Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

746
Schützenfänger - Schwatka
^Schützenfänsser l Schühenwächter), s. Weberei l Bd. 17».
Schuwalow, 3) Peter Andrejewitsch, Graf, russ. Staatsmann, starb 22. März 1889, nachdem er seit 1879 ohne amtliche Thätigkeit geblieben war.
^Schvarcz (Schwarz), Julius, ungar. staatswiffenschastticher Schriftsteller, geb. 7. Dez. 1838 zu Stuhlweinenburg, studierte in Pest, München und Berlin, wurde in Jena zum Doktor der Philosophie promoviert und veröffentlichte seit 186! Schriften über Geologie, Unterrichtswe»'en (»Zur Reform des europäischen Unterrichtswesens«, Budapest 1879) und Staatswissenschaften, unter anderm in den Publikationen der Ungarischen Akademie der Wissenschaften«, deren Mitglied er seit 1864 ist, besonders aber das groß angelegte historische Werk: >> Die Demokratie« (Bd. 1: »Die Demokratie von Athen«, 2. Aufl., Leipz. 1884), »Elemente der Politik« (das. 1884)u.a.
1865-78 gehörte er dem ungarischen Reichstag an, in den er 1887 abermals gewählt wurde. Vgl.
Schwicker, Julius S. und seine Schriften (Budapest 1882>.
Schwämme (?m iidin). Bei mehreren Schwämmen sind neuerdings Sinneszellen beschrieben worden; eigentümliche Gruppen großer Zellen von unbekannter Funktion bei^'i^iorili^a tri.l^nt Hta werden als Leuchtorgane gedeutet. Eine besondere Bedeutung beansprucht das Skelett. Die Skelettteile bestehen aus einer innigen Mischung organischer Substanz mit Kieselsäure oder Kalk. Ihre Form ist unabhängig von der Molekulargestalt (Kristallgestalt) der betref senden anorganischen Substanz und ist auf die Wirkung organischer, im Schwammkörper thätiger Kräfte zurückzuführen. Die außerordentliche Mannigfaltigkeit der Skelettelemente, für welche nun eine von den meisten Spongiologen anerkannte einheitliche Nomenklatur geschaffen lst, spielt auch in den neuern Systemen die Hauptrolle bei dem Versuch einer Einteilung dieser gestaltungsreichen Gruppe der Cölenteraten, welche von vielen auch den übrigen Cölenteraten als etwas ganz Selbständiges gegenübergestellt wird, indem sie nach einer Annahme von den Ehoanoflagellaten llbstammen, während die Stammeltern der Knidarier, der andern großen Gruppe der Hohltiere, Infusorien mit Nesselkapseln waren, wie es deren noch heute gibt. Was die Verbreitung der S. anbetrifft, so finden sie sich in allen Meeren, ihren höchsten Formenreichtum aber entwickeln sie in tropischen und subtropischen Meeren; bemerkenswert ist der außerordentliche Reichtum der australischen Küstenstriche an Hornschwämmen, deren Verbreitungszentrum hier zu liegen scheint; von allen bekannten Arten spongiew reicher Formen kommen nicht weniger als 70 Proz. im Australischen Meer, speziell an der Ost- und Südküste, vor. Die australische Spongienfauna enthält von der Hornschwammfauna eines jeden andern Gebiets 4(1-50 Proz.; im ganzen haben die S. eine sehr weite horizontale Verbreitung, denn alle größern Gattungen sind kosmopolitisch. Bezüglich der vertikalen Verbreitung verhalten sich die einzelnen Familien sehr verschieden. Ausschließlich das seichte W> sser bewohnen die Kalkschwämme ((^loarea); auch die kleine Ordnung der ll6XÄ(.6iatillg>, aus den ^pl^siiiläae, Dki'vvillk IIi'Wö und 1lg,1i8Nl'ei<w6 bestehend, besteht aus typischen Seichtwafserschwämmen, von welchen wenigstens keiner unter 300 Faden hinabgeht. Die tHonäl()8Z)0l!^ia6 erlangen gleichfalls in seichtem Wasser ihre höchste Entwickelung, doch kommen viele unter 100 Faden vor, und einige gehen bis zu 2000 Faden hinab. Dagegen sind wieder die Noruu.»
