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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Senckel - Serpa Pinto
"Senckel, Ernst, Begründer des Schulsparwesens in Deutschland, geb. 7'. März 183? zu Mertensdorf bei V.itzwalt, studierte in Halle, Tübingen und Berlin Theologie, stand seit 1861 in pfarramtlicher Thä tigkeit an verschiedenen Orten, so 186^ -64im Rauhen Haus zu .vorn bei Hamburg und 1866 als ^azarettprediger bei der Mailmrmee, und ist seit 1867 Pfarrer zn Hohenwalde bei Müllrose Die erste Schulspartasse eröffnete er 1. April 1867 in Linskau, die zweite 1. Nov. 1867 in Hohenwalde Der erste Bericht über diese Kassen erschien 1868 in der -Kreuzzeitung«; mehr Aufmerksamkeit erregte ein zweiter Bericht im »Reichsboten« 1876, welchem im Dezember d. I. eine besondere Denkschrift folgte. 1877 erschienen Schulsparkassenbücher, von denen in einem Jahrzehnt 23,000 Abdrücke verbreitet sind. S. hat 1880 einen eignen »Verein für Jugendsparkassen in Deutschland« begründet. Vgl. seine Sckrift»Iugend- und Schulsparkassen < (Frankf. a. O. 188^) und das Flugblatt «Seid sparsam!« Seine »Feier- und Freudenklänge« (Berl. 1876), Gedichte mit eignen Kompositionen, erschienen auch in englischer Ausgabe.
"Sendai, Hauptstadt der japan. Provinz Rikuzen oder S., an der Ostküste der Insel Nippon, durch Eisenbahn mit Tokio und seinem nahen Hafen verbunden, mit <i««?) 61,709 Einw. und der alten Residenz eines Daimio.
Eenegambien, neuere Forschungsreisen, s. Afrika (Vd. 17. S. 9).
*Tenoa lspr. sche'noa), August, kroat. Novellist, geb.
1838, redigierte seit 1869 in Agram die Wochenschrift »Der Kranz« und hat sich um die Hebung der Litteratur seines Vaterlandes verdient gemacht. Zn seinen besten Erzählungen, in denen sich das südslawische Leben getreu abspiegelt, gehören: »Das Juwel des Juweliers« (in alle slawischen Sprachen und auch ins Italienische übersetzt), »Das Goldkind (deutsch.
Agram 1874), Seiner Hochwürden« und »Diogenes« (das. 1880). Auch als lynscher und epischer Dichter hat sich S. bewährt.
*Eeraflni, Filippo, ital. Pandektenlehrer, geb.
10. April 1831 zu Prcore im Trentino, studierte in Wien, Innsbruck, Berlin, Siena und .Heidelberg, wurde 18.'i7 zum Professor des römischen Rechts an der Universität Pavia ernannt, 1868 als Pandektist nach Bologna und 1871 nach Rom berufen; 1873 folgte er emem Ruf an die Universität Pisa. Unter seinen zahlreichen Schriften (in italienischer Sprache) sind hervorzuheben: »Anfangsgründe des römischen Rechts« (Vd. 1, äußere Rechtsgeschichte, Bd. 2, Iw stitutionen enthaltend, Pavia 1858-59); Das Obligationenrecht nach den Grundsätzen des römischen Rechts, der Rechtswissenschaft und der neuern Gesetzgebungen« (das. 1861); "Über Vertragsabschluß unter Abwesenden« (Neapel 186^); »Der Telegraph in seiner Beziehung zum bürgerlichen und Handelsrechte« (Pavia 1863;>ranz., Par. 1863; deutsch, Wien 1865); »Neue Untersuchungen über die Tafeln von Salpensa und Malaga' (Bologna 1869); »über die in das Ermessen einer dritten Person gestellten letztwilligen Verfügungen nach römischem'Recht« (Flor. 1869); >Neue Untersuchungen über die auf da-) Ermessen einer dritten Person gestellten letztwilligen Verfügungen nach gemeinem Zivilrecht und "dem italienischen bürgerlichen Gesetzbuch« (Bologna 1869);
Institutionen des römischen Rechts unter vergleichender Berücksichtigung deseinheimischen Zivilrechls« (Flor. 187^-73, ^^ Bde.- 3. Aufl. 1880). Auch übersetzte er das Pandektenlebrbuch von L. Arndts in das Italienische (Bologna 1872-74, 3 Voe.). S. gehört
mit Padeletti (s. d., Bd. 17) zu denjenigen neuern Juristen, welchen das Verdienst zukommt, die Methode und Litteratur der deutschen Rechtswissenschaft in die italienische Jurisprudenz eingeführt zu haben.
