, planmäßig geordnete Sammlung von Lehrmitteln, also zunächst auch die einer einzelnen Lehranstalt, genannt werden. In der That versteht man in den Ländern französischer Zunge unter ^Iul2ti68 80s)1^ii'68 Sammlungen an den Schulen, die bestimmt sind, dem Anschauungsunterricht der