<-u8^0noitl6 in seichten Gewässern beheimatet, und speziell sind Hornschwämme nie in Tiefen über 4M Faden gefunden worden. Echte Tiefenschwämme sind die Hexaktinelliden und die Lithistiden; erstere kommen, in seichtem Wasser fehlend, in Tiefen von 95--300») Faden und vielleicht noch tiefer vor; häufiger sind sie oberhalb 10l)0 Faden als unterhalb deren Grenze Auch die Lithistiden sind unterhalb 1000 Faden sehr selten, gehen aber ebenfalls nicht an die Küste, sondern bleiben in größern Tiefen, wo sie eine große Mannigfaltigkeit erreichen.
^Schwanert, Hermann August, Romanist, geb.
22. Okt. 1823 zu Braunschweig, studierte seit 1843 in Göttingen die Rechte und erbielt für seine Abhandlung Nnumeratw per umvßrsirat OM 8ucc68° 8innum Huas kxtaut in ^'ul6 liomkno ^v^L^er kere« äit Hteni et, honorum z)0>8683i"U6m« (Götting. 1846) den Preis. Seit 1848 Privatdozent in Göttingen, ging er 1851 als außerordentlicher Professor nach Prag, 1853 als ordentlicher Professor des römischen Rechts nach Rostock, 1874 nach Breslau, wo er 19. Aug. 1886 starb. Er schrieb: »Die Naturalobligationen des römischen Rechts« (Götting. 1861) und »Die Kompensation nach römischem Recht« (Rostock
1871).
*Schwartze, 2) John George, Holland. Maler, geb. 20 Okt. 1815 zu Amsterdam, wanderte früh mit seinen Eltern nach Philadelphia aus, wurde dort nlit E. Leutze bekannt, mit welchem er bei einem Porträtmaler, I. A. Smith, Unterricht nahm, und ging 1839 nach Düsseldorf, wo er sich auf der Akademie und danach besonders bei Lessing bis 1844 weiter ausbildete. Ein Damenbildnis, welches er in Amsterdam ausstellte, fand dort solchen Beifall und trug ihm so zahlreiche Bestellungen ein, daß er 1846 nach Amsterdam übersiedelte, wo'er auch seinen Wohnsitz behielt und 27. Aug. 1874 starb. S. malte hauptsächlich Porträte, welche sich durch ein reiches, von Rembrandt beeinflußtes Kolorit, geschmackvolle Auf fassung und scharfe Charakteristik auszeichneten. Ve^ sonders beliebt waren seine Kinderbildnisse. Er hat auch Landschaften und Geschichtsbilder gemalt, deren hervorragendstes: der erste öffentliche Gottesdienst der Pilgeroäter in Nordamerika 1621, auf der Über fahrt nach Amerika mit dem Schiff untergegangen, aber in einer Lithographie von Aug. Allebe erhalten ist. -Seine Tochter Therese S., geb. 20. Dez. 1852, welche sich zuerst bei ihrem Vater, dann bei Gabr.
Max in München und später bei Henner und Bonnat in Paris ausbildete, ist ebenfalls eine hervor ragende Porträt- und Genremalerin in Öl und Pa stell. Sie hat unter anderm die Königin Emma und die Kronprinzessin Wilhelmme der Niederlande, den Architekten Cuypers, den französischen Maler Har^ pignies, den Utrechter Professor Opzoomer und ihr Selbstporträt für die Uffiziengalerie in Florenz ge malt. Das Reichsmuseum von Amsterdam besitzt von ihr die Genrebilder: eine Friesin und Waisenkinder, das Museum Boymans in Rotterdam das Bild: katholische Waisenkinder.
*Schwatta, Fred er ick, nordamerikan. Polarforscher, von deutscher Abstammung, geb. 29. Sept. 1849 zu Galena in Illinois, besuchte 1867-71 die Militä'rakaoemie in West Point, trat 1«71 in die Armee, welche er auf mehrere Jahre verließ, um sich zum Arzt auszubilden; der Krieg mit den Siouxindianern unterbrach jedoch seine Studien. Nach Beendigung desselben erbot sich S., eine Expedition zur Aufklärung von Franklins Geschick in die Nordpolarregionen'zu führen. Er verließ Mitte 1878 mit Klutj^ak,