Dieser Richtung dient auch das von S. in Gemeinschaft mit den Professoren Scolari und Buonamici i<l Pisa gegründete historisch-juristische Seminar sowie das von S. herausgegebene, in Bologna erscheinende ^l-^Iiivio Ainriäieo« (bis jetzt 4^! Bände).
Serbien, Geschichte. Der Regierungswechsel vom 6. März 1889 vernichtete die unter Milan eine Zeitlang so mächtige Fortschrittspartei völlig, so daß sie naä» einem Versuch, in Belgrad einen Parteitag abzuhalten, welcher durch einen Pöbelauflauf vereitelt wurde, ihre Thätigkeit einstellte und sich auflöste. Alle Leiden schaften und Gelüste im Volk waren von neuem aufgeregt, die großserbischen Tendenzen regten sich wieder zur Freude Rußlands und erregten in Österreich-Ungarn Mißtrauen; doch ließ sich die dortige Regierung nicht in ihrer ruhigen abwartenden Haltung stören.
Das radikale Ministerium hatte den von MIan abgesetzten Bischöfen die Rückkehr versprochen, und nach^ dem der Metropolit Theodosius sowie die Bischöfe von Nisch und Zica auf ihre Würden aus Rücksicht auf das Staatsinteresse sowie den Frieden der orthodoxen Kirche verzichtet hatten, wurden der verbannte Metropolit Michael und zwei andre Bischöfe in ihre Änuer wieder eingesetzt. Der wieder eingesetzte Metropolit salbte nach der Kossovo Feier (s. d., Bd. 17) den jungen König Alexander I. in Gegenwart des russischen Gesandten 2. Juli in Kraljewo. Michael galt für einen eifrigen Panslawisten, und die Regentschaft hatte inmüten der gesteigerten Agitationen keine leichte Stellung. Die Königin Natalie kehrte im Sep temper 1889 trotz der Einwendungen der Negenicn nach Belgrad zurück, ohne indes wieder eine politische Rolle spielen Zu können. Der Betrieb der Eisenbahnen wurde der französischen Gesellschaft entzogen und vom Staat selbst in die Hand genommen. Ebenso nahm die Regierung das. Salzmonopol an sich und entschädigte die Anglo-Österreichische Vank für die Abtretung desselben. Durch die Neuwahlen im Ol tober 1889 wurde die Herrschaft der Radikalen in der Skuptschina gesichert.
*Tcrpa Plnto, Alexander Albert de la Rocha, Afrikareisender, geb. 30. April 1846 im Schloß Pol' chras im Distrikt Vizeu der portugiesischen Provinz Beira als Sohn eines alten Royalwen, der 1848 nach Amerika auswanderte. Von dort kehrte S. 1858 nach Portugal zurück, besuchte die Militärschule und wurde 1864 Unterleutnant. Im 1.1869 zeichnete er sich bei der militärischen Expedition gegen den Häuptling Bonga im Geviet des Sambesi aus, bei welcher Gelegenheit er diesen Fluß bis in die Nähe der Victoriafälle verfolgte. Er machte dann einen Ausflug an den Schire und den Nnassa, besuchte die Komoren und Seschellen und kehrte über Goa nach Europa zurück.
Als 1877 auf Antrag der Geographischen Gesellschaft zu Lissabon und der Permanenten Geographischen Kommission im Marineministerium die Mittel zu einer geographischen Expedition bewilligt wurden, welche die Aufgabe hatte, die hydrographischen Beziehungen zwischen dem Becken des Congo und dem des Sambesi festzustellen und das ganze Gebiet zwischen den Provinzen Angola und Mosambik zu erforschen, wurde S. nel, ,'t den Offizieren Brito Ca> pello und Robert Ivens damit betraut. Im Juli 187? verließen die Reisenden Europa, 19. Nov. brachen sie oon Benguela auf und erreichten 8. März 1tt78 Bihe. Hier trennten sich Capello und Ivens